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DRK Altenhilfezentrum Königsgruber Park in Wanne-Eickel

Mithalten-Standhalten in der Pflege

Unternehmen

Das Altenhilfezentrum Königsgruber Park ist eine Institution des DRK Kreisverbandes Herne und Wanne-Eickel e.V. Insgesamt betreut das Altenhilfezentrum 89 Bewohner in drei Wohnbereichen.

Ausgangssituation und Rahmenbedingungen

Das DRK Altenhilfezentrum Königsgruber Park in Herne stellt sich mit dem mit EU-Mitteln geförderten AOK-Projekt „Mithalten-Standhalten in der Pflege“ den Herausforderungen der Zukunft. Dass ein hoher Qualitätsstandard für die Bewohnerinnen und Bewohner nur mit „guten“ Arbeitsbedingungen zu meistern ist, ist für das DRK Altenhilfezentrum selbstverständlich. Im DRK Altenhilfezentrum wurde bereits vor 5 Jahren das kontinuierliche Schichtsystem eingeführt. Zum einen, weil es aus arbeitswissenschaftlicher Sicht gesünder ist - zum anderen wird es immer schwerer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für feste Nachtschichten zu rekrutieren.

Dennoch überprüften die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen des Projekts, ob sich eine Umstellung auf Dauernachtwachen, also eine Rückkehr zum alten Modell, mit der derzeitigen Belegschaft realisieren ließe. Lediglich 2 examinierte und 4 nicht examinierte Mitarbeiterinnen von insgesamt 49 Mitarbeiterinnen, allesamt Teilzeitkräfte, waren bereit, feste Nachtwachen zu übernehmen. Damit ist eine Rückkehr zu einem System mit festen Nachtwachen nicht machbar. Dieses Ergebnis war für viele ernüchternd aber auch wichtig, um Energien in gesundheitsförderliche und „machbare“ Handlungsfelder konstruktiv umzulenken. Dieser Prozess mündete in der Entwicklung einer Vielzahl von Vorschlägen zur Optimierung der Arbeitssituation.

Arbeitssituationserfassung und Gesundheitszirkel

Innerhalb eines Zeitraums von nur 9 Monaten wurden im DRK Altenhilfezentrum Königsgruber Park 4 bereichsbezogene Gesundheitszirkel (Pflege, Soziale Betreuung, Hauswirtschaft und Küche) und 2 Nahtstellenzirkel (Pflege-Hauswirtschaft und Pflege-Soziale Betreuung) eingerichtet. Gewählte Mitarbeiter-Vertreterinnen arbeiteten unter Moderation der AOK NORDWEST Vorschläge zur Verbesserung ihrer Arbeitssituation aus.

Die Grundlage für die Gesundheitszirkelarbeit bildete eine Arbeitssituationserfassung (mündliches Gruppeninterview).

Ergebnisse

Heimleiter Norbert Jandt ist mit den Projektergebnissen sehr zufrieden: „Das Projekt führte zu Dienstplanveränderungen, Entfristung von Arbeitsverträgen, Reduzierung von Überstunden durch Freizeitausgleich, verbesserter Kommunikation zwischen Mitarbeiterinnen und Leitungen, Umgestaltung von Diensträumen, Arbeitsmitteln und Arbeitsabläufen sowie einer erhöhten Wertschätzung der Arbeit von allen.“

Im Folgenden sind einige Veränderungen konkretisiert:

  • Dienstplan, Arbeitsverträge und Stundenabbau
    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können durch spezifische Kennzeichnungen Gewichtungen ihrer „Wunsch-Frei-Termine“ vornehmen. So können zum Beispiel die Beschäftigten persönliche Anlässe oder Feiertage im Dienstplan vormerken. Darüber hinaus wurde die Regelung eingeführt, dass die Beschäftigten die unliebsamen Wochenenddienste selbst auswählen. Nebeneffekte des Diskussionsprozesses im Zusammenhang mit dem Dienstplan, sind Transparenz, Klarheit, Machbarkeit und gegenseitiger Vertrauenszuwachs. Befristete Arbeitsverträge konnten in Dauerverträge überführt werden. Durch die Einstellung von zusätzlichen Aushilfskräften konnten Überstundenanhäufungen abgebaut werden. Insgesamt war es eine Vielzahl von Mosaiksteinen, die mit dem veränderten Dienstplan zur Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit führten.
  • Verbesserte Zusammenarbeit der Berufsgruppen
    Die Aufgabenverteilung an den Nahtstellen Pflege, Hauswirtschaft und Soziale Betreuung wurde optimiert, indem zum Beispiel der Personalbedarf an die sich stets ändernden Aufgabenzuschnitte angepasst wurden. Die aufgabenbezogenen Kommunikationsprozesse verbesserten die Zusammenarbeit, das gegenseitige Verständnis und die Wertschätzung innerhalb und zwischen den verschiedenen Berufsgruppen.
  • Ergonomie
    Bei den computer-gestützten Dokumentationshilfen wurden sowohl die Anwendungsprogramme, als auch die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze optimiert. Neben kurzen Wegen erlauben die in den Wohnbereichsfluren angebrachten höhenverstellbaren Monitore, eine bedienungsfreundliche und benutzerangepasste Anwendung.
  • Dienstzimmer Pflege
    Unter Einbeziehung eines Architekten wurden die Dienstzimmer den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen angepasst. Jeder Wohnbereich erhielt zudem einen mit persönlichen Schränken ausgestatteten Umkleideraum. Dadurch konnte in den Dienstzimmern zusätzlicher Platz geschaffen und „Störungen“ bei der Arbeit reduziert werden.
  • Kurzpause
    Für die Um- bzw. Ausgestaltung des Pausenraumes hat sich eine bereichsübergreifende Arbeitsgruppe stark gemacht.

Das Projekt zeigte, dass auch in einer Einrichtung, die bereits vor Projektbeginn sehr gut „aufgestellt“ war, Arbeitsprozesse optimiert werden können.

Kontinuität und Nachhaltigkeit

Kontinuität und Nachhaltigkeit von Betrieblicher Gesundheitsförderung ist aufgrund der positiven Projektresonanz für alle Beteiligten selbstverständlich. Die Betriebliche Gesundheitsförderung wird im DRK Altenhilfezentrum Königsgruber Park im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Mitarbeitergespräche und als fester Tagesordnungspunkt der QM-Steuergruppe kontinuierlich und systematisch weitergeführt und hat ihren festen und beständigen Platz in der Einrichtung erhalten.

Marginalinhalt

Steckbrief

Branche
Sonstiges Sozialwesen

Region
Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße
85 Mitarbeiter
20 Ehrenamtliche
9 Azubis 

 

Kontakt

AOK-Ansprechpartner:
Susanne Frölich
Koordinatorin Betriebliche Gesundheitsförderung

Kontaktdaten
Telefon: 02323 - 144 300
Telefax: 02323 - 144 119
E-Mail schreiben

AOK NORDWEST
Schäferstr. 11
44623 Herne