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Auslandsaufenthalt - Urlaub

 Kurzinfo 

In Deutschland können sich Versicherte überall problemlos mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte bei einem Vertragspartner behandeln lassen. Bei einer Urlaubsreise sieht dies allerdings schon anders aus, weil die deutsche Gesundheitskarte im Ausland im Regelfall nicht gilt.

Allerdings sind im EG-Recht sowie in einigen bilateralen Abkommen über Soziale Sicherheit Regelungen vorgesehen, die eine Behandlung des in Deutschland gesetzlich Versicherten auch bei einem Aufenthalt im Ausland ermöglichen. Während Versicherte für die Behandlung in den meisten der unten aufgeführten Abkommensstaaten einen Anspruchsvordruck ("Urlaubskrankenschein") von ihrer Krankenkasse benötigen, den sie im Urlaubsland vor der Behandlung bei der dortigen Krankenkasse in eine regional gültige Anspruchsbescheinigung eintauschen müssen, kann in allen EU-/EWR-Staaten und der Schweiz der Leistungserbringer unmittelbar mit der "Europäischen Krankenversicherungskarte" (European Health Insurance Card - EHIC) in Anspruch genommen werden. (1)(2) Daneben bestehen in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz auch Kostenerstattungsansprüche nach innerstaatlich deutschem Recht. Die o.g. Ansprüche bestehen in vielen Fällen auch dann, wenn der Versicherte dauerhaft in einem EU-/EWR-Staat oder der Schweiz wohnt und sich vorübergehend in einem Abkommensstaat aufhält oder umgekehrt.

 Information 

1. Überblick

Bei vorübergehendem Auslandsaufenthalt, z.B. während des Urlaubs, besteht durch über- und zwischenstaatliche Sozialversicherungsabkommen ein Krankenversicherungsschutz in folgenden Ländern (Ausnahme: Marokko, dort nur Feststellung und Überwachung der Arbeitsunfähigkeit):

BelgienBroschüre
Bosnien-HerzegowinaBroschüre
BulgarienBroschüre
DänemarkBroschüre
EstlandBroschüre
FinnlandBroschüre
FrankreichBroschüre
GriechenlandBroschüre
IrlandBroschüre
IslandBroschüre
ItalienBroschüre
KroatienBroschüre
LettlandBroschüre
LiechtensteinBroschüre
LitauenBroschüre
LuxemburgBroschüre
MaltaBroschüre
MarokkoBroschüre
Mazedonien (5)Broschüre
MontenegroBroschüre
NiederlandeBroschüre
NorwegenBroschüre
ÖsterreichBroschüre
PolenBroschüre
PortugalBroschüre
RumänienBroschüre
SchwedenBroschüre
SchweizBroschüre
Serbien (6)Broschüre
SlowakeiBroschüre
SlowenienBroschüre
SpanienBroschüre
TschechienBroschüre
TürkeiBroschüre
TunesienBroschüre
UngarnBroschüre
Vereinigtes KönigreichBroschüre
ZypernBroschüre

Während die EHIC i.d.R. für einen relativ langen Zeitraum ausgestellt wird, muss der Anspruchsvordruck für die Inanspruchnahme von Leistungen in den sog. Abkommensstaaten rechtzeitig vor dem Auslandsaufenthalt bei der zuständigen Krankenkasse angefordert werden. (9)

In allen oben genannten Staaten besteht der Versicherungsschutz allerdings nur i.R.d. dort geltenden Bestimmungen, die häufig nicht so umfassend wie die deutschen Regelungen sind. Darüber hinaus ist der Leistungsumfang durch die Aufenthaltsdauer und in den sog. Abkommensstaaten sogar auf reine Notfallleistungen beschränkt. Der Anspruch besteht in jedem Fall auch nur bei Inanspruchnahme eines Vertragsleistungserbringers, nicht dagegen bei Inanspruchnahme von Privatärzten. Nachträgliche Kostenerstattungen nach innerstaatlich deutschem Recht für privatärztlich in Anspruch genommene Leistungen fallen in der Regel deutlich niedriger aus als das gezahlte Privathonorar (vgl. Auslandsaufenthalt - Leistungen).

Einzelheiten hierzu finden Sie in der obigen Broschüre für das jeweilige Land.

Versicherte, die im EU-/EWR-Ausland oder der Schweiz erkranken, können ggf. auch Erstattungsansprüche für selbst beschaffte Sachleistungen nach innerstaatlich deutschem Recht gegenüber ihrer Krankenkasse geltend machen. Im Einzelfall können die sich daraus ergebenden Erstattungsansprüche höher oder niedriger sein, als die nach EG-Recht auf den Rechtsvorschriften des ausländischen Staates basierenden Ansprüche.

