AOK Logo
AOK
Wählen Sie Ihre AOK
Baden-Württemberg Bayern Bremen-Bremerhaven Hssen Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Berlin Brandenburg Schleswig-Holstein Westfalen-Lippe Thüringen Sachsen Rheinland-Pfalz Saarland HamburgRheinland Sachsen-Anhalt
Willkommen bei Ihrer AOK für Unternehmen
Schrift anpassen: A-AA+

Pfadnavigation

Hauptinhalt

Selbst getragene Aufwendungen für den Firmenwagen

© Thinkstock/bunyarit
Firmenwagenüberlassung

BFH-Rechtsprechung und Umsetzung durch die Finanzverwaltung 

Grundsätze der BFH-Rechtsprechung

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinen Urteilen vom 30. November 2016 entschieden, dass ein vom Arbeitnehmer an den Arbeitgeber gezahltes Nutzungs­entgelt den vom Arbeitnehmer zu versteuernden Nutzungs­wert auf der Einnahmen­seite grundsätzlich mindert und ein den Nutzungs­wert übersteigender Betrag weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungs­kosten führt. Der BFH vertritt zudem die Auffassung, dass auch im Rahmen der privaten Nutzung vom Arbeitnehmer selbst getragene (laufende) individuelle Kraftfahrzeugkosten (z. B. Treibstoffkosten) bei der pauschalen Nutzungswert­methode den Nutzungswert auf der Einnahmen­seite mindern. Es war zunächst unklar, ob die Finanzämter die vom Bundes­finanzhof aufgestellten Grundsätze akzeptieren würden. Nach dem Schreiben des Bundesfinanz­ministeriums vom 21. September 2017 sind die Urteile über den jeweils entschiedenen Einzelfall hinaus entsprechend den nachfolgenden Regelungen in allen offenen Fällen anzuwenden.

Pauschale Nutzungswertmethode

Der geldwerte Vorteil aus der Bereitstellung eines Dienstwagens ist monatlich pauschal mit 1 Prozent des inländischen Listen­preises zum Zeitpunkt der Erstzu­lassung zuzüglich der Kosten für Sonderaus­stattungen einschließlich der Umsatz­steuer zu bewerten. Wird der geldwerte Vorteil aus der Nutzung eines Firmen­wagens zu privaten Fahrten typisierend nach der Ein-Prozent-Regelung ermittelt, so ist der Vorteil grundsätzlich um monatlich 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeits­stätte zu erhöhen, wenn das Fahrzeug auch für Fahrten zur Arbeitsstelle genutzt werden kann.

Beispiel

Der Arbeitgeber hat seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur Privatnutzung überlassen und den Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung bewertet. In der Nutzungs­überlassungs­vereinbarung ist geregelt, dass der Arbeitnehmer die gesamten Treibstoffkosten zahlt. Die Folge: Die Kostenübernahme durch den Arbeitnehmer ist aufgrund der Neuregelung ein den Vorteil minderndes Nutzungs­entgelt, sodass der Arbeitnehmer weniger Steuern zahlen muss.

Individuelle Nutzungswertmethode (Fahrtenbuchmethode)

Statt des pauschalen Nutzungswerts können die auf die außerdienstlichen Fahrten entfallenden tatsächlichen Aufwendungen als individueller Nutzungs­wert angesetzt werden. Diese Bewertungs­methode setzt den Nachweis der tatsächlichen Kraftfahrzeug­kosten (Gesamtkosten) und die Führung eines ordnungs­gemäßen Fahrten­buchs voraus. Werden danach die außerdienstlichen und die dienstlichen Fahrten nachgewiesen, kann der auf die außerdienstliche Nutzung entfallende Anteil an den Gesamt­kosten konkret ermittelt werden.

Bei der Fahrtenbuch­methode fließen vom Arbeit­nehmer selbst getragene individuelle Kosten grundsätzlich nicht in die Gesam­tkosten ein und erhöhen damit nicht den individuellen Nutzungswert. Zahlt der Arbeitnehmer ein pauschales Nutzungs­entgelt, ist der individuelle Nutzungswert um diesen Betrag zu kürzen. Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn bei der Fahrtenbuch­methode vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten doch in die Gesamt­kosten einbezogen und wie bei der pauschalen Nutzungs­wertmethode als Nutzungsentgelt behandelt werden.

Beispiel

Der Arbeitgeber hat seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur Privatnutzung überlassen und den Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode bewertet. In der Vereinbarung ist geregelt, dass der Arbeitnehmer die gesamten Treibstoff­kosten zu zahlen hat. Diese betragen 3.000 Euro. Die übrigen vom Arbeitgeber getragenen Kraftfahrzeug­kosten betragen 7.000 Euro. Auf die Privat­nutzung entfällt ein Anteil von 10 Prozent. Der individuelle Nutzungswert ist wie folgt zu ermitteln:

Lösung A: Die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten fließen nicht in die Gesamt­kosten des Kraftfahr­zeugs ein. Es handelt sich auch nicht um ein Nutzungs­entgelt. Anhand der (niedrigeren) Gesamtkosten ist der individuelle Nutzungswert zu ermitteln (10 Prozent von 7.000 Euro = 700 Euro). Ein Werbungs­kosten­abzug in Höhe von 2.700 Euro (90 Prozent von 3.000 Euro) ist nicht zulässig.

Alternativlösung B: Die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten fließen in die Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs ein. Es handelt sich um ein Nutzungsentgelt in Höhe von 3.000 Euro. Anhand der Gesamtkosten ist der individuelle Nutzungswert zu ermitteln (10 Prozent von 10.000 Euro = 1.000 Euro). Dieser Nutzungswert ist um das Nutzungsentgelt bis auf 0 Euro zu mindern. Der den Nutzungswert übersteigende Betrag in Höhe von 2.000 Euro führt nicht zu Werbungskosten.

Stand: 21.11.2017

Marginalinhalt

Mitglied werden!

Welcome to AOK

Ihre AOK vor Ort

gesundes unternehmen

Titelmotiv gesundes unternehmen 2/2018

Das Firmenkunden-Magazin der AOK.

PRO online

Datenbank Pro online

Die Personalrechts-Datenbank für das Sozial-, Arbeits- und Steuerrecht.