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Studenten und Praktikanten

Beschäftigung von Studenten

Wenn es um die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung der Beschäftigungen von Studenten, Praktikanten oder Schülern geht, gelten zunächst einmal die allgemeinen Grundsätze der Sozialversicherungspflicht bzw. -freiheit, insbesondere die Regelungen zu den geringfügigen Beschäftigungen. Denn viele Studentenjobs werden als geringfügig entlohnte oder kurzfristige Beschäftigung durchgeführt. Darüber hinaus gelten Sonderregelungen, die in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung Versicherungsfreiheit auch dann noch zulassen, wenn die Grenzen einer geringfügigen Beschäftigung bereits überschritten sind.

Der Grund für diese Sonderregelungen ist, dass Studenten, die neben ihrem Studium zusätzlich Beschäftigungen ausüben, dies in der Regel zur Finanzierung ihres Studiums tun. Dies soll nicht durch eine umfängliche Beitragspflicht zur Sozialversicherung erschwert werden. Kostengünstigeren oder kostenlosen Versicherungsverhältnissen wird daher der Vorrang eingeräumt. Studenten sind nämlich in ihrer Rolle als Student bereits grundsätzlich krankenversicherungspflichtig, wenn sie an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben (immatrikuliert) sind. Mit der Krankenversicherung entsteht stets auch die Aufnahme in die Pflegeversicherung. Für diese Versicherungen fallen ermäßigte Beiträge an. Sollten für die Studenten noch die Voraussetzungen einer Familienversicherung erfüllt sein, sind sie sogar beitragsfrei versichert.

Beschäftigungen von Studenten, die gegen Arbeitsentgelt ausgeübt werden, unterliegen grundsätzlich der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht. Sofern diese Beschäftigungen nicht bereits als geringfügig entlohnte oder kurzfristige Beschäftigungen der Versicherungsfreiheit unterliegen, greifen Sondervorschriften für ordentliche Studierende. Danach sind Studenten in Beschäftigungen während ihres Studiums in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn sie als ordentliche Studierende einer Hochschule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind und das Studium im Vordergrund steht. Dieses „Werkstudentenprivileg“ gilt nicht in der Rentenversicherung. Sobald die Geringfügigkeitsgrenzen überschritten werden, tritt Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein.

Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit

Unabhängig von den besonderen Regelungen für beschäftigte Studenten ist ein Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungsfrei, wenn es innerhalb der geltenden Grenzen entweder als

  • geringfügig entlohnte Beschäftigung (in der Rentenversicherung allerdings nur auf Antrag) oder
  • kurzfristige Beschäftigung (sofern keine Berufsmäßigkeit vorliegt) ausgeübt wird. Im Gegensatz zu den zur Berufsausbildung Beschäftigten gelten insoweit für von Studenten ausgeübte Beschäftigungen keine Ausnahmen.

 

Der fachlichen Ausbildung dienende Schule

Das „Studentenprivileg“ gilt nicht nur für Studenten einer Hochschule, sondern auch für Studenten einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule. Hierzu gehören Fachschulen, höhere Fachschulen und Berufsfachschulen. Das Studium an bzw. der Besuch einer dieser Schulen mit überwiegend berufsbildendem Charakter ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen.

Ordentliche Studierende

Nur wer zum Personenkreis der ordentlichen Studierenden gehört, ist bei einer ausgeübten Beschäftigung unter bestimmten Voraussetzungen versicherungsfrei. Hierzu gehören alle Studenten, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben sind und deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.

Werkstudenten

Damit die besonderen Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen angewandt werden können, ist von diesen nachzuweisen, dass ihre Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Nach ständiger Rechtsprechung ist dies dann der Fall, wenn für eine Beschäftigung neben dem Studium nicht mehr als die Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten aufgewandt wird. Dabei wurde von der damals üblichen durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ausgegangen. Folglich ist die unbefristete Beschäftigung eines Studenten mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit bis zu einschließlich 20 Stunden pro Woche in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt an dieser Stelle grundsätzlich keine Rolle.

Rentenversicherung

Ein Überschreiten der Grenze für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (monatliches Arbeitsentgelt mehr als 450 Euro) führt zur Rentenversicherungspflicht mit allen melde- und beitragsrechtlichen Konsequenzen in diesem Versicherungszweig.

Ausnahme von der 20-Stunden-Grenze

In Einzelfällen kann Versicherungsfreiheit ausschließlich in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auch noch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden in Betracht kommen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Überschreiten der Arbeitszeitgrenze ausschließlich durch Arbeitseinsätze am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden hervorgerufen wird. Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist jedoch nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist.

Zusammenrechnung

Bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, ist zunächst zu prüfen, ob der Student seinem Erscheinungsbild nach als Student oder als Arbeitnehmer einzustufen ist. Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden, besteht Versicherungsfreiheit, unabhängig davon, ob es sich um eine oder mehrere befristete oder unbefristete Beschäftigung(en) handelt; die Höhe des Arbeitsentgelts ist für die Annahme der Versicherungsfreiheit ohne Bedeutung.

Arbeitet der Student insgesamt mehr als 20 Stunden in der Woche und gehört er damit vom Erscheinungsbild her zu den Arbeitnehmern, muss in einem weiteren Schritt geprüft werden, ob bei einzelnen Beschäftigungen Geringfügigkeit vorliegt und damit Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in Betracht kommt.

Ändern sich im Zeitablauf die Verhältnisse, z. B. durch Aufnahme einer weiteren Beschäftigung, sind von diesem Tag an alle Beschäftigungen, die der Student neben dem Studium ausübt, neu zu beurteilen.

Urlaubssemester

Studenten, die für ein oder mehrere Semester vom Studium beurlaubt werden, sind zwar weiterhin eingeschrieben, nehmen aber in dieser Zeit nicht am Studienbetrieb teil. Wird während der Dauer der Beurlaubung eine Beschäftigung aufgenommen, ist das Erscheinungsbild als Student nicht gegeben. Daher besteht keine Versicherungsfreiheit im Rahmen der „Sonderregelung für Werkstudenten“.

Wird nach einem Urlaubssemester, in dem in Vollzeit gearbeitet wurde, die Arbeitszeit wieder auf 20 Wochenstunden reduziert, tritt Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung wieder ein.

Diplomarbeit im Betrieb

Die Diplomarbeit ist die Abschlussarbeit unmittelbar vor den Diplomprüfungen. Da Unternehmen oftmals Interesse an den inhaltlichen Ergebnissen dieser Arbeiten haben, werden den Studenten zur Anfertigung ihrer Diplomarbeit die betrieblichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Gegenstand einer Diplomandenvereinbarung ist regelmäßig, dass die Diplomarbeit zur weiteren Verwendung dem Unternehmen überlassen wird. Personen, die sich allein zur Erstellung der Diplomarbeit in einen Betrieb begeben und in dieser Zeit neben der Diplomarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringen, gehören nicht zu den abhängig Beschäftigten; dies gilt auch dann, wenn ein finanzieller Zuschuss gezahlt wird. Gleiches gilt, wenn Absolventen eines Bachelor- oder Masterstudiengangs während der Zeit im Betrieb neben ihrer Abschlussarbeit keine für den Betrieb verwertbare Arbeitsleistung erbringen.

Stand 1.1.2018

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