Außerdem kann auch ein Rücktransport vom Urlaubsland nach § 60 Abs. 4 SGB V nicht von der Krankenkasse vergütet bzw. erstattet werden. Es ist deshalb empfehlenswert, für die Auslandsreise zusätzlich eine private Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Dies gilt ganz besonders für Reisen in Länder, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht, denn dort existiert aus der gesetzlichen Krankenversicherung weder ein unmittelbarer Leistungs-, noch ein nachträglicher Kostenerstattungsanspruch für selbst beschaffte Sach- oder Geldleistungen.

Praxistipp:

Bitte beachten Sie bei privaten Reisekrankenversicherungen auch den Leistungsumfang und die max. abgedeckte zeitliche Aufenthaltsdauer im Ausland.

So kann es z.B. sein, dass eine Bergrettung von den Versicherungsleistungen ausgeschlossen ist. In diesem Fall nutzt Ihnen eine solche Versicherung z.B. bei einem Skiurlaub in Österreich wenig.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung bietet im Übrigen auch keinen Versicherungsschutz in Deutschland. Dies gilt auch dann, wenn Sie auf einem Kreuzfahrtschiff, das unter deutscher Flagge fährt, vom dortigen Bordarzt behandelt werden. Da auf Schiffen in internationalen Gewässern das Flaggenstaatsprinzip gilt, gilt die Behandlung an Bord eines unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes als in Deutschland in Anspruch genommen. Da der Bordarzt kein Vertragsarzt ist, erhalten Sie von Ihrer deutschen Krankenkasse im Nachhinein daher max. die deutschen Vertragssätze abzgl. einer Verwaltungskostenpauschale und Ihrer Eigenanteile (z.B. für die verordneten Arzneimittel), die Sie bei einer Behandlung beim deutschen Vertragsarzt zu zahlen gehabt hätten. Von der Auslandsreise-Krankenversicherung erhalten Sie u.U. keine Erstattung, wenn diese nur Behandlungen im Ausland erstattet. Dabei ist es unerheblich, wo sich das Kreuzfahrtschiff während der Behandlung befand (z.B. Mittelmeer, Karibik, spanischer Hafen). Solange die Behandlung an Bord stattfand, ist sie rechtlich wie eine Behandlung in Deutschland zu werten, wenn das Schiff unter deutscher Flagge fährt.

Einige private Krankenversicherungsunternehmen bieten Sondertarife für Personen an, die bereits zu Beginn der Reise an Gesundheitsstörungen leiden (chronisch Kranke), wenn aus ärztlicher Sicht keinerlei Bedenken gegen eine Auslandsreise bestehen. Außerdem haben viele gesetzliche Krankenkassen mit privaten Anbietern Kooperationsverträge abgeschlossen. Diese bieten den Versicherten der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse ebenfalls entsprechende private Urlaubskrankenversicherungen an.

Können Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung wegen bestehender Vorerkrankungen (z.B. Dialysepatienten) oder ihres Lebensalters keinen privaten Versicherungsvertrag abschließen, hat die Krankenkasse die Kosten der erforderlichen Behandlung insoweit bis zu den in Deutschland maßgebenden Gebührensätzen für Kassenpatienten zu übernehmen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Krankenkasse dies vor Beginn des Auslandsaufenthalts festgestellt hat und es sich um einen Aufenthalt außerhalb des Geltungsbereichs des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft und des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum handelt. Der Anspruch ist - mit Ausnahme von Auslandsaufenthalten, die aus schulischen oder Studiengründen erforderlich sind - auf längstens sechs Wochen je Kalenderjahr begrenzt.

Weitere Informationen zu einzelnen Staaten finden Sie auch in den o.g. Broschüren.

2. Urlaubsdialyse

Wenn Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse bei einem Auslandsurlaub eine Dialyse benötigen, ist das folgende Verfahren zu beachten. Es stellt sicher, dass deutsche Versicherte in einer Vertragseinrichtung behandelt werden und die dortigen Vertragssätze i.R.d. Sachleistungsaushilfe unmittelbar abgerechnet werden können.

