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Betriebliche Unterstützung gegen die Sucht

© KatarzynaBialasiewicz / Thinkstock
Alkoholsucht - Mann mit Glas

Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit. Betroffene Mitarbeiter brauchen Unterstützung – gerade auch aus ihrem sozialen Umfeld. Kollegen und Arbeitgeber spielen hier eine wichtige Rolle.

Alkohol ist eine Volksdroge, gesellschaftlich anerkannt und weit verbreitet. Wer nie oder nur ausnahmsweise trinkt, weil ihm Alkohol vielleicht nicht schmeckt oder weil er keinen Rausch erleben will, der muss sich oft recht­fer­ti­gen, gerade in geselligen Runden am Wochenende oder auf Partys. Alkohol ist überall einfach zu bekommen und sein Kon­sum wird von vielen Menschen nicht als Pro­blem angesehen. Genau das macht die Droge aber so gefährlich, sagen Experten von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Schätzungen zufolge haben rund 14 Prozent der Deutschen in den letzten 30 Tagen Alkohol in riskanten Mengen getrunken, also mehr als 24 Gramm pro Tag. Das entspricht etwa drei Gläsern Sekt oder zwei Gläsern Bier. Auch am Ar­beits­platz ist Alkohol und der Umgang damit ein wichtiges Thema.

Rund 5 Prozent der Arbeitnehmer abhängig

Wie viele alkoholabhängige Arbeitnehmer es gibt, lässt sich nur schätzen – aktuelle, ver­läss­li­che Studien dazu liegen nicht vor. Die DHS geht aber davon aus, dass etwa 5 Pro­zent aller Arbeitnehmer alkoholkrank sind. Bei den Führungskräften sind es übri­gens dop­pelt so viele. Gerade am Arbeitsplatz kann die Sucht verheerende persönliche und wirt­schaft­liche Folgen haben. Abhängige fehlen besonders häufig, im Schnitt innerhalb von drei Jahren an 189 Ta­gen. Besonders betroffen sind 40‑ bis 50‑Jährige. Wer über­mäßig viel trinkt, leistet auto­ma­tisch weniger, ist nicht mehr so zuverlässig und die Mo­tivation lässt nach. Gleichzeitig hat die Alkoholkrankheit schwere körperliche Folgen: Sie schädigt Leber, Bauchspeicheldrüse und das Nervensystem, kann Krebs, Geschwüre, Herz­rhyth­mus­störungen auslösen. Dazu kom­men die sozialen Folgen, nicht nur am Ar­beits­platz, sondern auch im privaten Bereich. Viele Alkoholkranke verlieren einen großen Teil ihres Freundeskreises.

Eine Alkoholkrankheit kann viele Ursachen haben. So ist inzwischen nachgewiesen, dass Kinder und Jugendliche, deren Eltern alkoholkrank sind, später im Vergleich zu anderen etwa drei‑ bis viermal häufiger selbst süchtig werden. Grund dafür ist zum einen die Ge­ne­tik, wobei noch nicht gänzlich erforscht ist, inwiefern Alkoholsucht vererbt wird. Zum an­de­ren eignen sich viele Kinder Gewohnheiten ihrer Eltern später an.

Forscher des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) haben im Rahmen des Fehlzeiten-Reports herausgefunden, dass Mitarbeiter, die aufgrund einer Alkoholsucht arbeitsunfähig sind, etwa dreimal so lange fehlen wie andere. Und: Fast ein Viertel aller Alkoholkranken wird vorzeitig pensioniert oder verliert den Arbeitsplatz, pro Jahr rund 8.500 Angestellte.

In vielen Fällen vermindert Alkohol die Aufmerksamkeit, senkt Seh- und Re­ak­tions­ver­mö­gen und führt zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Arbeitgeber, deren Angestellte Fahr­zeu­ge steuern, an großen Maschinen oder Motoren arbeiten, sollten deshalb be­son­ders genau hinsehen, ob ihre Mitarbeiter alkoholkrank sind. Die DHS hat einige Anzeichen veröffentlicht, auf die Führungskräfte besonders achten sollten:

  • Häufiges, unentschuldigtes Fehlen
  • Überengagierte Phasen wechseln sich mit leistungsschwachen Phasen ab.
  • Unkonzentriertes, fahriges oder nervöses Verhalten, besonders in Pausen oder kurz vor Feierabend
  • Aggressivität ohne nachvollziehbaren Anlass
  • Kritik wird besonders emotional und persönlich aufgefasst.
  • Kollegen und Vorgesetzte werden um finanzielle Unterstützung gebeten.
  • Gleichgewichtsstörungen beim Gehen
  • Zitternde Hände
  • Ungepflegtes Erscheinungsbild oder übermäßig starkes Make-up

Wer glaubt, ein Kollege habe ein Alkoholproblem, sollte zunächst das Gespräch mit dem Betroffenen suchen. Im ersten Schritt geht es vor allem darum, gemeinsame Lösungen zu finden und Betroffenen Unterstützung anzubieten. Die DHS rät, ein solches Gespräch nicht alleine zu führen, sondern einen Kollegen oder den Betriebsrat dazuzuholen.

Suchtprävention im Betrieb

Die AOK unterstützt Sie mit Maßnahmen zur betrieblichen Suchtprävention. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Unternehmen sollten den Alkoholkonsum im Betrieb auf ein abso­lu­tes Minimum beschränken oder am besten komplett verbieten. Somit ver­rin­gert sich das Risiko am Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite ist es wichtig, die Mit­ar­beiter zu fördern, damit diese ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Umgang mit Alkohol (und an­de­ren Suchtmitteln) entwickeln. Erkundigen Sie sich bei Ihrem AOK-Experten für Be­trieb­li­che Gesundheitsförderung nach den Maßnahmen oder informieren Sie sich online – etwa im Handlungsleitfaden „Suchtprobleme mit Mitarbeitern“.

Stand: 2/2017

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