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Häusliches Arbeitszimmer im Fokus der Rechtsprechung

© Thinkstock / AnaBGD
Homeoffice - Frau im Büro

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer können bis zu 1.250 Euro jährlich vom Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das gilt für den Fall, dass für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Zuletzt gab es einige entscheidende Urteile zum häuslichen Arbeitszimmer. Die Urteile werden von der Finanzverwaltung akzeptiert (vgl. BMF-Schreiben vom 6.10.2017 IV C 6 – S 2145/07/10002:019, BStBl. I 2017 Seite 1320):

Aufteilung/Verdoppelung des Höchstbetrags:

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass mehrere Personen, die ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam nutzen, hierfür jeweils bis zu 1.250 Euro als Aufwendungen geltend machen können (BFH-Urteil vom 15. Dezember 2016 VI R 53/12). Der Höchstbetrag ist danach personenbezogen zu sehen. Diese Konstellation wird bei Ehepaaren in Betracht kommen, die ein Arbeitszimmer gemeinsam nutzen.

Beispiel

A und B sind miteinander verheiratet. Sie sind beide Außendienstmitarbeiter einer Handelskette. Ihr Arbeitgeber hat ihnen keinen Arbeitsplatz in der Firma zur Verfügung gestellt. Sie nutzen ein Arbeitszimmer in ihrer neuen Eigentumswohnung gemeinsam als Arbeitszimmer. Die jährlichen Kosten des Zimmers belaufen sich auf insgesamt 2.600 Euro. A und B können jeweils 1.250 Euro als Werbungskosten geltend machen.

Bei beruflich veranlassten zwei Wohnungen kann laut BFH nur ein Höchstbetrag von 1.250 Euro geltend gemacht werden. Der personenbezogene Höchstbetrag begrenzt den Abzug von Aufwendungen auch bei der Nutzung von mehreren häuslichen Arbeitszimmern in verschiedenen Haushalten auf 1.250 Euro (BFH v. 9. Mai 2017 VIII R 15/15). Auch das Zusammentreffen mehrerer Einkunftsarten führt nach Auffassung des BFH nicht zur Vervielfältigung des Abzugsbetrags von 1.250 Euro (BFH v. 16. Juli 2014 X R 49/11).

Arbeitszimmer als Mittelpunkt der gesamten Betätigung

Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet, gibt es keinen Höchstbetrag für den Abzug. Deshalb kann ein Arbeitnehmer, der einen Heimarbeitsplatz hat und bei dem das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der Tätigkeit bildet, die Kosten für das Arbeitszimmer auch dann in voller Höhe geltend machen, wenn ihm ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bestimmt sich nach dem inhaltlichen Schwerpunkt der Tätigkeit. Sind die im Arbeitszimmer und der Firma ausgeübten Tätigkeiten qualitativ gleichwertig, liegt der Mittelpunkt der Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer, wenn der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Arbeitszeit dort tätig wird.

Beispiel

Versicherungskauffrau V steigt nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben ein. Ihr Arbeitgeber ist mit einem Heimarbeitsplatz einverstanden. Sie arbeitet drei Tage in der Woche von zu Hause aus. An zwei Tagen ist sie im Büro. Das häusliche Arbeitszimmer stellt für V den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit dar. Sie kann die Aufwendungen für ihr häusliches Arbeitszimmer ohne betragsmäßige Beschränkung von der Steuer abziehen.

Kostenermittlung

Die auf ein häusliches Arbeitszimmer entfallenden, als Werbungskosten abziehbaren Aufwendungen sind grundsätzlich nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmers zu der Wohnfläche der Wohnung (einschließlich des Arbeitszimmers) zu ermitteln. Bei einem Arbeitszimmer im Keller gilt folgender Maßstab: Arbeitszimmerfläche im Verhältnis zur Gesamtfläche Wohnung plus Kellerbüro. Betroffene Aufwendungen sind unter anderem Miete, Gebäudeabschreibung (AfA), Schuldzinsen, Wasser- und Energiekosten, Reinigungskosten, Grundsteuer, Müllabfuhrgebühren, Schornsteinfegergebühren, Gebäudeversicherung, Renovierungskosten, Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers, zum Beispiel Tapeten, Teppiche, Fenstervorhänge, Gardinen und Lampen. 

Arbeitsmittel sind auf jeden Fall begünstigt

Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Schreibtisch, Bücherschrank, Regal oder Bürostuhl sind auf jeden Fall abzugsfähig, auch wenn das Arbeitszimmer nicht anerkannt werden sollte.

Stand: 27.11.2017

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