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Daten und Fakten

Das Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit liefert für das Jahr 2008 zum zweiten Mal nach 2004 Informationen über die Anteile von Männern und Frauen in Führungspositionen von Unternehmen in Deutschland. Die wichtigsten Befunde im Überblick:

  • Über 70 % der Betriebe werden von Männern geleitet. Auf der höchsten Leitungsebene ist nur jede vierte Führungskraft eine Frau – ein Anteil, der sich seit 2004 nur minimal erhöht hat.
  • Auf der zweiten Führungsebene liegt der Frauenanteil laut dem IAB-Betriebspanel zwar um 10 Prozentpunkte höher (35 %). Dieser Wert sei aber zu relativieren, da nur 22 % der Unternehmen überhaupt über eine solche zweite Führungsebene verfügen.
  • Sowohl bezogen auf die erste als auch auf die zweite Führungsebene sind Frauen in den Chefetagen deutscher Unternehmen somit stark unterrepräsentiert. Denn über alle Branchen hinweg beträgt der Frauenanteil an allen Beschäftigte 42 %.
  • Frauen in Führungspositionen findet man häufiger in kleineren Betrieben: Bei Unternehmen mit unter zehn Beschäftigten beträgt der Anteil weiblicher Führungskräfte immerhin 27 % (erste Führungsebene), bei Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern dagegen nur ganze 9 %.
  • In Branchen mit einem hohen Frauenanteil in den Belegschaften sind auch weibliche Führungskräfte häufiger vorzufinden – so vor allem bei "sonstigen Dienstleistungen" mit einem Anteil von 40 % in der ersten und 62 % in der zweiten Führungsebene (Anteil an der Gesamtbelegschaft: 70 %) sowie in der Branche Handel und Reparatur (27 bzw. 40 %/​erste bzw. zweite Führungsebene; Anteil an allen Beschäftigten: 49 %). Doch eine Ausnahme gibt es: Im Finanzsektor arbeiten zwar auch überdurchschnittlich viele Frauen (Anteil: 53 %), auf den Chefetagen sind sie dennoch nur ganz selten zu finden (8 bzw. 23 %/​erste bzw. zweite Führungsebene).
  • Frauen sind in eigentümergeleiteten Betrieben häufiger in der ersten und zweiten Führungsebene vertreten (25 bzw. 40 %) als in managergeleiteten (18 bzw. 28 %). "Aufgrund der kompetitiven Stellenbesetzungen im Management kann dies ein Indiz für schlechtere Zugangschancen von Frauen in diesem Segment sein", heißt es hierzu in dem IAB-Bericht.

Details zum IAB-Betriebspanel 2008 (PDF-Datei, 413 KB)

Noch weitaus geringer ist der Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten von Großunternehmen, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: Lediglich 2,5 % aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen (ohne Finanzsektor) sind gegenwärtig Frauen. In den Aufsichtsräten nehmen Frauen ein Zehntel aller Sitze ein. Ähnlich die Situation im Finanzsektor: In den 100 größten Banken sind 2,6 %, in den 62 größten Versicherungen 2,8 % aller Vorstandsmitglieder Frauen. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten liegt jedoch höher als bei den Top-200-Unternehmen: 16,8 % bei den Banken und Sparkassen und 12,4 % bei den Versicherungen.

Details zur neusten DIW-Studie (PDF-Datei, 315 KB)

Redaktionsschluss: 21.07.2010

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