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Hinzuverdienstregelungen seit 1. Juli 2018

© Goran13 / Thinkstock
Flexirente - Renter am Schreibtisch

Es besteht die Möglichkeit, neben dem Altersrentenbezug eine rentenversicherungspflichtige und damit rentensteigernde Erwerbstätigkeit auszuüben. Die früheren monatlichen Hinzuverdienstgrenzen für die Vollrente und die drei bisherigen Teilrenten (2/3, 1/2 oder 1/3) entfallen zugunsten einer kalenderjährlichen Hinzuverdienstgrenze mit stufenloser Anrechnung.

Altersrenten

Es können vor Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 6.300 Euro im Kalenderjahr neben der Altersrente hinzuverdient werden, ohne dass die Rente gekürzt wird. Diese Grenze gilt einheitlich in den alten und neuen Bundesländern. Es ist unerheblich, wann im Kalenderjahr der Hinzuverdienst erzielt wird und wie lange die Beschäftigung ausgeübt wurde. Wird die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 Euro überschritten, besteht ein Anspruch auf Teilrente. Diese wird berechnet, indem ein Zwölftel des die Hinzuverdienstgrenze übersteigenden Betrags zu 40 Prozent von der Vollrente abgezogen wird.

Zudem wird geprüft, ob der soge­nannte Hinzuverdienst­deckel überschritten wird. Der Hinzuver­dienst­deckel wird berech­net, indem die monat­liche Bezugs­größe mit den Entgeltpunkten des Kalender­jahres mit den höchsten Entgelt­punkten aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Beginn der ersten Rente wegen Alters vervielfältigt wird. Er beträgt mindestens die Summe aus einem Zwölftel von 6.300 Euro und dem Monats­betrag der Vollrente. Der Hinzuverdienstdeckel wird jährlich zum 1. Juli neu berechnet. Ist der Hinzuverdienst­deckel überschritten, wird der Hinzuverdienst zu 100 Prozent angerechnet. Damit soll erreicht werden, dass die Rent­ner maximal ein Einkommen aus Teilrente und Hinzu­verdienst bis zur Höhe des früheren Ein­kommens erzielen können.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer beantragt eine vorgezogene Altersrente. Er hat einen Rentenanspruch in Höhe von 1.250 Euro im Monat. Sein voraussichtlicher Jahresverdienst beträgt 36.000 Euro. Als höchstes beitragspflichtiges monatliches Durch­schnitts­ein­kommen der letzten 15 Kalenderjahre werden 3.100 Euro zugrunde gelegt.

Anrechnung des 6.300 Euro übersteigenden Jahresverdienstes:
36.000 Euro - 6.300 Euro = 29.700 Euro
29.700 Euro / 12 x 40 % = 990 Euro
1.250 Euro - 990 Euro =  260 Euro

Anrechnung des den Hinzuverdienstdeckel übersteigenden Verdienstes:
260 Euro + 36.000 Euro / 12 = 3.260 Euro
3.260 Euro - 3.100 Euro = 160 Euro
260 Euro - 160 Euro = 100 Euro

Aufgrund des voraussichtlichen Hinzuverdienstes in Höhe von 36.000 Euro im Jahr beträgt die monatliche Alters­teil­rente 100 Euro. 

Nach Erreichen der Regelaltersgrenze ist neben einer Alters­voll­rente ein unbegrenzter Hinzuverdienst nach wie vor möglich. 

Erwerbsminderungsrenten

Für die Rente wegen voller Erwerbsminderung ist wie bei den Altersrenten der Hinzuverdienst über 6.300 Euro im Kalenderjahr auf die Rente anzurechnen. 

Die Hinzuverdienstgrenze bei einer teilweisen Erwerbsminderungsrente und auch bei der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit wird dagegen individuell errechnet.

Zur Berechnung der individuellen Hinzuverdienstgrenze wird die jährliche Bezugsgröße mit den höchsten Entgeltpunkten der letzten 15 Kalenderjahre vor der Rente mit dem Faktor 0,81 multipliziert (§ 96a Abs. 1c SGB VI). Durch diese Berechnung wird erreicht, dass die Hinzuverdienstgrenze höher liegt, wenn der bisherige Verdienst entsprechend höher war.

Bei den Entgeltpunkten kommen in der Berechnungsformel immer mindestens 0,5 Entgeltpunkte zum Ansatz. Sollte also ein Versicherter in jedem Kalenderjahr in den letzten 15 Jahren vor Rentenbeginn niemals 0,5 Entgeltpunkte erreicht haben, werden dennoch 0,5 Entgeltpunkte bei der Berechnung der Hinzuverdienstgrenze herangezogen. Dies hat zur Folge, dass eine sogenannte Mindest-Hinzuverdienstgrenze berechnet werden kann. Diese Mindest-Hinzuverdienstgrenze liegt im Kalenderjahr 2019 bei (37.380 Euro x 0,81 x 0,5 Entgeltpunkte) 15.138,90 Euro, da die jährliche Bezugsgröße im Kalenderjahr 2018 37.380 Euro beträgt.

Auch bei den teilweisen Erwerbsminderungsrenten ist zu prüfen, ob die gekürzte Rente und der Hinzuverdienst den Hinzuverdienstdeckel überschreiten. Es kann sich daher auch bei diesen Renten bei Überschreiten der individuellen Hinzuverdienstgrenze eine weitere Rentenkürzung durch den Hinzuverdienstdeckel ergeben.

Bitte beachten: Der Hinzuverdienst darf nur im Rahmen des für die Erwerbsminderungsrente geltenden Restleistungsvermögens von unter drei Stunden bei Renten wegen voller Erwerbsminderung und unter sechs Stunden bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung erzielt werden, um den Rentenanspruch nicht zu gefährden.

Hinzuverdienstprüfung

Die Hinzuverdienstprüfung erfolgt zu Beginn einer Rente und anschließend jeweils zum 1. Juli des Folgejahres. Dabei wird zunächst auf eine Prognose des Hinzuver­dienstes abgestellt.

Zum 1. Juli des Folgejahres wird die Prognose für das vorherige Kalender­jahr cent­genau überprüft. Weicht der tatsächliche Hinzuverdienst ab, wird die Rente für das vorherige Kalender­jahr neu berechnet. Überzahlungen werden zurückge­fordert und Nach­zahlungen ausge­zahlt. Bei Änderung des prognos­tizierten Hinzuver­dienstes um mindes­tens 10 Prozent kann auf An­trag auch vor dem 1. Juli des Folgejahres eine neue Prognose der Renten­berechnung zu Grunde gelegt werden, um größere Renten­über­zahlungen oder -nach­zahlungen zu ver­meiden. 

Stand: 19.12.2018