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Beschäftigung älterer Arbeitnehmer

Altersteilzeit

Altersteilzeitarbeit im Sinn des AltersTZG können Arbeitnehmer leisten,

  • die das 55. Lebensjahr vollendet haben, aufgrund einer Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber ihre Arbeitszeit auf die Hälfte der bisherigen wöchentlichen Arbeitszeit verringern,
  • in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1.080 Kalendertage (drei Jahre) arbeitslosen­versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sind. Hierzu zählen auch Zeiten der versicherungspflichtigen Beschäftigung in einem EU-Mitgliedstaat. Hat der Arbeitnehmer innerhalb dieser Fünf-Jahres-Frist Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder eine andere Entgeltersatzleistung (z. B. Krankengeld der AOK) bezogen, werden auch diese Zeiten des Leistungsbezugs als versicherungspflichtige Beschäftigungszeiten berücksichtigt. 

Die Altersteilzeit ist vor ihrem Beginn zu vereinbaren und muss sich zumindest auf die Zeit erstrecken, bis zu der eine Altersrente beansprucht werden kann. Liegt das vereinbarte Ende der Alters­teilzeit vor dem Erreichen des Rentenalters, sind die Voraus­setzungen des AltersTZG nicht erfüllt. Für die Dauer der Altersteilzeit muss der Arbeitnehmer arbeitslosen­versicherungspflichtig sein.

Mindest-/Höchstdauer der Altersteilzeit

Die Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über die Altersteilzeitarbeit muss sich zumindest auf die Zeit bis zu einem Anspruch auf eine Altersrente erstrecken. Dies ist der Zeitpunkt, zu dem

  • eine (ggf. geminderte) Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht das 65. Lebensjahr vollendet wird bzw. vorher eine der Altersrente vergleichbare Leistung einer Versicherungs- oder Versorgungs­einrichtung oder eines Versicherungsunternehmens oder
  • eine ähnliche Leistung öffentlich-rechtlicher Art (z. B. eine ausländische Altersrente)

beansprucht werden kann.

Altersteilzeitarbeit kann höchstens bis zum Ablauf des Monats des Erreichens der Regelaltersgrenze vereinbart werden, da ab dem Folgemonat Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung eintritt. Bei Vereinbarung eines Teilzeitmodells über diesen Zeitpunkt hinaus ist daher die Voraussetzung der Altersteilzeit­arbeit nach dem AltersTZG nur bis zum Ablauf des Monats des Erreichens der Regelaltersgrenze erfüllt. 

Reduzierung der Arbeitszeit

Kernbestandteil der Altersteilzeit ist die Reduzierung der Arbeitszeit. Dabei kommt es auf die wöchentliche Arbeitszeit an, die mit dem Arbeitnehmer unmittelbar vor dem Übergang in die Altersteilzeit vereinbart war, höchstens jedoch die im Durchschnitt der letzten 24 Monate vereinbarte Arbeitszeit. Bei der Durchschnittsberechnung wird die bisherige regelmäßige Arbeitszeit unabhängig von einer Regelung in einem Tarifvertrag festgestellt. Ferner werden auch Arbeitszeiten berücksichtigt, die über der tariflichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit lagen.

Aufstockung des Arbeitsentgelts

Die Reduzierung der Arbeitszeit bedeutet für den Arbeitnehmer einen Einkommensverlust. Um diesen während der Dauer der Altersteilzeit zu mindern, sieht das AltersTZG vor, dass der Arbeitgeber das Bruttoarbeitsentgelt des Arbeitnehmers aufstockt.

Basis für die Aufstockung des Arbeitsentgelts ist das Regelarbeits­entgelt für die Altersteilzeitarbeit. Dieses ist um mindestens 20 Prozent aufzustocken, wobei die Aufstockung auch weitere Entgeltbestandteile umfassen kann. Das Regelarbeitsentgelt umfasst das im jeweiligen Lohnabrechnungszeitraum für die Altersteilzeitarbeit regelmäßig zu zahlende beitragspflichtige Arbeitsentgelt, soweit es die monatliche Beitragsbemessungs­grenze in der Arbeitslosenversicherung (2019 = 6.700 Euro in den alten bzw. 5.800 Euro in den neuen Bundesländern) nicht überschreitet. Entgeltbestandteile, die nicht laufend gezahlt werden (z. B. Jahressondervergütungen, Mehrarbeits­vergütungen), sind nicht berücksichtigungsfähig. Einmalzahlungen, die arbeitsrechtlich zulässig in jedem Kalendermonat zu einem Zwölftel ausgezahlt werden, verlieren ihren Charakter als Einmalzahlungen und erhöhen das Regelarbeitsentgelt.

Zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung

Die Höhe des Arbeitsentgelts wirkt sich unmittelbar auf die spätere Rente des Arbeitnehmers aus. Da der Beschäftigte während der Altersteilzeit durch die Reduzierung der Arbeitszeit ein geringeres Arbeitsentgelt erhält, sinkt auch das Rentenniveau. Um hier einen Ausgleich zu schaffen, sind neben der Entgeltaufstockung vom Arbeitgeber zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen und vom Arbeitgeber allein zu tragen. Die Berechnungsbasis des zusätzlichen Rentenversicherungsbeitrags ist die sog. zusätzliche beitragspflichtige Einnahme.

Hinweis

Aufstockungsbeträge und zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind steuerfrei, wenn die Voraussetzungen des § 2 AltersTZG, z. B. Vollendung des 55. Lebensjahres und Verringerung der tariflichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit auf die Hälfte, vorliegen.

Weitere Informationen zu den Themen:

Stand: 1.1.2019

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