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Studenten und Praktikanten

Praktikanten

Für die versicherungsrechtliche Beurteilung ist es entscheidend, ob es sich um Aktivitäten im Rahmen betrieblicher Berufsbildung handelt oder ob im Zusammenhang mit einer schulischen Ausbildung praktische Kenntnisse in einem Unternehmen vermittelt werden sollen.

Der Erwerb beruflicher Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen im Rahmen betrieblicher Berufsbildung gilt als Beschäftigung im Sinn der Sozialversicherung. Praktika, die dazu dienen, Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen in Betrieben zu erlangen, unterliegen daher grundsätzlich nach den jeweiligen Vorschriften für die einzelnen Sozialversicherungszweige der Versicherungspflicht. Praktikanten im Sinn der Sozialversicherung sind Personen, die sich im Zusammenhang mit einer schulischen Ausbildung praktische Kenntnisse in einem Unternehmen aneignen, die der Vorbereitung, Unterstützung oder Vervollständigung der Ausbildung für den künftigen Beruf dienen.

Vorgeschriebene Praktika

Bei einem vorgeschriebenen Praktikum ist in einer Studien- oder Prüfungsordnung festgelegt, ob ein Praktikum abzuleisten ist. Außerdem ist dort geregelt, in welcher Form und in welchem Umfang das Praktikum absolviert werden muss. Die Verpflichtung zur Ableistung des Praktikums muss der Student nachweisen. Bei einem vorgeschriebenen Praktikum gelten die Regelungen über versicherungsfreie geringfügige Beschäftigungen nicht. Vorgeschriebene Praktika zählen als betriebliche Berufsbildung.

Ein vorgeschriebenes Vor- bzw. Nachpraktikum wird außerhalb der Studienzeit absolviert; der Praktikant ist in dieser Zeit also nicht immatrikuliert. Bekommt der Praktikant in dieser Zeit ein Arbeitsentgelt, wird er grundsätzlich versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Ist der Praktikant während des vorgeschriebenen Vor- bzw. Nachpraktikums aus Gründen, die in der Organisation des Studiums liegen, bereits immatrikuliert, ist dieses Vor-/​Nachpraktikum wie ein Zwischenpraktikum zu behandeln.

Erhalten Praktikanten im vorgeschriebenen Vor- bzw. Nachpraktikum kein Arbeitsentgelt, sind sie dennoch versicherungspflichtig in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Versicherungsfreiheit wegen Vorliegens einer geringfügigen Beschäftigung kommt auch in diesen Fällen nicht in Betracht; es handelt sich um eine Beschäftigung im Rahmen betrieblicher Berufsbildung. Die Beitragsberechnung (Beitragsgruppe „0110“, Personengruppe „105“) erfolgt aus fiktivem Arbeitsentgelt. Dazu werden 1 Prozent der Bezugsgröße, also 30,45 Euro in den alten bzw. 26,95 Euro in den neuen Bundesländern, als Arbeitsentgelt zugrunde gelegt.

Kranken- und Pflegeversicherungspflicht kommen dagegen nur in Betracht, sofern nicht eine anderweitige Vorrangversicherung besteht (z. B. Familienversicherung).

Bei Versicherungspflicht muss der Praktikant die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (wie bei der Krankenversicherung der Studenten) selbst zahlen.

Bei einem vorgeschriebenen Zwischenpraktikum ist der Praktikant als Student an einer Universität, Hochschule, Fachhochschule oder Fachschule immatrikuliert. Es besteht Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungsfreiheit.

Die Dauer, Arbeitszeit und das Arbeitsentgelt sind unerheblich.

Nicht vorgeschriebene Praktika

Besteht für den Praktikanten keine Verpflichtung zum Nachweis des Praktikums, macht er es also freiwillig, handelt es sich um ein nicht vorgeschriebenes Praktikum.

Wird ein solches Praktikum außerhalb der Immatrikulation, also als Vor- bzw. Nachpraktikum, absolviert, gelten keine Sonderregelungen. Diese Praktika zählen nicht zu den Beschäftigungen im Rahmen der betrieblichen Berufsbildung; somit ist Versicherungsfreiheit als geringfügig Beschäftigter möglich. Ansonsten besteht grundsätzlich Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Bei einem nicht vorgeschriebenen Zwischenpraktikum besteht in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung Versicherungsfreiheit, wenn Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden (20 Stunden/​Woche). Entgeltgrenzen gelten nicht. Bei einem Arbeitsentgelt von nicht mehr als 450 Euro ist ein Minijob möglich.

In der Rentenversicherung gelten ebenfalls keine besonderen Regelungen. Handelt es sich um einen Minijob, fallen bei Zwischenpraktikanten keine pauschalen Beiträge an.

Übersicht: Nicht vorgeschriebene Zwischenpraktika – Beitrags- und Personengruppen
Über­sicht: Nicht vor­ge­schrie­be­ne Zwi­schen­prak­ti­ka – Bei­trags- und Per­so­nen­grup­pen
Stun­denAEBei­trags­grup­pePG
KVRVALVPV
≤ 450 €6/01/000109
> 20> 450 €1111101
≤ 20> 450 €0100106

AE = Arbeitsentgelt
KV = Krankenversicherung
RV = Rentenversicherung
ALV = Arbeitslosenversicherung
PV = Pflegeversicherung
PG = Personengruppe

Nur unfallversicherungspflichtig Beschäftigte

Nicht versicherungspflichtige Praktikanten, die ausschließlich als Beschäftigte im Sinn der Unfall­versicherung gelten, müssen Arbeit­geber bei der Einzugsstelle melden – mit dem Personen­gruppen­schlüssel „190“. Dies gilt allerdings nur dann, wenn sie unfall­versicherungs­pflichtiges Arbeits­entgelt erzielen.

Praktika von Fach(ober)schülern

Zu den ordentlichen Studierenden zählen auch die Schüler von Fachschulen. Für die versicherungs­rechtliche Beurteilung dieser Praktika sind die oben beschriebenen Grundsätze analog anzuwenden.

In den Fachoberschulen werden Schüler mit Realschul­abschluss oder einer gleich­wertigen Ausbildung innerhalb von zwei Jahren auf die Fach­hochschul­reife vorbereitet. Während des ersten Ausbildungs­jahres wird eine fach­praktische Ausbildung durchgeführt. Diese fachpraktische Ausbildung ist als Bestandteil der Gesamt­ausbildung an der Fach­oberschule zu beurteilen. Hierbei überwiegt der fach­theoretische Unterricht. Die Schüler der Fach­oberschulen unterliegen daher während der fach­praktischen Ausbildung nicht der Versicherungs­pflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeits­losen­versicherung.

Weitere Informationen zu den Themen:

Stand 1.1.2018

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