Es ist im Vorfeld mit einer Dialyseeinrichtung am oder in der Nähe des Urlaubsortes zu klären,

  • ob es sich um eine Vertragseinrichtung des örtlichen Sozialversicherungsträgers handelt (Informationen darüber, welche Vertragseinrichtungen zur Verfügung stehen, sind u.a. über die zuständige Verbindungsstelle der Krankenversicherung im Urlaubsland oder über die Nationale Kontaktstelle (für Deutschland: www.eu-patienten.de) zu erhalten),
  • dass der Anspruchsnachweis der deutschen Krankenkasse (z.B. im EU-/EWR-Bereich die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) oder eine provisorische Ersatzbescheinigung in einem Abkommensstaat der Vordruck mit der Bezeichnung "12" oder "112" (z.B. für Tunesien der Vordruck TN/A 12) akzeptiert wird und somit die Kosten unmittelbar über den örtlichen Krankenversicherungsträger mit der deutschen Krankenkasse abrechnet werden und
  • ob die Dialyseeinrichtung zu den gewünschten Terminen einen Dialyseplatz für die jeweils benötigte Dialyseform zur Verfügung stellen kann.

Sollte keine Vertragseinrichtung zur Verfügung stehen, sind vor der Abreise mit der deutschen Krankenkasse die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen für die Übernahme von Kosten in einer außervertraglichen Einrichtung im Ausland zu klären (§ 13 Abs. 4 - 6 SGB V bzw. § 18 SGB V). Nähere Einzelheiten hierzu enthält die Gemeinsame Empfehlung der Spitzenverbände der Krankenkassen und der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland zu leistungsrechtlichen Umsetzungsfragen des GKV-Modernisierungsgesetzes sowie des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes vom 19.11.2003 i.d.F. vom 18.03.2008 (GKV-ModernisierungsG 4. UmsetzungsEmpf). Weitere Informationen hierzu erteilt auch die Nationale Kontaktstelle unter www.eu-patienten.de oder telefonisch unter 0228/9530800.

3. Wohnort im Ausland

3.1 In Deutschland Versicherte, die in einem EU-/EWR-Staat oder der Schweiz wohnen und sich vorübergehend in einem Abkommensstaat aufhalten

Wohnt der in Deutschland Versicherte in einem anderen EU-/EWR-Staat oder der Schweiz und hält er sich vorübergehend in einem Abkommensstaat auf, erhält er auch für die dort ggf. sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) von seiner deutschen Krankenkasse eine Anspruchsbescheinigung, sofern er sich auf das durch den EG-Vertrag eingeräumte Freizügigkeitsrecht berufen kann. Dies ist für alle Staatsangehörigen - unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit - der Fall, wenn sie ihren rechtmäßigen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat der EU haben.

Damit sie im Abkommensstaat den Leistungsanspruch realisieren können, müssen sie jedoch auch die vom Abkommen erfasste Staatsangehörigkeit besitzen. Einschränkungen sehen dabei nur die Abkommen mit der Türkei (nur EU-/EWR-Staatsangehörige, Türken und solche Staatsangehörige, mit denen die jeweilige Vertragspartei ein Abkommen geschlossen hat) sowie das deutsch-tunesische Abkommen über Soziale Sicherheit (nur EU-/EWR-Staatsangehörige, Schweizer und Tunesier) vor.

Außerdem ist es erforderlich, dass das Abkommen zwischen Deutschland und dem jeweiligen Staat auch eine Leistungsaushilfe bei Krankheit vorsieht. Dies ist derzeit nur bei den Abkommen mit Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Tunesien und der Türkei der Fall.

Beispiel:

Sachverhalt:
Walter Will (deutscher Staatsangehöriger) und seine Lebensgefährtin Shary Sakhoi (chinesische Staatsangehörige) erhalten nur deutsche Rente und sind als Rentner jeweils bei ihrer deutschen Krankenkasse pflichtversichert. Sie wohnen in Spanien. Vom 01.03. bis zum 31.05. dieses Jahres möchten beide Urlaub in Tunesien machen.

Beurteilung:
Während Herr Will sowohl über einen rechtmäßigen Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat verfügt als auch vom deutsch-tunesischen Abkommen über Soziale Sicherheit erfasst wird, wird seine Lebensgefährtin als chinesische Staatsangehörige nicht vom deutsch-tunesischen Abkommen über Soziale Sicherheit erfasst. Die deutsche Krankenkasse kann daher nur für Herrn Will eine Anspruchsbescheinigung für die Inanspruchnahme von Notfallleistungen während des vorübergehenden Aufenthalts in Tunesien ausstellen.

