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Auszubildende der Generation Z

© AlexRaths / thinkstock
Auszubildende der Generation Z

Sie werden „Generation Z“ genannt, und sie werden die Arbeitswelt der Zukunft prägen: Die Auszubildenden von heute unterscheiden sich deutlich von allen anderen Generationen zuvor.
Was auf die Unternehmen zukommt und wie sie mit den neuen Auszubildenden am besten umgehen können, darüber sprach „Erfolgreich ausbilden“ mit Christian Scholz, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Direktor des Europa-Instituts, Sektion Wirtschaftswissenschaft, an der Universität des Saarlandes.

Erfolgreich ausbilden: Herr Prof. Dr. Scholz, viele Unternehmen haben sich im Ausbildungsmarketing ganz auf die Bedürfnisse der Generation Y eingestellt. Jetzt steht die Generation Z vor der Tür – und mit ihr ein ganz anderer Schlag Mensch. Worin unterscheiden sich die beiden Generationen vor allem?

Prof. Dr. Scholz: Die Generation Y reagiert stärker auf Versprechen. Sie glaubt an Fleiß und springt auf Wertevorstellungen wie „Der Mensch im Mittelpunkt“ an. Das ist bei der Generation Z ganz anders. Sie ist viel abgeklärter und realistischer, weil sie gesehen hat, was mit den Vertretern der Generation Y geschehen ist: Sie haben sich oftmals beruflich aufgerieben, ohne dass es ihnen was gebracht hätte. Ich schätze, dass 90 Prozent der üblichen Sprüche aus dem Personalmarketing nicht mehr ankommen. Sie wirken auf die neue Generation schlicht verlogen.

Erfolgreich ausbilden: Womit können Unternehmen denn heute punkten, wenn sie sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren möchten?

Prof. Dr. Scholz: Ganz entscheidend ist die strikte Trennung von Ausbildung und Privatleben. Wenn die jungen Menschen der Generation Z frei haben, dann wollen sie auch ihre freie Zeit für ihr Privatleben nutzen. Klare Termine, Abgrenzungen und Strukturen wirken ebenso positiv und verbindlich wie eine klare Aussage, was von den Auszubildenden verlangt wird.

Erfolgreich ausbilden: Welche Rolle spielen Werte für die neuen Auszubildenden?

Prof. Dr. Scholz: Die Generation Z hat durchaus ein Gefühl für Werte, die das Unternehmen lebt. Regionale Verwurzelung, etwas Öko – das kommt gut an. Doch auch hier gilt: Weniger ist mehr. Während bei der Generation Y der Wunsch ganz weit oben stand, etwas Sinnvolles zu machen und für einen verantwortungsbewussten Arbeitgeber tätig zu sein, lässt sich die Generation Z auch hier nicht mehr von Versprechen blenden. Die Kandidaten hören stattdessen ganz genau hin, wie gut die Argumente der Arbeitgeber sind.

Erfolgreich ausbilden: Die Vertreter der Generation Z werden oft als Digital Natives beschrieben – also als Menschen, die mit Computer und Internet groß geworden sind. Sollen Unternehmen jetzt am besten auch die Digitalisierung in der Ausbildung vorantreiben?

Prof. Dr. Scholz: Ich würde die Digitalisierung nicht überbewerten, sondern ganz nüchtern mit ihr umgehen: Sie ist eben da und ein Teil des Lebens. Die Auszubildenden bei Fragen nur noch googeln und Power Point-Präsentationen am Fließband erstellen zu lassen, halte ich jedoch für grundlegend falsch. Warum lassen wir sie nicht nachdenken, fünf Sätze formulieren und ein leeres Blatt Papier mit ihren Gedanken füllen? Davon haben am Ende alle mehr. Viele Arbeitgeber denken, sie seien modern, weil sie digital-innovativ sind. Ich denke, diese setzen auf das falsche Pferd. Diese Meinung ist übrigens nicht Mainstream, sondern meine ganz persönliche.

Erfolgreich ausbilden: Der Generation Z wird nachgesagt, verwöhnt, verschult und allzu sehr bemuttert zu sein. Stimmt das? Wie sollten Arbeitgeber darauf reagieren?

Prof. Dr. Scholz: Da ist etwas dran, wenngleich ich diese Befunde nicht dramatisieren würde – die jungen Menschen können ja nichts dafür, wenn ihnen die Eltern alle Sorgen abnehmen. Unternehmen sollten dieser Entwicklung nach meiner Einschätzung allerdings auf keinem Fall nachgeben. Ganz im Gegenteil: Ich würde ganz bewusst Zonen der Unsicherheit in den Arbeitsalltag integrieren, um die Auszubildenden zu fördern und zu fordern. Aber auch hier gilt: Diese Meinung ist nicht Mainstream. Denn dieser zielt eher darauf ab, die Generation Z auch während der Ausbildung zu bemuttern.

Stand: 27.11.2017

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