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Selbsttest - Gesunde Fehlerkultur

© gpointstudio / Thinkstock
Arbeitssicherheitsbeauftragte spricht mit Bauarbeiter

Ob Missgeschick, Fehltritt, Irrtum oder Panne – wenn Mitarbeitern ein Fehler unterläuft, spielt der konstruktive Umgang der Führungskräfte damit eine zentrale Rolle.

Menschen machen Fehler. Wenn Betriebe diese erste Einsicht akzeptiert haben, ist der Aufbau einer gesunden Fehlerkultur im Unternehmen einfacher. Die kann sogar helfen, eine gesündere Arbeitsatmosphäre zu schaffen und den Umsatz zu steigern. Dass Fehler nicht nur Risiken, sondern auch Potenziale bieten können, ist in deutschen Betrieben und Organisationen jedoch längst noch nicht überall angekommen. So hat jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland Angst, einen Fehler zuzugeben, weil er Sanktionen fürchtet. Und 62 Prozent der Befragten einer Erhebung der Talent- und Karriereberatung Rundstedt gaben an, dass ihr Vorgesetzter eigene Fehler nicht offen eingestehe. Ziel einer gesunden Fehlerkultur ist jedoch ein offener Umgang, denn nur wenn Mitarbeiter und Führungskräfte ohne Angst über ihre Fehler sprechen, können sie analysiert und in Zukunft vermieden werden. Eine gesunde Fehlerkultur fördert zudem das Ausprobieren von neuen Prozessen und Abläufen, was ein Unternehmen wirtschaftlich und persönlich weiterentwickeln kann. Denn Fehler können Innovationen hervorrufen, die einen Stillstand des Unternehmens verhindern. Prof. Dr. Michael Frese von der Leuphana Universität Lüneburg hat eine weltweite Studie zu Fehlertoleranz durchgeführt. Dabei belegt Deutschland den vorletzten Platz.

Herr Professor Frese, wie entsteht eigentlich eine Fehlerkultur in Betrieben?

Einen großen Einfluss auf die Fehlerkultur hat die Geschäftsführung eines Unternehmens. Sie steuern mit ihrem Handeln die Prozesse eines Unternehmens und stärkt die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt jedoch auch branchenspezifische Unterschiede. So ist den Softwareentwicklern der App-Industrie die Geschwindigkeit wichtiger als die Qualität. Die erste Version muss schnell auf den Markt gebracht werden. Das allerdings mit dem Versprechen, dass Fehler schnell korrigiert werden. Auf der anderen Seite stehen die Hochsicherheitsbranchen wie die Atomindustrie oder die Entwicklung von Düsentriebwerken – hier geht die Fehlertoleranz gegen Null. Aber egal in welcher Branche: Fehler passieren und dann wissen Unternehmen oftmals nicht, wie sie damit umgehen sollen. 

Können Sie ein Beispiel geben?

Das beste aktuelle Beispiel ist VW. Das Management konnte überhaupt nicht mehr mit den Fehlern umgehen, die Volkswagen produziert hatte. Es ist ein gutes Beispiel für eine Kombination aus Fehlern und Übertretung von Regeln. Das zeigt sich bei allen größeren Katastrophen, wie Tschernobyl oder auch der Ölkatastrophe bei BP. Im Zuge des Umgangs mit diesen Fehlern werden dann meist noch tiefergehende Fehler – oft Kommunikationsfehler - gemacht. 

Was empfehlen Sie dem deutschen Mittelstand?

Auf jeden Fall sollten deutsche Betriebe die Existenz von Fehlern akzeptieren. Am wichtigsten ist es über Fehler zu sprechen. Nur dann entsteht für den Betrieb ein Lerneffekt, der hilft, die potentiell negativen Effekte eines Fehlers zu managen, auch nachdem der Fehler bereits aufgetreten ist.

Wie Fehlertolerant sind Sie?

Der Selbsttest der AOK verrät es Ihnen. 

Stand: 4/2017

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