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Zuschüsse zum Krankengeld

© AndreyPopov / Thinkstock
Zuschüsse Krankengeld - Mann mit Gipsfuss

Wenn Beschäftigte länger als sechs Wochen arbeitsunfähig erkrankt sind, endet für den Arbeitgeber die Pflicht zur Ent­gelt­fort­zah­lung und die gesetzliche Krankenkasse springt mit Krankengeld ein. Das fällt nie­dri­ger aus als die vorher vom Arbeitgeber geleistete Ent­gelt­fort­zah­lung. Die Differenz wird häufig von Arbeitgebern ausgeglichen.

 

Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Brut­to­ge­halts, ist jedoch auf maximal 90 Pro­zent des Nettogehalts gedeckelt. Um die Differenz zum bisher bezogenen Netto­ent­gelt auszugleichen, gewähren viele Arbeitgeber nach Ablauf des Entgeltfort­zahlungs­anspruchs Krankengeldzuschüsse. Da es hier­für keine gesetzliche Grundlage gibt, enthalten einige Tarif­verträge, Be­triebs­­ver­ein­­ba­rungen oder auch Arbeits­verträge entsprechende Regelungen.

Für die steuer- und beitragsrecht­liche Behandlung der Zuschüsse zum Krankengeld gilt Folgendes:

Lohnsteuer

Krankengeldzuschüsse, die der Arbeit­nehmer zusätzlich zum Krankengeld oder Kran­ken­ta­ge­­geld aus der gesetzlichen oder privaten Kranken­versicherung erhält, sind lohn­steu­er­pflich­tig (§ 8 Abs. 1 EStG, § 2 LStDV). Fällt wegen der geringen Höhe der Zuschüsse und Anwendung der Monatslohn­steuer­tabelle keine Lohnsteuer an, müssen die Zuschüsse trotzdem im Lohn­kon­to und in der (elektronischen) Lohnsteuerbescheinigung als steu­er­pflich­ti­ger Arbeitslohn erfasst werden. Außerdem ist im Lohnkonto und in der (elek­tro­ni­schen) Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung die Unter­brechung durch ein „U“ zu bescheinigen, wenn der Arbeitnehmer für fünf oder mehr Arbeitstage Krankengeld erhält. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber in dieser Zeit einen Krankengeld­zuschuss leistet.

Sozialversicherung

Werden während des Krankengeldbezugs Zuschüsse des Arbeitgebers und sonstige Ein­nah­men (wie beispielsweise vermö­gens­­wirk­same Leistungen) aus einer Beschäftigung gewährt, gelten diese nicht als beitrags­pflichtiges Arbeits­entgelt. Die Einnahmen dürfen zusammen mit dem Krankengeld das Nettoarbeits­entgelt um nicht mehr als 50 Euro mo­nat­lich über­steigen. Dies hat zur Folge, dass entsprechen­de Leis­tungen, die für die Zeit des Bezugs von Kran­ken­­geld laufend ge­zahlt werden, bis zum maßgeblichen Net­to­­ar­beits­­ent­gelt nicht bei­­trags­­­pflich­tig sind (SV-Frei­betrag).

Nettoarbeitsentgelt

Zur Feststellung des SV-Freibetrages wird ein zu vergleichendes Nettoarbeits­entgelt (Vergleichs-Nettoarbeits­entgelt) benötigt. Der höchstmögliche SV-Freibetrag ist die Differenz zwischen dem Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt und dem Netto-Krankengeld. Das Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt entspricht dem Nettoarbeits­entgelt, das der Arbeit­geber gesetzlichen Sozialleistungs­trägern zur Berechnung der Sozial­leistung in einer Entgeltbescheinigung mitteilt. Das ermittelte Nettoarbeitsentgelt bleibt für die Dauer des Bezugs von Sozial­leistungen unverändert.

Beispiel 1:

 

Bruttoarbeitsentgelt

3.000,00 € monatlich   

Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt

2.100,00 € monatlich   

Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers

400,00 € monatlich   

Nettokrankengeld

1.628,10 € monatlich   

SV-Freibetrag (2.100 € – 1.628,10 €)

471,90 € monatlich   

Der SV-Freibetrag wird durch die Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers nicht über­schrit­ten; es liegt keine beitragspflichtige Einnahme vor.

Beispiel 2:

 

Bruttoarbeitsentgelt

3.000,00 € monatlich   

Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt

2.100,00 € monatlich   

Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers

500,00 € monatlich   

Nettokrankengeld

1.628,10 € monatlich   

SV-Freibetrag (2.100 € – 1.628,10 €)

471,90 € monatlich   

Der SV-Freibetrag wird durch die Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers zwar monatlich um 28,10 Euro überschritten; dieser Betrag übersteigt jedoch nicht die Freigrenze von 50 Euro; es liegt keine beitragspflichtige Einnahme vor.

Beispiel 3:

 

Bruttoarbeitsentgelt

3.000,00 € monatlich   

Vergleichs-Nettoarbeitsentgelt

2.100,00 € monatlich   

Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers

600,00 € monatlich   

Nettokrankengeld

1.628,10 € monatlich   

SV-Freibetrag (2.100 € – 1.628,10 €)

471,90 € monatlich   

Der SV-Freibetrag wird durch die Brutto-Zahlungen des Arbeitgebers monatlich um 128,10 Euro überschritten und übersteigt die Freigrenze von 50 Euro; dieser Betrag ist die monatliche beitragspflichtige Einnahme (kalendertäglich 128,10 Euro : 30 = 4,27 Euro).

Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben die in der Praxis zur Anwendung des § 23c SGB IV aufgetretenen Fragen zum Anlass genommen, die sich hieraus für das Beitrags- und Melderecht ergebenden Auswirkungen zu beraten.Die sich hieraus für das Beitrags- und Melderecht ergebenden Auswirkungen sind im Rund­schreiben der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vom 13. Novem­ber 2007 nach­zulesen.

Stand: 20.12.2018