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Beiträge

Beitragstragung

Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen grundsätzlich die Pflichtbeiträge je zur Hälfte. Von diesem Grundsatz gibt es aber auch einige Ausnahmen.

Arbeitgeber übernimmt Arbeitnehmeranteil

Selbstverständlich kann der Arbeitgeber freiwillig einen Teil oder den gesamten Arbeitnehmeranteil übernehmen und so das Nettogehalt für seinen Beschäftigten erhöhen. Häufig liegt in solchen Fällen eine Nettolohnvereinbarung vor. Der dem Grund nach vom Arbeitnehmer zu tragende Beitragsteil stellt in solchen Konstellationen einen geldwerten Vorteil dar; dieser erhöht das steuer- und beitragspflichtige Arbeitsentgelt.

Kranken- und Pflegeversicherung

In der Krankenversicherung ist der Beitragsanteil, der sich aus dem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz ergibt, seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr allein vom Arbeitnehmer zu tragen. Die Krankenversicherungsbeiträge werden wieder paritätisch vom Beschäftigten und ihren Arbeitgebern getragen. In der Pflegeversicherung gilt eine alleinige Beitragstragung durch das Mitglied für den Beitragszuschlag.

Für die Pflegeversicherung gilt im Bundesland Sachsen eine Besonderheit. Dort wurde bei der Einführung der Pflegeversicherung kein Feiertag gestrichen und somit keine Entlastung für die Arbeitgeber zur Finanzierung der Pflegeversicherungsbeiträge realisiert. In der Folge trägt der Arbeitgeber von dem Gesamtbeitrag (3,05 Prozent) einen Anteil von  1,025 Prozent und der Arbeitnehmer 2,025 Prozent (hinzu kommt gegebenenfalls noch der Beitragszuschlag von 0,25 Prozent).

Renten- und Arbeitslosenversicherung

In der Rentenversicherung sind Bezieher einer Vollrente wegen Alters nach Ablauf des Monats, in dem die Regelaltersgrenze erreicht wurde, versicherungsfrei. Der Arbeitgeber hat aber für diese Personen seinen Beitragsanteil zu entrichten (Beitragsgruppe x3xx). Eine weitere Besonderheit gilt in der knappschaftlichen Rentenversicherung. Hier ist der Arbeitnehmer mit dem üblichen halben Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung (9,3 Prozent) belastet. Der Arbeitgeber trägt die Differenz von 15,4 Prozent.

Arbeitnehmer, die die Altersgrenze für den Bezug einer Regelaltersrente erreichen, sind mit Beginn des Folgemonats arbeitslosenversicherungsfrei. Durch den seit 2012 auf das 67. Lebensjahr ansteigenden Rentenbeginn ist vom Arbeitgeber dieses Datum für jeden Arbeitnehmer individuell zu bestimmen. In der Arbeitslosenversicherung ist die Zahlung des Arbeitgeberanteils von 2017 bis Ende 2021 ausgesetzt (Beitragsgruppe xx0x).

Geringverdiener

Die Geringverdienergrenze beträgt bundesweit und für alle Versicherungszweige einheitlich 325 Euro im Monat. Sie gilt ausschließlich für Beschäftigte im Rahmen betrieblicher Berufsausbildung. Dazu gehören die Auszubildenden, Praktikanten in vorgeschriebenen Vor- bzw. Nachpraktika sowie Volontäre. Die Höhe des erzielten Arbeitsentgelts ist monatlich mit der Geringverdienergrenze zu vergleichen; eine Durchschnittsberechnung gibt es nicht. Die Wirkung der Geringverdienergrenze gilt im Übrigen unabhängig von der Entgelthöhe für Personen im Jugendfreiwilligendienst. Hierzu zählen insbesondere die Teilnehmer am freiwilligen sozialen bzw. ökologischen Jahr und auch die Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst.

Sind die Voraussetzungen für die Anwendung der Geringverdienergrenze erfüllt, trägt der Arbeitgeber die vollen Beiträge allein. In diesen Fällen trägt der Arbeitgeber auch den durchschnittlichen Zusatzbeitrag.

Minijobs

Die pauschalen Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung trägt allein der Arbeitgeber.

Beitragstragung bei Altersteilzeit

Die aus dem jeweils fälligen Arbeitsentgelt zu berechnenden Beiträge sind grundsätzlich von Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte zu tragen. Die allein für die Rentenversicherung anfallenden Beiträge aus der zusätzlichen beitragspflichtigen Einnahme hat der Arbeitgeber generell allein zu tragen.

Besonderheiten bei Gleitzonenfällen bis 30.6.2019 bzw. bei Entgelten im Übergangsbereich ab 1.7.2019

Der Arbeitgeber trägt den Beitragsanteil auf Basis des tatsächlichen Arbeitsentgelts. Für den Arbeitnehmer gilt wegen der Absenkung der Bemessungsgrundlage ein reduzierter Beitragsanteil. Aus der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme wird zunächst ein Gesamtbeitrag je Versicherungszweig errechnet. Bei diesem Gesamtbeitrag sind auch der Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung und ggf. der Beitragszuschlag in der Pflegeversicherung zu berücksichtigen. Beide Beträge errechnen sich aus der reduzierten Einnahme.

Gesamtbeitrag
= reduzierte beitragspflichtige Einnahme
× halber Beitragssatz Arbeitgeber
+ reduzierte beitragspflichtige Einnahme
× halber Zusatzbeitragssatz Arbeitgeber
+ reduzierte beitragspflichtige Einnahme
× halber Beitragssatz Arbeitnehmer
+ reduzierte beitragspflichtige Einnahme
× halber Zusatzbeitragssatz Arbeitnehmer
  Arbeitgeberanteil
= tatsächliches Arbeitsentgelt
× halber Beitragssatz Arbeitgeber
+ tatsächliches Arbeitsentgelt
× halber Zusatzbeitragssatz Arbeitgeber
  Arbeitnehmeranteil
= Gesamtbeitrag ./. Arbeitgeberanteil

Stand: 1.1.2019

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