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Flexirente: Selbstbestimmt in den Ruhestand

© zinkevych / Fotolia
Ältere Mitarbeiter

Die demografische Entwicklung und der Fachkräftemangel erfordern flexible Lösungen für die Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern. Das „Gesetz zur Flexibilisierung des Rentenübergangs und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation“ (Flexirentengesetz) hat die Rahmenbedingungen wesentlich verändert.

Worum geht es genau?

Flexibilisierung der Teilrenten und des Hinzuverdienstrechts

Vor Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 6.300 Euro im Kalenderjahr neben der Altersrente hinzuverdient werden, ohne dass die Rente gekürzt wird. Diese Grenze gilt in den alten und neuen Bundesländern. Es ist unerheblich, wann im Kalenderjahr der Hinzuverdienst erzielt wird und wie lange die Beschäftigung ausgeübt wurde. Wird die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro überschritten, besteht ein Anspruch auf Teilrente. Diese Teilrente wird berechnet, indem ein Zwölftel des die Hinzuverdienstgrenze übersteigenden Betrags zu 40 Prozent von der Vollrente abgezogen wird.

Hinzuverdienstdeckel

Zudem wird geprüft, ob der sogenannte Hinzuverdienstdeckel überschritten wird. Dieser wird berechnet, indem die monatliche Bezugsgröße mit den Entgeltpunkten des Kalenderjahres mit den höchsten Entgeltpunkten aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Beginn der ersten Rente wegen Alters vervielfältigt wird. Der Hinzuverdienstdeckel wird jährlich zum 1. Juli neu berechnet. Sobald dieser Betrag überschritten wird, muss der Hinzuverdienst zu 100 Prozent angerechnet werden. Rentner können somit maximal ein Einkommen aus Teilrente und Hinzuverdienst bis zur Höhe des früheren Einkommens erzielen.

Hinzuverdienstprüfung

Die Hinzuverdienstprüfung erfolgt zu Beginn einer Rente und anschließend jeweils zum 1. Juli des Folgejahres. Dabei wird zunächst auf eine Prognose des Hinzuverdienstes abgestellt. Zum 1. Juli des Folgejahres wird diese für das vorherige Kalenderjahr centgenau überprüft. Weicht der tatsächliche Hinzuverdienst ab, wird die Rente für das vorherige Kalenderjahr neu berechnet. Überzahlungen werden zurückgefordert und Nachzahlungen ausgezahlt. Bei Änderung des prognostizierten Hinzuverdienstes um mindestens 10 Prozent kann auf Antrag auch vor dem 1. Juli des Folgejahres eine neue Prognose der Rentenberechnung zugrunde gelegt werden, um größere Rentenüberzahlungen oder -nachzahlungen zu vermeiden.

Rentenversicherungspflicht für Vollrentner

Wer als Rentner weiterarbeiten möchte, erhöht seine Rentenansprüche, weil durch die Rentenversicherungsbeiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) mehr Entgeltpunkte auf dem Rentenkonto angesammelt werden. Die Beitragszahlungen erhöhen somit den Rentenanspruch. 

Wesentliche Änderungen nach Erreichen der Regelaltersgrenze:

Aktivierung der Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung für beschäftigte Vollrentner

Wer nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeitet, kann seinen Rentenanspruch steigern. Bis vor dem 1. Januar 2017 rentenversicherungsfrei beschäftigte Bezieher einer Vollrente wegen Alters, für die der Arbeitgeber seinen Arbeitgeberanteil zahlt (RV-Beitragsgruppenschlüssel 3), können seit dem 1. Januar 2017 durch eine Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber für die Dauer des Beschäftigungsverhältnisses auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten und versicherungspflichtig werden (RV-Beitragsgruppenschlüssel 1). Damit soll sichergestellt werden, dass sich neben dem eigenen Beitragsanteil auch der Arbeitgeberanteil rentensteigernd auswirkt. Die gegenüber dem Arbeitgeber abzugebende Erklärung sollte schriftlich erfolgen und zu den Entgelt-unterlagen genommen werden.

Personengruppen

Bezieht ein Rentner eine Vollrente wegen Alters und hat die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, ist er mit der Personengruppe 120 anzumelden.

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze ist neben einer Altersvollrente ein unbegrenzter Hinzuverdienst möglich. In diesem Fall meldet der Arbeitgeber den beschäftigten Rentner mit der Personengruppe 119 an.

Minijobs ohne Abzüge

Auch Minijobs werden vom Flexirentengesetz tangiert. Die Einnahmen des Hinzuverdienstes werden um die Beiträge zur Rentenversicherung gemindert. Allerdings haben die von der Abgabe betroffenen Ruheständler die Möglichkeit, sich durch ihren Arbeitgeber auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Dies ist lediglich eine Formalie und setzt keinerlei weitere Bedingungen voraus.

Befristete Abschaffung des Arbeitgeberbeitrags zur Arbeitslosenversicherung

Rentner, die ihre Regelaltersgrenze erreicht haben und weiter arbeiten, brauchen keinen Beitrag mehr zur Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Sie sind versicherungsfrei. Der Arbeitgeber musste aber vor 2017 seinen Beitragsanteil auch für den Rentner abführen.

Vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2021 sind die Arbeitgeber von der Zahlung ihres Beitragsanteils zur Arbeitslosenversicherung befreit (ALV-Beitragsgruppenschlüssel 0).

Stand: 20.12.2018

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