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Genau die richtige Entscheidung: Personalauswahl mit Erfolg

Praktikum – Probezeit – Einfühlungsverhältnis

Genau genommen gehören auch sie zur simulationsorientierten Verfahren zur Personalauswahl: alle Formen eines Arbeitens auf Probe. Dazu zählen vor allem Praktika, die einem festen Beschäftigungsverhältnis vorgeschaltet werden, ebenso die Probezeit sowie das weit weniger bekannte und gebräuchliche, sogenannte Einfühlungsverhältnis.

Betriebliche Praktika

sind insbesondere für junge Nachwuchskräfte immer häufiger eine wichtige Etappe bei ihrem Einstieg in das Arbeitsleben. Aus gutem Grund, bieten sie doch beiden Seiten – Berufsanfängern wie Unternehmen – viele Vorteile: Den Praktikanten vermitteln sie vielfältige neue Eindrücke und Zusatzqualifikationen, zudem tragen Praktika zur beruflichen Entscheidungsfindung bei. Für die Unternehmen wiederum sind Praktika ein unverzichtbares Instrument der strategischen Personalplanung, zur Sicherung ihres Fach- und Führungskräftenachwuchses – und nicht zuletzt der Personalauswahl. Denn geht es ganz konkret um die Besetzung einer freien Stelle, kann ein vorgeschaltetes Praktikum beiden Seiten im Sinne einer Eignungsdiagnostik aufzeigen, ob sie tatsächlich zueinander passen.

Leitfaden bietet Hilfestellung

Doch bei der konkreten Ausgestaltung eines Praktikums müssen auch viele Fragen geklärt und Details geregelt werden: Unter welchen Voraussetzungen haben Praktikanten einen Anspruch auf Vergütung? Welche Regeln gelten für Urlaub, Arbeitszeiten und Arbeitszeugnis? Was ist in puncto Sozialversicherung zu beachten? Wie sollten die Verträge ausgestaltet sein, damit sie die Rechte und Pflichten sowohl der Praktikanten als auch der Arbeitgeber klar und rechtssicher festlegen? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert ein Leitfaden, den die Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Bildung und Forschung gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft erarbeitet haben. Die kostenlose Publikation bietet Informationen und konkrete Handlungshilfen für beide Seiten.

Probezeiten

von unterschiedlicher Dauer sind in deutschen Unternehmen gängige Praxis und fester Bestandteil der mit den Beschäftigten vereinbarten Arbeitsverträge. In der Regel beträgt sie zwischen drei und maximal sechs Monate. Wenn es um besonders anspruchsvolle Tätigkeiten und hochrangige Positionen geht, kann allerdings auch eine längere Probezeit – zum Beispiel von neun Monaten – vereinbart werden. Die Länge der Probezeit muss gemäß der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung aber in einem angemessenen Verhältnis zu Art und Anforderungsniveau der fraglichen Tätigkeit bzw. Position stehen.

Ausreichend Zeit zum Kennenlernen
Denn darum geht es ja bei der Probezeit: Sie dient dazu, ein angemessenes und ausreichendes Zeitfenster zu schaffen, in dem sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennenlernen und unter realen Bedingungen beurteilen können, ob sie auch tatsächlich zueinander passen. Vorteil aus Arbeitgebersicht: Sie ermöglicht nicht nur punktuelle, vereinzelte Arbeitsproben, wie sie von Stellenbewerbern im Rahmen des eigentlichen Auswahlverfahrens häufig abverlangt werden, sondern Arbeitsproben im umfassenden Sinn, die das gesamte Tätigkeitsspektrum der fraglichen Stelle umfassen. Andererseits ist die Probezeit aber auch für den Arbeitnehmer eine Möglichkeit, Betrieb und Strukturen genauer kennenzulernen und zu beurteilen, ob die fragliche Stelle auch tatsächlich das hält, was sie versprochen hat.

Trennung leicht gemacht
Kommt eine der beiden Vertragsparteien innerhalb dieses Zeitfensters zu dem Schluss, dass es besser wäre, die Entscheidung zu revidieren, kann man sich vergleichsweise einfach wieder trennen: Denn während der vertraglich vereinbarten Probezeit können sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von zwei Wochen kündigen. So sieht es Paragraf 622 Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) vor.

Einfühlungsverhältnisse

sind eine besondere, allerdings nicht so häufige Form des Arbeitens auf Probe. Denn so gewissenhaft, sorgfältig und aufwendig ein Personalauswahlverfahren auch gewesen sein mag: Eine Gewähr für die richtige Entscheidung ist sie nicht. Und auch für Arbeitnehmer ist nicht immer gleich auf Anhieb klar, ob sie mit der neuen Stelle, die sie angetreten haben, die richtige Wahl getroffen haben. Entspricht das Tätigkeitsprofil den eigenen Wünschen und Erwartungen? Stimmt die „Chemie“ im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten?

Rechtlich nicht geregelt
Beide Seiten können jedoch solche Fragen klären und etwaige Zweifel ausräumen, indem sie sich auf eine Probearbeit auf Grundlage eines sogenannten Einfühlungsverhältnisses verständigen. Dabei handelt es sich weder um ein Praktikum im engeren Sinne noch um eine Probezeit – eher um einige Tage „Schnuppern“ oder um eine Art Probezeit vor der Probezeit. Gesetzliche Regeln hierfür gibt es allerdings nicht. Aus der Rechtsprechung ergibt sich aber, dass es sich bei einem Einfühlungsverhältnis nicht um ein Arbeitsverhältnis handelt, der Arbeitgeber hier also kein Weisungsrecht, aber auch keine Vergütungspflicht hat. Heikel kann es aber spätestens dann werden, wenn es während solcher Schnuppertage zu einem Unfall am Arbeitsplatz kommen sollte, denn er steht nicht unter Unfallversicherungsschutz. Aus diesem Grund und wegen der fehlenden rechtlichen Grundlagen raten Experten beiden Seiten von dieser Form des Arbeitens auf Probe eher ab.

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