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Künstlersozialabgabe

Die Versicherten nach dem KSVG

Die Versicherung der selbstständigen Künstler und Publizisten in der Renten­ver­sich­erung, in der gesetzlichen Kranken­versich­erung und in der sozialen Pflege­versicherung ist eine Pflicht­versicherung. Der Bereich der Arbeits­losen­versicherung und der gesetzlichen Unfall­versicherung kennt dagegen keine Versicher­ungs­pflicht für selbstständige Künstler und Publizisten.

Definition: Künstler und Publizisten

Künstler ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Ein Publizist ist als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig oder lehrt Publizistik.

Der künstlerisch/​publizistisch tätige Personenkreis wird im KSVG nur allgemein definiert. Es kann davon ausgegangen werden, dass die im Künstlerbericht der Bundesregierung aufgeführten Berufsgruppen sowie die im Bereich „Wort“ tätigen Autoren, insbesondere Schriftsteller und Journalisten, zu den Künstlern oder Publizisten im Sinn des KSVG zählen. Die Qualität der künstlerischen oder publizistischen Leistung spielt keine Rolle.

Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht hängt davon ab, dass der selbst­ständige Künstler oder Publizist

  • überwiegend im Inland tätig ist,
  • seine künstlerische/​publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausübt
    und
  • im Zusammenhang mit seiner versicherungspflichtigen Tätigkeit nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigt, es sei denn, die Beschäftigung erfolgt zur Berufsausbildung oder ist geringfügig im Sinn des § 8 SGB IV.

 

Selbstständig ist die künstlerische/​publizistische Tätigkeit nur, wenn sie keine abhängige Beschäftigung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses darstellt.

Erwerbsmäßig ist jede nachhaltige, auf Dauer angelegte Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen.

Geringfügig ist eine Beschäftigung, wenn das Entgelt maximal 450 Euro monatlich beträgt.

Versicherungsfreiheit

Selbstständige Künstler und Publizisten sind versicherungsfrei, wenn sie im Lauf eines Kalenderjahres aus der selbstständigen künstlerischen/​publizistischen Tätigkeit voraussichtlich ein Arbeitseinkommen erzielen, das 3.900 Euro nicht übersteigt. Versicherungs­freiheit wegen Geringfügigkeit des Arbeits­einkommens tritt jedoch nicht schon beim ersten Unterschreiten des Grenzbetrags von 3.900 Euro ein. Der Versicherungsschutz bleibt auch dann erhalten, wenn das Arbeitseinkommen innerhalb von sechs Kalenderjahren nicht mehr als zweimal die Grenze von 3.900 Euro unterschreitet. Die Sechs-Jahres-Frist beginnt mit dem Jahr, in dem erstmals diese Grenze unterschritten wird.

Wird die selbstständige künstlerische/​publizistische Tätigkeit nur während eines Teils des Kalenderjahres ausgeübt, ist die genannte Grenze entsprechend herabzusetzen.

Berufsanfänger

Für Berufsanfänger sieht das KSVG eine besondere Regelung vor. Sie werden auch dann nach dem KSVG versichert, wenn ihr Arbeitseinkommen die Geringfügigkeitsgrenze voraussichtlich nicht überschreiten wird. Als Berufsanfängerzeit gelten die ersten drei Jahre seit erstmaliger Aufnahme der selbstständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit. Kommt es während dieser Drei-Jahres-Frist etwa durch Kindererziehung, freiwilligen Wehrdienst oder ein zwischenzeitliches Beschäftigungsverhältnis zu einer Unterbrechung der selbstständigen künstlerischen/​publizistischen Tätigkeit, verlängert sich die Berufsanfängerzeit entsprechend.

Ausnahmen von der Versicherungspflicht

Das KSVG enthält eine Reihe von Ausnahmeregelungen zur Versicherungspflicht, denn die Künstlersozialversicherung soll nur denjenigen Personen sozialen Schutz bieten, die nicht bereits aus anderen Gründen ausreichend abgesichert sind oder nach ihrer persönlichen Situation abgesichert sein können.

Von der Rentenversicherungspflicht werden selbstständige Künstler/​Publizisten nicht erfasst, deren Alterssicherung bereits anderweitig gewährleistet ist (z. B. Beamte, ebenso Künstler/​Publizisten, die aufgrund eines zugleich ausgeübten Beschäftigungsverhältnisses der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen oder die eine anderweitige selbstständige Tätigkeit ausüben).

Auch in der Krankenversicherung tritt Versicherungspflicht dann nicht ein, wenn der Künstler/​Publizist bereits anderweitig gegen Krankheit in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, er aus anderen Gründen keinen gesetzlichen Versicherungs­schutz benötigt oder dieser ausgeschlossen ist.

Befreiung von der Versicherungspflicht

Krankenversicherungspflichtige Künstler/​Publizisten, deren Arbeitseinkommen in den abgelaufenen drei Kalenderjahren insgesamt über der für diese Jahre geltenden „allgemeinen“ Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat, können sich von der Krankenversicherungspflicht befreien lassen – ebenso Berufsanfänger, die Mitglied einer privaten Kranken­versicherung sind.

Möglichkeiten der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht sieht das KSVG nicht vor.

Rentenbezieher

Für die Versicherungs- und Beitragspflicht von Künstlern/Publizisten, die neben ihrer selbstständigen Tätigkeit eine Vollrente wegen Alters beziehen, besteht Rentenversicherungsfreiheit erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze. Die Regelaltersgrenze wird frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres erreicht. Für Personen, die nach dem 31. Dezember 1946 geboren sind, wird die Regelaltersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. 

Seit dem 1. Januar 2017 sind alle Künstler/Publizisten, die eine Vollrente wegen Alters vor Erreichen der Regelaltersgrenze beziehen, in ihrer selbstständigen Tätigkeit rentenversicherungspflichtig. Die selbstständige künstlerische/publizistische Tätigkeit wird erst im Folgemonat nach Erreichen der Regelaltersgrenze versicherungsfrei. Bis dahin müssen Beiträge zur Rentenversicherung über die Künstlersozialversicherung gezahlt werden. 

Aufgrund einer Übergangsregelung bleiben Künstler/Publizisten, die am 31. Dezember 2016 in ihrer selbstständigen Tätigkeit rentenversicherungsfrei waren und eine Vollrente wegen Alters vor Erreichen der Regelaltersgrenze bezogen haben, in dieser selbstständigen Tätigkeit versicherungsfrei.

Künstler/Publizisten, die wegen der Übergangsregelung oder nach Erreichen der Regelaltersgrenze rentenversicherungsfrei sind, können seit dem 1. Januar 2017 auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Der Verzicht muss gegenüber der KSK schriftlich erklärt werden und gilt für die Dauer der selbstständigen künstlerischen/publizistischen Tätigkeit. Künstler/Publizisten, die auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichtet haben, bleiben rentenversicherungspflichtig über die KSK. Durch die zusätzlichen Beiträge erhöht sich die Altersrente.

Die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung bei der KSK bleibt bei Fortführung der selbstständigen künstlerischen/publizistischen Tätigkeit neben einem Rentenbezug bestehen. Die Beiträge sind etwas geringer als vor dem Rentenbeginn, da das Risiko des krankheitsbedingten Erwerbsausfalls nicht mehr durch die Krankenversicherung abgedeckt wird.

Weitere Informationen zu den Themen:

Stand: 1.1.2018

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