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Wann endet das Werkstudentenprivileg?

© Jacob Ammentorp Lund / Thinkstock
Werkstudent - Student am Arbeitsplatz

Die Beschäftigung von Werkstudenten ist für viele Arbeitgeber aufgrund der geringen Lohn­ne­ben­kos­ten und der flexiblen Ein­satz­mög­lich­kei­ten interessant. Eine Voraus­set­zung hierfür ist, dass das Studium noch nicht beendet ist. Das klingt einfach, ist in der Praxis aber nicht ohne Tücken.

 

Studenten, die neben ihrem Vollzeitstudium bei einem Arbeitgeber mehr als geringfügig arbeiten, sind als Werkstudenten zwar ren­ten­ver­si­che­rungs­pflich­tig, jedoch in der Kran­ken-, Pflege- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung versicherungsfrei. Um dieses „Privi­leg“ nutzen zu können, muss das Studium allerdings im Vordergrund stehen. Das bedeu­tet: Das Studium nimmt die überwiegende Zeit und Arbeitskraft des Studenten in An­spruch. Deshalb ist unter anderem auch die Anzahl der Wochenstunden für Werk­stu­den­ten auf grundsätzlich 20 Stunden begrenzt.

 

Betriebe dürfen Studenten in dieser Form allerdings nur so lange beschäftigen, bis das Studium offiziell abgeschlossen ist. Doch wann endet das Studium im Sinne des Werk­stu­den­ten­pri­vi­legs?

 

Fall 1:

Das Studium wird abgebrochen, unterbrochen oder in sonstigen Fällen durch Ex­ma­tri­ku­la­ti­on ohne Prüfung beendet. In diesen Fällen endet das Studium mit dem Tag der Ex­ma­tri­ku­la­ti­on.

 

Fall 2:

Das Studium wird regulär abgeschlossen. Der Studierende hat die von der Hochschule für den jeweiligen Studiengang vorgesehene letzte Prüfungsleistung, etwa die Diplomprüfung oder die Abgabe der Bachelor- oder Masterarbeit, erbracht. In diesen Fällen endet das Stu­dium nicht mit dem Datum der letzten Prüfungsleistung, sondern mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis der Prüfungsleistung offiziell schriftlich un­ter­rich­tet wurde (siehe Beispiel). Damit ist der Zugang des per Briefpost vom Prü­fungs­amt über­mit­tel­ten vorläufigen Zeugnisses gemeint. Das zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise im Rahmen einer Abschlussfeier, überreichte endgültige Zeugnis ist in diesem Zu­sam­men­hang genauso ohne Bedeutung wie die Tatsache, dass der Student noch bis zum Se­mes­ter­en­de eingeschrieben ist.

Beispiel:

Ein Student arbeitet seit Jahren als Werkstudent. Am 12.07.2018 erhält er vom Prü­fungs­amt die schriftliche Mitteilung über seine Prüfungsergebnisse. Bis zum Se­mes­ter­ende am 30.09.2018 bleibt er an der Universität eingeschrieben und übt auch bis zu diesem Zeitpunkt seine Beschäftigung weiter aus. Das Werkstudentenprivileg endet am 31.07.2018. Für die Zeit vom 01.08. bis zum 30.09.2018 besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung Versicherungspflicht. Der Arbeitgeber meldet den Werkstudenten zum 31.07.2018 mit der Personengruppe (PGR) 106 und dem Beitragsgruppenschlüssel (BGS) 0100 ab und gleichzeitig mit der PGR 101 und dem BGS 1111 für die Zeit vom 01.08. bis 30.09.2018 an.

Verschiedene Mitteilungsformen beeinflussen das Studienende

Neben der schriftlichen Unterrichtung durch das Prüfungsamt gibt es in der Praxis – je nach Hochschule – auch andere Formen, die Prüfungsergebnisse mitzuteilen. Eine Mit­tei­lung über die Prüfungsergebnisse liegt bereits vor, wenn das Prüfungsamt den Stu­die­ren­den über die Abholmöglichkeit des Zeugnisses schriftlich informiert hat. Erfolgt diese Infor­ma­ti­on aus­schließ­lich per E-Mail, ist hilfsweise auch der Eingang der E-Mail als Zeit­punkt der Un­ter­rich­tung anzuerkennen. Für die Beurteilung der Beendigung des Stu­den­ten­sta­tus ist die zeitlich erste Mitteilung des Prüfungsamts über das Gesamtergebnis maßgeblich.

 

In den Fällen, in denen ein Zeugnis nur auf Antrag des Studenten ausgestellt wird, etwa wenn die Möglichkeit besteht, das Zeugnis online über ein Hochschulportal abzurufen, gilt dessen Ausfertigungszeitpunkt. Damit eine späte Antragstellung den Stu­den­ten­sta­tus nicht hinausschiebt, endet dieser spätestens zum Ende des Semesters, in dem die letzte Prü­fungs­leis­tung erbracht wurde.

Nachweispflicht des Arbeitgebers

Im letzten Semester sollte neben der Studienbescheinigung auch immer ein Nachweis des Prüfungsamts über die Mitteilung der Prüfungsergebnisse beziehungsweise der Ab­hol­mög­lich­keit des Zeugnisses zu den Entgeltunterlagen genommen werden.

Stand: 12.3.2018

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