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Verteilung der Beitragslast in der Gleitzone

Die Gleitzone soll die sogenannte Niedriglohnschwelle beseitigen, die in Beschäftigungsverhältnissen bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze und mit dem Eintreten von Versicherungspflicht zu einem abrupten Anstieg auf den vollen Sozialversicherungsbeitrag führen würde.

Ein Beschäftigungsverhältnis in der Gleitzone liegt vor, wenn das aus der Beschäftigung regelmäßig erzielte Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 850,00 Euro im Monat liegt. Kein Gleitzonenfall liegt daher vor, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt die obere Gleitzonengrenze überschreitet, das (Teil-)Entgelt aber beispielsweise durch Ablauf der Entgeltfortzahlung innerhalb der Gleitzone liegt.

Werden mehrere Beschäftigungen ausgeübt, gelten die besonderen Regelungen zur Gleitzone dann, wenn das insgesamt erzielte Arbeitsentgelt innerhalb der Gleitzone liegt.

Beispiel

Eine Verkäuferin arbeitet bei

Arbeitgeber A gegen ein monatliches Entgelt von 350 Euro,
Arbeitgeber B gegen ein monatliches Entgelt von 250 Euro.

Die monatlichen Arbeitsentgelte der beiden geringfügigen Beschäftigungen liegen zwar jeweils unterhalb der Gleitzone. Aufgrund der Zusammenrechnung der monatlichen Arbeitsentgelte (= 600 Euro) besteht jedoch Versicherungspflicht. Die besonderen Regelungen zur Gleitzone sind anzuwenden.

Beispiel

Eine Verkäuferin arbeitet bei

Arbeitgeber A gegen ein monatliches Entgelt von 470 Euro,
Arbeitgeber B gegen ein monatliches Entgelt von 500 Euro.

Die monatlichen Arbeitsentgelte liegen zwar jeweils in der Gleitzone. Die Summe der Arbeitsentgelte liegt aber oberhalb der Gleitzonengrenze von 850 Euro. Die besonderen Regelungen zur Gleitzone finden daher keine Anwendung.

Aber: Das Arbeitsentgelt aus einer versicherungsfreien Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung wird nicht angerechnet.

Beispiel

Eine Verkäuferin arbeitet bei

Arbeitgeber A gegen ein monatliches Entgelt von 750 Euro,
Arbeitgeber B gegen ein monatliches Entgelt von 200 Euro.

Bei der Beschäftigung bei B handelt es sich um eine „erste“ geringfügig entlohnte Beschäftigung. Eine Zusammenrechnung mit der Beschäftigung bei A unterbleibt. Das monatliche Arbeitsentgelt bei A liegt weiterhin in der Gleitzone. Die besonderen Regelungen zur Gleitzone finden Anwendung.

Der Anwendungsbereich der Gleitzonenregelung ist bei Mehrfachbeschäftigungen im Übrigen beschränkt. Es werden nur die Arbeitsentgelte zusammengerechnet, die aus versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen stammen. So werden versicherungsfreie Beschäftigungen – zum Beispiel als Beamter – nicht berücksichtigt.

Ausnahmen

Doch nicht für alle Personengruppen gelten die besonderen Regelungen zur Beitragsberechnung in der Gleitzone. Davon ausgenommen sind:

  • Personen in der Berufsausbildung (Auszubildende und Praktikanten),
  • Beschäftigte, bei denen für die Beitragsberechnung fiktives Entgelt herangezogen wird,
  • in Fällen der Altersteilzeit oder sonstigen Vereinbarungen flexibler Arbeitszeiten, in denen lediglich das reduzierte Arbeitsentgelt in die Gleitzone fällt,
  • Personen, die Arbeitsentgelt aus Wiedereingliederungsmaßnahmen nach einer Arbeitsunfähigkeit erhalten,
  • versicherungspflichtige Arbeitnehmer, die regelmäßig mehr als 850,00 Euro verdienen und deren Entgelt nur wegen Kurzarbeit oder im Baugewerbe wegen schlechten Wetters soweit gemindert ist, dass das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt die obere Gleitzonengrenze unterschreitet.

 

Wurde ein Nettolohn vereinbart, ist für die Prüfung, ob das Arbeitsentgelt im Gleitzonenbereich liegt, von dem mit dem „normalen“ und nicht mit dem reduzierten Arbeitnehmeranteil errechneten Bruttoarbeitsentgelt auszugehen.

Stand: 7.1.2014

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