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Familienfreundlich erfolgreich

„Zeit wird wichtigstes Gut für Familien“

Andreas Steinle, Chef des Frankfurter Zukunftsinstituts, erläutert im Interview Einzelheiten zur Trendstudie „Familienmärkte“, an der er mitgeschrieben hat.

Sie schreiben in Ihrer Studie: Künftig hätten wir noch viele Innovationen zu erwarten, die aus der knappen Ressource Zeit in Familien entspringen. Woran denken Sie dabei?
Es werden vor allem soziale Innovationen sein, die zeitliche Entlastungen bringen. Hierzu gehören zum Beispiel neue Unternehmungen wie etwa Granny Aupair – eine Agentur, die Frauen als Aupair-„Omas“ vermittelt. Im Kern wird es darum gehen, ungenutzte zeitliche Ressourcen in der Gesellschaft besser zu verteilen.

Arbeitszeiten tragen wesentlich dazu bei, die Zeit von Familien zu beschneiden. Sehen Sie auch hier Innovationen?
Wir benötigen insgesamt einen innovativeren Umgang mit der Arbeitszeit. Sehr zukunftsorientiert geht zum Beispiel der Maschinenbauer Trumpf voran, dessen Chefin Nicola Leibinger-Kammüller – selbst vierfache Mutter – seit 2012 den Mitarbeitern anbietet, die reguläre Arbeitszeit nach eigenem Bedarf zu erhöhen oder zu senken.

Klassische Maßnahmen wie Teilzeit, Gleitzeit, Elternzeit sind in deutschen Unternehmen weit verbreitet. Trotzdem glauben nur 17 Prozent der Menschen, dass sich Familie und Beruf in Deutschland gut miteinander vereinbaren lassen. Wie erklären Sie sich das?
Viele haben noch die alten Schreckgespenster im Kopf, dass eine Familien-Auszeit das Ende der Karriere bedeutet. In Zukunft wird es normaler sein, familiäre Auszeiten zu nehmen und dafür dann später die Arbeitszeit aufzustocken oder das Rentenalter zu erhöhen.

Präsenzkultur nicht mehr zeitgemäß

Sehen Sie die Lösung denn eher in einer strikten Begrenzung von Arbeitszeit oder in einer totalen Flexibilisierung und Selbstbestimmung der Arbeitszeit?
Extreme funktionieren selten. Was wir brauchen, ist eine sinnvolle Balance aus einem vom Unternehmen vorgegebenen Rahmen, in dem es eine hohe Selbstbestimmung der Arbeitszeit gibt. Wer Menschen in die Freiheit entlässt, muss sie dafür auch fit machen und unterstützen, beispielsweise durch Trainings in Selbstorganisation und Zeitmanagement.

Sie sprechen davon, dass wir die männliche Präsenzkultur in Unternehmen überwinden müssen. Was bedeutet das?
Noch immer wird Leistung häufig mit hoher zeitlicher Präsenz vor Ort gleichgesetzt. Nach der Logik: Wer länger da ist, der arbeitet auch mehr. Das ist die Logik des Industriezeitalters, die in der Wissensökonomie nicht mehr gilt, da hier die Qualität von Ideen zählt.

Noch immer gehen eher arbeitende Mütter in Teilzeit. Sehen Sie Anzeichen dafür, dass künftig mehr Männer ihrer Väterrolle nachkommen wollen?
Der Wandel ist im vollen Gange, wenn auch langsam. Dazu zählt zum einen der Bewusstseinswandel, dass junge Väter Karriere anders definieren und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Zum anderen sind Frauen die Bildungsgewinnerinnen und machen heute die besseren Abschlüsse. In Zukunft wird es dadurch mehr Frauen geben, die besser verdienen als ihre Partner. Wenn dann Kinder kommen, fällt der Gehaltsverlust nicht so stark aus, wenn der Mann zu Hause bleibt. Die Rollen kehren sich dadurch in vielen Fällen um.

Für nähere Infos: www.zukunftsinstitut.de

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