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BEM in der betrieblichen Praxis

Beim Pyrotechnik-Hersteller Weco aus Eitorf hat man mit Unterstützung der AOK ein systematisches Eingliederungsmanagement etabliert.

Es blitzt und kracht, und nach kurzer Zeit ist alles vorbei. Feuerwerkskörper sind eine kurzlebige Sache, mit einer ebenso kurzen Hauptsaison am Jahresende. Doch der Pyrotechnik-Hersteller Weco aus Eitorf/​Sieg hat das ganze Jahr mit kleinen und großen Feuerwerken zu tun und bietet 450 Mitarbeitern dauerhaft Beschäftigung, 300 davon in der Produktion an drei deutschen Standorten.

Im Jahr 2009 etablierte Weco in Zusammenarbeit mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) der AOK Rheinland/​Hamburg per Betriebsvereinbarung ein systematisches Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Dabei geht es nicht um kurzfristige Knalleffekte, sondern um das dauerhafte Engagement des Arbeitgebers. „Wir sehen das BEM nicht nur als gesetzliche Pflicht, sondern als Fürsorgepflicht des Arbeitgebers an“, sagt Personalleiter Frank Spalke. „Wir wollen die Beschäftigungsfähigkeit jedes Mitarbeiters so lange wie möglich erhalten. Einerseits verdienen wir damit Geld, andererseits geht es aber um die Wertschätzung des einzelnen Arbeitnehmers, dessen Motivation durch diese Wertschätzung wiederum gesteigert wird.“

 

Beim BEM gibt es viele Optionen

Die Firma Weco nimmt die Fürsorgepflicht als Arbeitgeber besonders ernst und hat die gesetzliche Frist im präventiven Sinne von 42 auf 30 Tage verkürzt. Sie lädt die Mitarbeiter schon nach mindestens 30 Krankheitstagen zum BEM-Gespräch ein. Im Durchschnitt sind es bei Weco fünf bis acht BEM-Verfahren pro Jahr. „Etwa vier von fünf Betroffenen nehmen die Gelegenheit wahr, den Ursachen für vermehrte Fehlzeiten auf den Grund zu gehen“, sagt Frank Spalke. Bei Erkrankungen, die nichts mit dem Betrieb zu tun haben, bleibe es oft bei einem Gesprächstermin. „Wenn es aber zum Beispiel um wiederholte Rückenprobleme geht, müssen wir uns gemeinsam kümmern, wie der Arbeitsalltag verändert werden kann“, so Spalke. „Oftmals schafft ein Stehhocker oder ein Tragegurt für das Heben schwerer Lasten schon Abhilfe.“

Manchmal müssten die Betroffenen aber auch den Arbeitsplatz innerbetrieblich wechseln und dafür weiterqualifiziert werden. In schlimmeren Fällen werden zunächst noch spezielle Re­ha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men eingeleitet. „Bei allen Formalitäten wird der Arbeitnehmer unterstützt“, sagt Spalke. Manchmal müsse man nach längerer Krankheit zunächst ein Wieder­ein­glie­derungs­ver­fahren durchführen. So könne nach dem sogenannten Hamburger Modell in Abstimmung mit den Ärzten die tägliche Stundenzahl des Mitarbeiters über vier oder sechs Wochen allmählich erhöht werden. „Der Arbeitnehmer bezieht weiterhin Krankengeld, und uns ist es lieber, der Kollege gibt erst dann wieder Vollgas, wenn er auch ganz gesund ist“, sagt der Personalchef.

 

Beide Seiten profitieren vom BEM

Weco bietet den Beschäftigten darüber hinaus in einer einjährigen Testphase schon nach wenigen AU-Tagen Infogespräche an. „Oftmals kann man Anzeichen für besondere Belastungen und Gefährdungen schon frühzeitig erkennen“, so Spalke. Der Krankenstand habe sich insgesamt deutlich gebessert, von ca. fünf bis sechs Prozent noch im Jahr 2012 auf inzwischen zwei bis drei Prozent; allerdings schwanke dies je nach Jahreszeit.
„Insgesamt haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem BEM-Verfahren, auch durch Unterstützung der AOK und des BGF“, sagt Frank Spalke. „Die Teilnehmer haben selbst ein großes Interesse daran, ihre Arbeitskraft so lange wie möglich zu erhalten. Wenn längere Arbeitsunfähigkeiten vermieden werden können, profitieren beide Seiten – der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.“

www.weco-pyro.de

Stand: 15.03.2014

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