3.2 In Deutschland Versicherte, die in einem Abkommensstaat wohnen und sich vorübergehend in einem EU-/EWR-Staat oder der Schweiz aufhalten

In diesen Fällen kann für EU-Staatsangehörige - soweit sie auch vom persönlichen Geltungsbereich des jeweiligen Abkommens erfasst werden - generell ein Anspruchsnachweis für die unter Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer medizinisch notwendige Sachleistungen ausgestellt werden, da für sie der EG-Vertrag und die EG-Verordnung Nr. 883/2004 anzuwenden sind. Dies gilt auch für ihre Familienangehörigen, und zwar dort unabhängig von deren Staatsangehörigkeit.

Selbst versicherte Drittstaatsangehörige und deren Familienangehörige haben diesen Anspruch jedoch nicht. Sie können sich auch nicht auf die EU-Verordnung Nr. 1231/10 (Drittstaatenverordnung) berufen, da sie ihren rechtmäßigen Wohnsitz nicht in einem Mitgliedstaat haben (vgl. Art. 1 EU-Verordnung Nr. 1231/2010).

Beispiel:

Sachverhalt:
Tobias Tabs (deutscher Staatsangehöriger und Rentner) wohnt mit seiner türkischen familienversicherten Ehefrau Ayse in der Türkei. Beide sind bei einer deutschen Krankenkasse versichert. Herr und Frau Tabs möchten im Winter 2019 Urlaub in Norwegen machen.

Beurteilung:
Herr Tabs wird als deutscher Staatsangehöriger vom deutsch-türkischen Abkommen über Soziale Sicherheit erfasst. Da auf ihn auch der EG-Vertrag und die EG-Verordnung Nr. 883/2004 anzuwenden sind, stellt ihm seine Krankenkasse für den vorübergehenden Aufenthalt in Norwegen eine provisorische Ersatzbescheinigung aus. Dies gilt ebenfalls für seine Ehefrau. Da sie als familienversicherte Ehegattin den Anspruch aus seiner Versicherung ableitet, ist ihre Staatsangehörigkeit für den Anspruch unbedeutend.

Wäre Frau Tabs allerdings z.B. aufgrund eines eigenen deutschen Rentenbezuges bei Wohnsitz in der Türkei in Deutschland gesetzlich versichert, könnte sie sich als Drittstaatsangehörige nicht auf Art. 1 der EU-Verordnung Nr. 1231/2010 berufen, da sie keinen rechtmäßigen Wohnsitz innerhalb der EU, sondern in der Türkei hätte. In diesem Falle dürfte die deutsche Krankenkasse keine provisorische Ersatzbescheinigung für die Leistungsinanspruchnahme während des vorübergehenden Aufenthalts in Norwegen ausstellen.

Anmerkung 1:
Hinsichtlich der gegenseitigen Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit gilt seit dem 01.05.2010 die EG-Verordnung Nr. 883/2004 sowie deren Durchführungsverordnung, die EG-Verordnung Nr. 987/2009. Die EG-Verordnungen gelten inzwischen auch für Staatsangehörige anderer Staaten (Drittstaatsangehörige), wenn diese ihren rechtmäßigen Wohnsitz in einem EU-Staat (Ausnahme: Dänemark, hier nur EU-/EWR-Staatsangehörige und Schweizer, und Vereinigtes Königreich) haben. Für Drittstaatsangehörige in Bezug auf das Vereinigte Königreich gelten auch über den 01.05.2010 hinaus weiterhin die Rechtsvorschriften der EWG-Verordnung Nr. 1408/71 und ihrer Durchführungsverordnung, der EWG-Verordnung Nr. 574/72. Wer als Drittstaatsangehöriger in Bezug auf das Vereinigte Königreich anzusehen ist, erörtert der Fachbeitrag EG-Verordnung Nr. 883/2004. Durch das "Brexit-Referendum" treten zunächst in Bezug auf das Vereinigte Königreich keine rechtlichen Änderungen ein. Durch den vom Vereinigten Königreich am 30.03.2017 erklärten Austritt aus der EU, gilt nach Art. 50 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) eine zweijährige Übergangsfrist. Diese endet am 29.03.2019. Für die Auswirkungen auf die Gültigkeit der Bescheinigung A1, vgl. Informationen in der Broschüre "Meine Sozialversicherung bei Arbeit im Vereinigten Königreich". Bitte beachten Sie das Schweizer sowie andere Drittstaatsangehörige in Bezug auf die EWR-Staaten Island, Lichtenstein und Norwegen nicht von der EG-Verordnung Nr. 883/2004 erfasst werden, da der Gemeinsame EWR-Ausschuss die sog. Drittstaatenverordnung - VO (EU) 1231/10 - bisher nicht übernommen hat (vgl. Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes Nr. 2011/12). Dies gilt wegen einer fehlenden Zustimmung des Gemischten Ausschusses auch für EWR-Staatsangehörige aus Island, Liechtenstein und Norwegen sowie für Drittstaatsangehörige in Bezug auf Sachverhalte mit der Schweiz.

