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Künstlersozialabgabe bleibt 2020 stabil

© Getty Images / Caiaimage / Agnieszka Olek
Zwei Künstler betrachten einen Fotoapparat

Unternehmen, die einen freiberuflichen Tex­ter, Grafiker oder Webdesigner be­schäf­ti­gen, müssen unter bestimmten Voraus­set­zun­gen die Künstlersozialabgabe bezahlen. Der Ab­ga­be­satz beträgt wie in den ver­gan­ge­nen zwei Jahren 4,2 Prozent.

Die Künstlersozialabgabe dient der Fi­nan­zie­rung der Künstlersozialversicherung. Diese ermöglicht selbstständigen Künstlern und Publizisten einen Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Ren­ten­ver­si­che­rung. Wie Arbeitnehmer tragen die Selbstständigen nur die Hälfte der Beiträge selbst. Die andere Bei­trags­hälf­te („Quasi-Arbeitgeberanteil“) wird durch einen Zuschuss des Bunds finanziert sowie durch die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be.

Wie hoch ist die Künstlersozialabgabe?

Der Abgabesatz wird jährlich neu festgelegt und gilt bundesweit. Für 2018 und 2019 be­trägt die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be 4,2 Prozent. Aus der Künstlersozialabgabe-Ver­ord­nung 2020 geht her­vor, dass die Abgabenhöhe im nächsten Jahr nicht verändert wird. Be­rech­net wird die Künstlersozialabgabe von den ab­ga­be­pflichtigen Entgelten. Hier­zu zählen alle Entgelte an den selbstständigen Künstler oder Publizisten und auch seine Auslagen, zum Beispiel Fracht­kos­ten oder Te­le­fon­ge­büh­ren, die das Unternehmen zahlt, um seine Leis­tung zu erhalten, beispielsweise das Erstellen einer Website.

Wer muss die Künstlersozialabgabe zahlen?

Unternehmen, die regelmäßig selbstständige Künstler oder Publizisten beauftragen, sind zur Abgabe verpflichtet. Selbstständige Künstler oder Publizisten sind beispielsweise Fo­to­gra­fen, Grafiker, Webdesigner, Journalisten oder Autoren. Der Begriff „Kunst“ ist in diesem Kontext weit zu fassen. Eine besondere künstlerische Qualität ist nicht erforderlich.

Merksatz: Abgabepflichtige Unternehmen müssen die Künstlersozialabgabe un­ab­hän­gig davon leisten, ob der beauftragte Künstler oder Publizist tatsächlich in der Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung versichert ist.

Vor allem Unternehmen, die typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen nutzen und vermarkten, müssen die Abgabe leisten. Dazu gehören in erster Linie:

  • Buch-, Presse- und sonstige Verlage und Presseagenturen,
  • Theater, Orchester, Chöre und vergleichbare Unternehmen,
  • öffentliche und private Rundfunk- und Fernsehanbieter,
  • Film- und Musikproduzenten,
  • Galerien und Kunsthandel,
  • Werbeagenturen,
  • Varieté- und Zirkusunternehmen und Museen.

Diese Unternehmen („typische Verwerter“) unterliegen der Abgabepflicht dem Grunde nach, unabhängig davon, ob tatsächlich Aufträge an selbstständige Künstler oder Publi­zisten ver­ge­ben werden.

Abgabepflichtig sind aber auch Unternehmen, die Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit be­trei­ben und dabei nicht nur gelegentlich (Definition siehe Punkt: Gibt es eine Ge­ring­fü­gig­keits­re­ge­lung?) Aufträge an selbstständige Künstler oder Publizisten erteilen („Eigen­wer­ber“).

Schließlich kann jedes Unternehmen abgabepflichtig werden, wenn es nicht nur ge­le­gent­lich (Definition siehe Punkt: Gibt es eine Geringfügigkeitsregelung?) künstlerische oder publi­zis­ti­sche Leistungen selbstständiger Künstler und Publizisten für jegliche Zwecke des Un­ter­neh­mens in Anspruch nimmt und damit Einnahmen erzielen will („Ge­ne­ral­klau­sel­un­ter­neh­men“). Damit ist auch außerhalb der „kreativen Branche“ fast jedes Unternehmen in Deutschland abgabepflichtig. Denn die Abgabenpflicht besteht zum Beispiel schon dann, wenn das Un­ter­neh­men Website, Flyer, Unternehmensbroschüren, Visitenkarten oder Ähn­li­ches gestalten lässt.

Gibt es eine Geringfügigkeitsregelung?

Für die Beurteilung der nur gelegentlichen Auftragserteilung bei Eigenwerbern und Ge­ne­ral­klau­sel­un­ter­neh­men gilt seit dem Kalenderjahr 2015 eine Geringfügigkeitsgrenze. Auf­trä­ge an selbstständige Künstler oder Publizisten gelten seit diesem Zeitpunkt als ge­le­gent­lich, wenn die Summe der Entgelte aus den in einem Kalenderjahr erteilten Aufträgen 450 Euro nicht übersteigt.

Sofern künstlerische oder publizistische Leistungen im Rahmen von Veranstaltungen von Gene­ral­klauselunternehmen aufgeführt oder dargeboten werden, liegt eine nur ge­le­gent­li­che Auftragserteilung vor, wenn in einem Kalenderjahr Aufträge für lediglich bis zu drei Ver­an­stal­tun­gen erteilt werden oder die Entgelte 450 Euro nicht überschreiten. In diesen Fällen besteht keine Abgabepflicht.

Stand: 11.9.2019

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