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Selbst getragene Aufwendungen für den Firmenwagen

© Thinkstock/bunyarit
Firmenwagenüberlassung

BFH-Rechtsprechung und Umsetzung durch die Finanzverwaltung 

Grundsätze der BFH-Rechtsprechung

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass ein vom Arbeitnehmer an den Arbeitgeber gezahltes Nutzungsentgelt für die private Verwendung des Dienstwagens den vom Arbeitnehmer zu versteuernden Nutzungswert auf der Einnahmenseite grundsätzlich mindert. Und: Ein den Nutzungswert übersteigender Betrag führt weder zu negativem Arbeitslohn noch zu Werbungskosten. Auch die im Rahmen der privaten Nutzung vom Arbeitnehmer selbst getragenen (laufenden) individuellen Kraftfahrzeugkosten (z. B. Treibstoffkosten) mindern bei der pauschalen Nutzungswertmethode den Nutzungswert auf der Einnahmenseite. Nach dem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 04. April 2018 sind die Regelungen in allen offenen Fällen anzuwenden.

Pauschale Nutzungswertmethode

Der geldwerte Vorteil aus der Bereitstellung eines Dienstwagens ist monatlich pauschal mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises zum Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen einschließlich der Umsatzsteuer zu bewerten. Wird der geldwerte Vorteil aus der Nutzung eines Firmenwagens zu privaten Fahrten typisierend nach der Ein-Prozent-Regelung ermittelt, so ist der Vorteil grundsätzlich um monatlich 0,03 Prozent des Listenpreises für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zu erhöhen, wenn das Fahrzeug auch für Fahrten zur Arbeitsstelle genutzt werden kann.

Beispiel

Der Arbeitgeber hat seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur Privatnutzung überlassen und den Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung bewertet. In der Nutzungsüberlassungsvereinbarung ist geregelt, dass der Arbeitnehmer die gesamten Treibstoffkosten zahlt. Die Folge: Die Kostenübernahme durch den Arbeitnehmer ist aufgrund der Neuregelung ein den Vorteil minderndes Nutzungsentgelt, sodass der Arbeitnehmer weniger Steuern zahlen muss.

Individuelle Nutzungswertmethode (Fahrtenbuchmethode)

Statt des pauschalen Nutzungswerts können die auf die außerdienstlichen Fahrten entfallenden tatsächlichen Aufwendungen als individueller Nutzungswert angesetzt werden. Diese Bewertungsmethode setzt den Nachweis der tatsächlichen Kraftfahrzeugkosten (Gesamtkosten) und die Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs voraus. Werden danach die außerdienstlichen und die dienstlichen Fahrten nachgewiesen, kann der auf die außerdienstliche Nutzung entfallende Anteil an den Gesamtkosten konkret ermittelt werden. 

Bei der Fahrtenbuchmethode fließen vom Arbeitnehmer selbst getragene individuelle Kosten grundsätzlich nicht in die Gesamtkosten ein und erhöhen damit nicht den individuellen Nutzungswert. Zahlt der Arbeitnehmer ein pauschales Nutzungsentgelt, ist der individuelle Nutzungswert um diesen Betrag zu kürzen. Es wird jedoch nicht beanstandet, wenn bei der Fahrtenbuchmethode vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten doch in die Gesamtkosten einbezogen und wie bei der pauschalen Nutzungswertmethode als Nutzungsentgelt behandelt werden.

Beispiel

Der Arbeitgeber hat seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur Privatnutzung überlassen und den Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode bewertet. In der Vereinbarung ist geregelt, dass der Arbeitnehmer die gesamten Treibstoffkosten zu zahlen hat. Diese betragen 3.000 Euro. Die übrigen vom Arbeitgeber getragenen Kraftfahrzeugkosten betragen 7.000 Euro. Auf die Privatnutzung entfällt ein Anteil von 10 Prozent. Der individuelle Nutzungswert ist wie folgt zu ermitteln:

Lösung A: Die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten fließen nicht in die Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs ein. Es handelt sich auch nicht um ein Nutzungsentgelt. Anhand der (niedrigeren) Gesamtkosten ist der individuelle Nutzungswert zu ermitteln (10 Prozent von 7.000 Euro = 700 Euro). Ein Werbungskostenabzug in Höhe von 2.700 Euro (90 Prozent von 3.000 Euro) ist nicht zulässig.

Alternativlösung B: Die vom Arbeitnehmer selbst getragenen Treibstoffkosten fließen in die Gesamtkosten des Kraftfahrzeugs ein. Es handelt sich um ein Nutzungsentgelt in Höhe von 3.000 Euro. Anhand der Gesamtkosten ist der individuelle Nutzungswert zu ermitteln (10 Prozent von 10.000 Euro = 1.000 Euro). Dieser Nutzungswert ist um das Nutzungsentgelt bis auf 0 Euro zu mindern. Der den Nutzungswert übersteigende Betrag in Höhe von 2.000 Euro führt nicht zu Werbungskosten.

Stand: 1.1.2019

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