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© Wavebreakmedia Ltd / Thinkstock
Verschiedene Ärzte in einer Pausensituation

Bei anerkannten Flüchtlingen sind keine Besonderheiten zu berücksichtigen. Sie dürfen jede Beschäftigung aufnehmen. Anders ist es bei Asylsuchenden mit Aufenthaltsgestattung und Personen mit Duldung. Diese können ab dem vierten Monat, den sie sich in Deutschland aufhalten, eine Beschäftigungserlaubnis für eine konkrete Beschäftigung beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) prüft zunächst, ob Ablehnungsgründe vorliegen. So soll er nicht zu schlechteren Arbeitsbedingungen beschäftigt werden als ein vergleichbarer Arbeitnehmer.

Während der ersten 15 Monate des Aufenthalts erfolgt grundsätzlich eine sogenannte Vorrangprüfung durch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit. Diese gewährleistet, dass es für die entsprechende Stelle keinen geeigneten EU- oder deutschen Bewerber gibt. Außerdem muss die Ausländerbehörde die Erwerbstätigkeit genehmigen.

Eine kurzfristige Beschäftigung ist nicht möglich, da immer Berufsmäßigkeit vorliegt. Allerdings ist eine geringfügige Beschäftigung möglich.

Zeitplan bei Aufenthaltsgestattung und Duldung:

  • In der Zeit vom 1. bis zum 3. Monat befinden sich die Personen in der Zugangsfrist und dürfen grundsätzlich nicht arbeiten – eine Arbeitserlaubnis darf hier nicht erteilt werden (Dieser Zeitraum wird ggf. verlängert bei einem längeren Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung).
  • Vom 4. Monat an können Asylbewerberinnen und -bewerber und Geduldete in vielen Teilen Deutschlands (mit Ausnahme einiger Regionen) ohne Vorrangprüfung eine Arbeit aufnehmen. Anders als bisher wird nicht mehr bis zum 16. Monat überprüft, ob für den konkreten Arbeitsplatz ein deutscher oder EU-freizügigkeitsberechtigter Arbeitnehmer zur Verfügung steht.
  • Ab dem 16. Monat ist der Arbeitsmarkt in ganz Deutschland ohne Vorrangprüfung offen. Immer dann, wenn keine Vorrangprüfung erfolgt, ist auch eine Tätigkeit als Leiharbeitnehmer möglich. Es erfolgt jedoch eine Prüfung der vergleichbaren Arbeitsbedingungen, auch in Zeitarbeitsfirmen. 
  • Ab dem 49. Monat ist keine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (BA) mehr erforderlich; aber weiterhin die der Ausländerbehörde. Für Fachkräfte und bei Ausbildung gilt ein erleichterter Arbeitsmarktzugang.

Asylbewerber und Geduldete benötigen immer eine Arbeitserlaubnis, die durch die jeweils zuständige kommunale Ausländerbehörde erteilt wird. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) prüft jedoch die vergleichbaren Arbeitsbedingungen, auch in Zeitarbeitsfirmen (keine Benachteiligung gegenüber inländischen Arbeitnehmern).

Ob auf die Vorrangprüfung der Bundesagentur für Arbeit im Genehmigungsverfahren der Ausländerbehörde verzichtet wird ist regional unterschiedlich. Auskunft gibt hier im Zweifel die zuständige Agentur für Arbeit bzw. die Ausländerbehörde. Die Ausländerbehörde leitet bei Beantragung einer Arbeitsgenehmigung jeweils die notwendigen Schritte teils automatisiert ein.

Merke: Die Ausländerbehörde ist der hier immer der erste Ansprechpartner!

In jedem Fall ohne Vorrangprüfung können Asylbewerber oder Geduldete arbeiten, die:

  • die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU (http://www.aok-business.de/fachthemen/zuwanderung/suchen-und-finden/nicht-eu-staat/arbeiten-in-deutschland/blaue-karte-blue-card) in Mangelberufen erfüllen (Hochschulabschluss und Tätigkeit in Mangelberufen wie IT, Ingenieure, Ärzte u.v.m.) oder
  • Fachkräfte mit anerkannter, qualifizierter Berufsausbildung in Engpassberufen sind oder
  • eine praktische Tätigkeit zur Anerkennung ihrer Berufsqualifikation ausüben oder
  • sich bereits 15 Monate in Deutschland aufhalten.

Komplett zustimmungsfrei - und damit ebenfalls ohne Vorrangprüfung und ohne Prüfung der Arbeitsbedingungen - können Asylbewerber und Geduldete u.a. arbeiten, wenn sie eine Berufsausbildung aufnehmen oder einer Beschäftigung nachgehen, die die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU erfüllt. 

Im Weiteren ist nach 4 Jahren Aufenthalt jede Beschäftigung zustimmungsfrei durch die Bundesagentur für Arbeit.

Eine Tätigkeit als Leiharbeitnehmer ist ebenso für Asylbewerber und Geduldete erlaubt, wenn für die ausgeübte Beschäftigung keine Vorrangprüfung erfolgt. Leiharbeit ist demnach nach Ablauf der Zugangsfrist von drei Monaten in den meisten Regionen oder bei den genannten Beschäftigungen als Fachkraft und generell nach einem Aufenthalt von 15 Monaten möglich.

Von der Bundesagentur für Arbeit gibt es dazu das Merkblatt „Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland“ (PDF - 230 KB) und die Broschüre „Potenziale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ (PDF - 2 MB).


Stand: September 2017

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