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Reisekosten

 Normen 

§§ 3 Nrn. 13 und 16, 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5, 9 EStG, R 3.16 LStR

 Kurzinfo 

Erstattet der Arbeitgeber die seinem Arbeitnehmer entstandenen Reisekosten, handelt es sich um steuer- und beitragsfreie Zahlungen.

 Information 

Vergütungen, die zur Abgeltung der durch eine Auswärtstätigkeit unmittelbar verursachten Kosten gezahlt werden, sind steuer- und beitragsfrei. Hierzu gehören grundsätzlich auch die vom Arbeitnehmer nachgewiesenen Fahrkosten. Benutzt der Arbeitnehmer einen eigenen PKW, können entweder die nachgewiesenen tatsächlichen Kosten oder alternativ pauschal 0,30 EUR für jeden gefahrenen Kilometer steuerfrei ersetzt werden. Zusätzlich zu diesem Pauschalsatz können ggf. anfallende Parkgebühren oder auch Unfallkosten steuerfrei erstattet werden.

Dem Arbeitnehmer können darüber hinaus Verpflegungsmehraufwendungen abhängig von der Dauer der Auswärtstätigkeit steuer- und beitragsfrei erstattet werden. Hierbei gelten folgende Pauschbeträge:

Abwesenheit in Stunden Pauschbetrag
Abwesenheit mehr als 8 Stunden. Gilt auch für den An- und Abreisetag bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten; keine Mindestabwesenheitszeit erforderlich.12,00 EUR
24 Stunden24,00 EUR

Umwandlung von Arbeitsentgelt in Reisekosten

Der Bundesfinanzhof (BFH, 27.04.2001 - VI R 2/98) hat entschieden, dass die Vergütungen auch dann steuerfrei sind, wenn sie der Arbeitgeber aus umgewandeltem Arbeitslohn zahlt. Voraussetzung sei, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Entgeltumwandlung vor der Entstehung des Vergütungsanspruchs vereinbaren. Dieses Urteil wird zum einen von dem Argument getragen, dass § 3 Nr. 16 EStG - anders als z.B. § 3 Nrn. 33 und 34 EStG - eine Entgeltumwandlung nicht ausdrücklich für schädlich hält. Zum anderen sei es - so der Bundesfinanzhof - Arbeitgebern und Arbeitnehmern unbenommen, das Arbeitsentgelt herabzusetzen und eine andere Verwendung zu vereinbaren, ohne daran durch sozialversicherungsrechtliche oder tarifvertragliche Bestimmungen gehindert zu sein. Schließlich führe die Umwandlung des Arbeitsentgelts in Fällen der hier in Rede stehenden Art nicht zu einer Steuerentlastung, sondern lediglich zu einer Vereinfachung und zeitlichen Vorverlagerung der Freistellung, denn i.R.d. Einkommensteuerveranlagung wären die Reisekosten als Werbungskosten abzugsfähig.

Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV sind einmalige Einnahmen, laufende Zulagen, Zuschläge, Zuschüsse sowie ähnliche Einnahmen, die zusätzlich zu Löhnen oder Gehältern gezahlt werden, nicht dem Arbeitsentgelt zuzurechnen, soweit sie lohnsteuerfrei sind. Die Verordnung verlangt neben der Lohnsteuerfreiheit also auch die zusätzliche Gewährung der Einnahmen. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vertreten daher hierzu den Standpunkt, dass die im Steuerrecht zulässige Umwandlung von steuerpflichtigem Arbeitslohn in eine nach § 3 Nr. 16 EStG steuerfreie Reisekostenvergütung keine Auswirkungen auf das Beitragsrecht der Sozialversicherung hat.