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Expertenforum

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© Squaredpixels / iStockphoto

Das Expertenforum bietet Ihnen die Möglichkeit AOK-Experten Fragen zu Themen der Sozial­versicherung zu stellen: Die Expertenantwort erfolgt schnellstmöglich – spätestens nach 24 Stunden. Ihre Antworten zu Fragen an Wochenenden und Feiertagen erhalten Sie am nächsten Werktag. Darüber hinaus bietet Ihnen das Expertenforum ebenso die Möglichkeit in den Dialog mit anderen Usern zu treten.

Beiträge insgesamt: 2
Beiträge 1 bis 2
Themenbereiche: Versicherungspflicht/-freiheit

Autor des Beitrags:

Korn Christian

erstellt am:

02.01.2018

Thema:

Versichungspflicht/Kosten bei nebenberuflicher Tätigkeit

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Ich bin als Angestellter hauptberuflich tätig (Jahresbrutto > 40.000€) und möchte zusätzlich nebenberuflich im Rahmen der Kleinunternehmerregelung freiberuflich tätig werden (Jahresumsatz < 17.500€).

 

Welche Sozialversichungspflichten bestehen hierfür und wie werden diese ggf. berechnet und abgeführt?

 

Aktuell gehe ich davon aus, dass für die zusätzliche Tätitkeit keine Anmeldung/Anzeige bzw. keine zusätzlichen Kosten fällig werden. Ist dies korrekt?

 

Vielen Dank im Voraus,

 

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Korn

Autor des Beitrags:

Ihr Expertenteam

erstellt am:

03.01.2018

Thema:

Re: Versichungspflicht/Kosten bei nebenberuflicher Tätigkeit

Hallo Herr Korn,

 

sofern in Ihrem Fall keine hauptberufliche selbständige Tätigkeit vorliegt, besteht in der ausgeübten Arbeitnehmertätigkeit auch Krankenversicherungspflicht. Demzufolge stimmen wir Ihnen zu, dass keine Anmeldung zu erstatten ist und Krankenversicherungsbeiträge aus den Einnahmen der nebenberuflichen selbständigen Tätigkeit nicht zu entrichten sind.

 

Wir empfehlen jedoch, keine versicherungsrechtliche Entscheidung aufgrund einer eigenen Bewertung vorzunehmen.

Eine „verbindliche Beurteilung“ der Frage der hauptberuflichen oder nebenberuflichen Selbstständigkeit ist von der zuständigen Krankenkasse vorzunehmen.

Dafür benötigt die Krankenkasse eine schriftliche Anfrage mit Anlagen. Als Anlagen sollten alle relevanten Dokumente, die die Beschäftigung betreffen (Arbeitsvertrag, eventuelle Zusatzvereinbarungen) und Nachweise, die im Zusammenhang mit der Selbständigkeit stehen (Gewerbeanmeldung, Einkommensnachweise aus der selbstständigen Tätigkeit etc.) beigefügt werden.

 

Hinsichtlich der Frage, wie eine hauptberuflich selbständige Tätigkeit einzuordnen ist, wenn sie neben einer anderen Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, hat der GKV-Spitzenverband in seinen „Grundsätzlichen Hinweisen“ zur Abgrenzung einer hauptberuflich selbständigen Tätigkeit Aussagen getroffen, nach denen die Prüfung, ob die selbständige Erwerbstätigkeit von der wirtschaftlichen Bedeutung und dem zeitlichen Umfang her die übrigen Erwerbstätigkeiten deutlich übersteigt, nicht schematisch, sondern im Rahmen einer Gesamtschau vorzunehmen ist.

Entscheidend für eine Hauptberuflichkeit ist unter anderem, ob die selbständige Erwerbstätigkeit von der wirtschaftlichen Bedeutung und vom zeitlichen Umfang her die übrige Erwerbstätigkeit deutlich übersteigt. Dabei stellt die Beschäftigung eines oder mehrerer Arbeitnehmer allerdings ein Indiz für den Umfang einer selbständigen Tätigkeit dar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der mit der Leitungsfunktion verbundene Zeitaufwand dem Selbständigen als Arbeitgeber genauso zuzurechnen ist wie das wirtschaftliche Ergebnis der von ihm evtl. beschäftigten Arbeitnehmer.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr Expertenteam

 

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