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Expertentipp

Fachspezialisten aus dem Sozialversicherungs-, Arbeits- und Steuerrecht geben praktische Tipps zu aktuellen Themen. Foto: Shironosov / Thinkstock
Fachspezialisten aus dem Sozialversicherungs-, Arbeits- und Steuerrecht geben praktische Tipps zu aktuellen Themen.

Zuzahlungen für einen privat genutzten Dienstwagen

Ein Arbeitgeber kann seinem Beschäftigten einen Dienstwagen zur Verfügung stellen, den er auch privat nutzen darf. Diese Nutzungsmöglichkeit führt zu einem geldwerten Vorteil, der zum steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn gehört. 

Worauf muss ein Arbeitgeber achten, wenn sich der Arbeitnehmer an den Kosten für den Dienstwagen beteiligt? Es sind drei Varianten möglich. Bei jeder profitieren der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer im Ergebnis von geringeren Beiträgen zur Sozialversicherung.

Variante 1 – Individuelle Kosten:

Trägt der Beschäftigte einzelne Kosten des Dienstwagens (zum Beispiel Wagenwäsche, Tankrechnungen, Versicherungen), sinkt der Ausgangswert für die Berechnung der Steuern und der Sozialversicherungsbeiträge um die Höhe dieser Kosten. Damit sinkt auch der Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen. Das Bundesministerium der Finanzen hat seine bisher abweichende Auffassung (Berücksichtigung der individuellen Kosten nur bei der Fahrtenbuchmethode) aufgegeben und wendet die neuere Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem Jahr 2016 umfassend an. Dies gilt also auch dann, wenn der geldwerte Vorteil mit der 1-Prozent-Regelung ermittelt wird (Urteil des BFH vom 30.11.2016 – VI R 2/15; BMF-Schreiben vom 21.9.2017 – IV C 5 – S 2334/11/10004-02).

Variante 2 – Zuzahlungen zu den Anschaffungskosten:

Stattet ein Beschäftigter seinen Dienstwagen auf eigene Kosten mit einer Sonderausstattung aus oder wählt er ein teureres Auto als es im Budget für den Arbeitnehmer vorgesehen ist, werden diese Zuzahlungen auf den geldwerten Vorteil angerechnet. 

Beispiel:

  • Bruttolistenpreis des Pkw ohne Sonderausstattung 22.000 Euro
  • vom Arbeitnehmer bezahlte Sonderausstattung 3.000 Euro
  • Bemessungsgrundlage für die 1-Prozent-Regelung demzufolge 25.000 Euro
  • Geldwerter Vorteil im Jahr der Anschaffung (1 Prozent aus 25.000 Euro = 250 Euro x 12 = 3.000 Euro)

Zuzahlung: 3.000 Euro. Geldwerter Vorteil: 0 Euro, Arbeitgeberanteil SV-Beiträge ebenfalls 0 Euro

Tipp: 
Die Zuzahlung des Arbeitnehmers kann auch ratenweise über mehrere Jahre erbracht werden. Der geldwerte Vorteil und die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sinken in diesen Jahren entsprechend.

Variante 3 – Abzug von pauschalen Zahlungen:

Müssen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber ein Entgelt für die private Nutzung des Dienstwagens zahlen (zum Beispiel pauschal 150 Euro pro Monat oder nutzungsabhängig 0,25 Euro pro privat gefahrenen Kilometer), zieht der Arbeitgeber die Zuzahlung vom geldwerten Vorteil ab. Damit sinkt der Arbeitgeberanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen. Der Abzug gilt übrigens sowohl bei der 1-Prozent-Regelung als auch bei der Fahrtenbuchmethode. 

Hinweis: Welche der drei Varianten im Hinblick auf das spezielle Umsatzsteuerrecht den größtmöglichen Vorteil für den Arbeitgeber bringt, können Sie mit Hilfe eines Steuerberaters ermitteln.

Tipp: 
Beteiligen sich also Arbeitnehmer an den Kosten für ihren Dienstwagen, ziehen Arbeitgeber diese Zuzahlungen bei der lohnsteuerrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Bewertung des geldwerten Vorteils der Privatnutzung ab. Die Absenkung der Beitragsbemessungsgrundlage führt zu geringeren Beiträgen zur Sozialversicherung.


Stand: 5.2.2018

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