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Lohnsteuer: Was seit dem 1. Januar 2019 gilt

© Africa Studio / shutterstock
Person am Laptop mit Unterlagen

Höhere steuerfreie Einzahlungen in die betriebliche Altersversorgung (bAV)

Arbeitgeberbeiträge zum Aufbau einer kapitalgedeckten bAV in Form eines Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder Direktversicherung sind 2019 bis zu 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Renten¬versicherung – West (2019 = 8 Prozent von 80.400 Euro = 6.432 Euro) steuerfrei. Laufende Beiträge des Arbeitgebers aus einem ersten Dienstverhältnis an einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder für eine Direktversicherung im Umlageverfahren sind 2019 bis zu 2 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steuerbefreit. Der steuerfreie Höchstbetrag für 2019 beträgt danach 1.608 Euro.

Neuer Förderbetrag zur bAV bei Geringverdienern

Für sogenannte Geringverdiener (das sind laut gesetzlicher Regelung Arbeitnehmer mit einem Verdienst bis 2.200 Euro monatlich) wird ein Förderbetrag zur betrieblichen Altersversorgung gewährt. Der Arbeitgeber leistet für die betriebliche Altersversorgung des Geringverdieners einen zusätzlichen steuerfreien Arbeitgeberbeitrag an eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder für eine Direktversicherung zwischen 240 und 480 Euro und erhält hierfür über seine Lohnsteueranmeldung einen Förderbetrag vom Staat in Höhe von 30 Prozent (also zwischen 72 und 144 Euro).

Anhebung der Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter

Die Betragsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (z. B. Computer) ist seit 1. Januar 2018 von 410 auf 800 Euro erhöht worden. Da es sich um eine „Nettogrenze“ handelt, ergibt sich für den sofortigen Werbungskostenabzug bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit für das Wirtschaftsgut im Jahr der Anschaffung (nicht im Jahr der Bezahlung) eine Betragsgrenze von 952 Euro (800 Euro zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer = 152 Euro).

Neue Sachbezugswerte 2019

Über die Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung wurden die amtlichen Sachbezugswerte für dem Arbeitnehmer zur Verfügung gestellte Verpflegung seit 1. Januar 2019 an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Sie gelten einheitlich für alle Bundesländer. Der Wert für eine vom Arbeitgeber gestellte Unterkunft ist von 226 auf 231 Euro monatlich angehoben worden. Die amtlichen Sachbezugswerte für Verpflegung: Frühstück 1,77 Euro; Mittag- und Abendessen jeweils 3,30 Euro.

Geringerer Versorgungsfreibetrag für Versorgungsbezüge

Wenn Arbeitnehmer 2019 erstmals Versorgungsbezüge erhalten, sind 17,6 Prozent als Versorgungsfreibetrag steuerfrei, aber maximal 1.320 Euro. Dazu kommt ein Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in Höhe von 396 Euro.

Rentenbesteuerung steigt

Der steuerfrei zu belassene Teil der gesetzlichen Renten sinkt für alle Neurentner 2018 auf 24 Prozent. Damit sind 76 Prozent der Bruttojahressrente steuerpflichtig.

Einkommensteuertarif – erhöhter Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag – der Betrag, bis zu dem keine Steuern fällig werden – betrug für 2018 9.000 Euro und erhöht sich ab 2018 auf 9.168 Euro. Für Verheiratete/eingetragene Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag 2019 entsprechend auf 18.336 Euro.

E-Dienstwagen

Die steuerliche Förderung von Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen erfolgt durch eine Halbierung der Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass bei der Bruttolistenpreisregelung der halbe Bruttolistenpreis und bei der Fahrtenbuchmethode die Hälfte der Absetzung für Abnutzung beziehungsweise der Leasingkosten angesetzt wird. Das gilt auch für die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und etwaige steuerpflichtige Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung.

Die Neuregelung ist anzuwenden für alle erstmals nach dem 31.Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 zur privaten Nutzung überlassenen betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge. Es kommt nicht auf den Zeitpunkt an, zu dem der Arbeitgeber das betroffene Kraftfahrzeug angeschafft, hergestellt oder geleast hat. Vielmehr ist der erstmalige Zeitpunkt der „Überlassung“ an einen Arbeitnehmer maßgeblich.

Wurde das Elektrofahrzeug allerdings vor dem 1.1.2019 bereits einem anderen Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlassen, bleibt es bei den früheren Bewertungsregelungen (Pauschale Minderung um die Kosten für das Batteriesystem), wenn der Wechsel des Nutzungsberechtigten für dieses Fahrzeug nach dem 31. Dezember 2018 erfolgte. Die Neuregelungen zur Halbierung der Bemessungsgrundlage sind in diesen Fällen nicht anzuwenden.

Extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge unterliegen der Regelung nur, wenn deren Kohlendioxidemission höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer beträgt oder die Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt.

Steuerfreies Job-Ticket

Steuerfrei sind gemäß § 3 Nr. 15 EStG ab 1. Januar 2019 Zuschüsse des Arbeitgebers, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie für Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr gezahlt werden. Die Steuerbefreiung gilt auch für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr für Fahrten zur Arbeit sowie zu Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Voraussetzung ist, dass die Arbeitgeberleistung zusätzlich zum eigentlichen Arbeitsentgelt erfolgt. Die Leistungen werden auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Steuerfreie Fahrradüberlassung

Ab dem 1. Januar 2019 steuerfrei sind gem. § 3 Nr. 37 EStG die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom Arbeitgeber gewährten Vorteile für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads, das kein Kraftfahrzeug im Sinne des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist. Eine Anrechnung auf die Entfernungspauschale erfolgt nicht.

Anwenderkreis für permanenten Lohnsteuerjahresausgleich erweitert

Anwenderkreis für permanenten Lohnsteuerjahresausgleich erweitert. Seit 2018 dürfen Arbeitgeber bei kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmern mit der Steuerklasse VI einen permanenten Lohnsteuerjahresausgleich durchführen. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer unbeschränkt steuerpflichtig ist, bei der Steuerklasse VI kein Freibetrag zu berücksichtigen ist und die Dauer seiner Anstellung einen maximalen Zeitraum von 24 zusammenhängenden Tagen nicht übersteigt.

Einführung der Digitalen LohnSchnittstelle (DLS)

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens vom 18. Juli 2016 hat der Gesetz­geber die Einführung eines einheitlichen Standard­datensatzes als Schnittstelle zum elektronischen Lohnkonto (Digitale LohnSchnittstelle – DLS) verbindlich fest­geschrieben. Die DLS ist für ab dem 1. Januar 2018 aufzu­zeichnende Daten anzuwenden. Arbeitgeber müssen die aufzuzeichnenden lohnsteuer­relevanten Daten der Finanz­behörde nach einer amtlich vorgeschriebenen, einheitlichen digitalen Schnitt­stelle elektronisch bereitstellen. Dies gilt unabhängig von dem vom Arbeitgeber eingesetzten Lohnabrechnungs­programm (BMF-Schreiben vom 26. Mai 2017, BStBl I 2017, 789).

Stand: 23.4.2019

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