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Gutscheine sind Sachlohn

Wertgutschein
© Symbolwerke / Fotolia

Sachbezüge sind alle nicht in Geld bestehenden Einnahmen, die der Arbeitnehmer aufgrund seines Arbeitsverhältnisses für seine Tätigkeit erhält.

Die Abgrenzung, ob die mit einem Gutschein bezweckte Entlohnung zu Bar- oder Sachlohn führt, ist nötig, da hieran unterschiedliche steuerliche Konsequenzen geknüpft sind. Z. B. kommt bei Sachlohn unter den weiteren Voraussetzungen des § 8 Abs. 3 EStG der Rabattfreibetrag zum Tragen, der bei Barlohn nicht gewährt werden kann.

Ob Barlöhne oder Sachbezüge vorliegen, entscheidet sich danach, was der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auf der Grundlage der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen beanspruchen kann. Es kommt hingegen nach der Rechtsprechung des BFH nicht darauf an, auf welche Art und Weise der Arbeitgeber den Anspruch erfüllt und seinem Arbeitnehmer den zugesagten Vorteil verschafft (BFH-Urteile vom 11. November 2010 - VI R 27/09, VI R 21/09, VI R 40/10, VI R 41/10 und VI R 26/08, BStBl. 2011 II S. 383, 386 und 389).

Mit diesen seinen Urteilen vom 11. November 2010 hat der BFH gleich in fünf Verfahren seine bisherige Rechtsprechung teilweise aufgegeben und die Grenzen für die Zuwendung von steuerfreiem Sachlohn deutlich weiter als bisher gefasst.

Ein Sachbezug liegt daher u. a. auch dann vor, wenn

  • der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber einen Gutschein über einen in Euro lautenden Höchstbetrag für einen Warenbezug erhält,
  • der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Recht einräumt, bei einer Tankstelle auf seine Kosten zu tanken oder
  • der Arbeitgeber eine Zahlung an den Arbeitnehmer mit der Auflage verbindet, den empfangenen Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu verwenden.


Ein Sachbezug liegt hingegen z. B. nicht vor, wenn der Arbeitnehmer anstelle der Sachleistung Barlohn verlangen kann. Das gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber in diesem Fall die Sache zuwendet. Ebenso liegt Geld und kein Sachbezug vor, wenn der Barlohn nicht an den Arbeitnehmer ausbezahlt, sondern auf seine Weisung anderweitig verwendet wird (z. B. zur Erfüllung einer Verbindlichkeit des Arbeitnehmers aus Kauf, Miete oder Darlehen).

Fazit

Die Beurteilung der Frage, ob von einem zu versteuernden Barlohn oder einem nicht zu versteuernden Sachbezug ausgegangen werden muss, hängt davon ab, welche Leistungen ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber beanspruchen kann. Hat ein Arbeitnehmer lediglich einen Anspruch auf die Sache selbst und nicht ersatzweise auf die Auszahlung von dessen Wert, so liegt ein Sachbezug im Sinne des § 8 EStG vor, der nicht als Lohn zu versteuern ist. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber seine Zahlung an den Arbeitnehmer mit der Auflage verbindet, den empfangenen Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu verwenden (BFH vom 11.11.2010 - VI R 27/09).

Kann dagegen auch die Ablösung in Geld gewählt werden, so liegt ein Barlohn vor, selbst wenn die Sache gewählt wird. Dabei ist es unerheblich, ob der Arbeitgeber zur Erfüllung des Anspruchs selbst tätig wird oder ob er dem Arbeitnehmer gestattet, auf seine Kosten die Sachen bei einem Dritten zu erwerben. Daher liegt zum Beispiel auch dann ein nicht steuerpflichtiger Sachbezug vor, wenn eine Zahlung an den Beschäftigten mit der Auflage verbunden ist, einen empfangenen Geldbetrag nur für einen bestimmten Zweck zu verwenden.

  • Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Personalrechtsdatenbank PRO Online unter Arbeitsentgelt.

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Stand: 19.11.2014

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