Anmerkung 2:
In Deutschland Versicherte können sich seit 01.10.2008 in Mazedonien und seit 01.01.2013 in Montenegro unmittelbar mit ihrer EHIC an den Leistungserbringer wenden (wie in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz). Allerdings ist der Leistungsumfang in Mazedonien und Montenegro bis auf Weiteres auf die sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) beschränkt.

Anmerkung 3:
Hinsichtlich der gegenseitigen Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit gilt seit dem 01.05.2010 die EG-Verordnung Nr. 883/2004 sowie deren Durchführungsverordnung, die EG-Verordnung Nr. 987/2009. Die EG-Verordnungen gelten inzwischen auch für Staatsangehörige anderer Staaten (Drittstaatsangehörige), wenn diese ihren rechtmäßigen Wohnsitz in einem EU-Staat (Ausnahme: Dänemark, hier nur EU-/EWR-Staatsangehörige und Schweizer, und Vereinigtes Königreich) haben. Für Drittstaatsangehörige in Bezug auf das Vereinigte Königreich gelten auch über den 01.05.2010 hinaus weiterhin die Rechtsvorschriften der EWG-Verordnung Nr. 1408/71 und ihrer Durchführungsverordnung, der EWG-Verordnung Nr. 574/72. Wer als Drittstaatsangehöriger in Bezug auf das Vereinigte Königreich anzusehen ist, erörtert der Fachbeitrag EG-Verordnung Nr. 883/2004. Durch das "Brexit-Referendum" treten zunächst in Bezug auf das Vereinigte Königreich keine rechtlichen Änderungen ein. Durch den vom Vereinigten Königreich am 30.03.2017 erklärten Austritt aus der EU, gilt nach Art. 50 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) eine zweijährige Übergangsfrist. Diese endet am 29.03.2019. Bitte beachten Sie das Schweizer sowie andere Drittstaatsangehörige in Bezug auf die EWR-Staaten Island, Lichtenstein und Norwegen nicht von der EG-Verordnung Nr. 883/2004 erfasst werden, da der Gemeinsame EWR-Ausschuss die sog. Drittstaatenverordnung - VO (EU) 1231/10 - bisher nicht übernommen hat (vgl. Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes Nr. 2011/12). Dies gilt wegen einer fehlenden Zustimmung des Gemischten Ausschusses auch für EWR-Staatsangehörige aus Island, Liechtenstein und Norwegen sowie für Drittstaatsangehörige in Bezug auf Sachverhalte mit der Schweiz.

Anmerkung 4:
In Deutschland Versicherte können sich seit 01.10.2008 in Mazedonien und seit 01.01.2013 in Montenegro unmittelbar mit ihrer EHIC an den Leistungserbringer wenden (wie in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz). Allerdings ist der Leistungsumfang in Mazedonien und Montenegro bis auf Weiteres auf die sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) beschränkt.

Anmerkung 5:
In Deutschland Versicherte können sich seit 01.10.2008 in Mazedonien und seit 01.01.2013 in Montenegro unmittelbar mit ihrer EHIC an den Leistungserbringer wenden (wie in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz). Allerdings ist der Leistungsumfang in Mazedonien und Montenegro bis auf Weiteres weiterhin auf die sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) beschränkt

Anmerkung 6:
In Deutschland Versicherte können seit 01.01.2012 in Serbien mit ihrer EHIC sofort notwendige Sachleistungen erhalten. Sie zeigen hierzu ihre EHIC beim regionalen serbischen Träger der Krankenversicherung vor und erhalten daraufhin von diesem eine Anspruchsbescheinigung zur Inanspruchnahme von Notfallleistungen bei einem dortigen Vertragsleistungserbringer. Eine direkte Inanspruchnahme des serbischen Vertragsleistungserbringers mit der EHIC ist hier nicht möglich.

Anmerkung 7:
In Deutschland Versicherte können sich seit 01.10.2008 in Mazedonien und seit 01.01.2013 in Montenegro unmittelbar mit ihrer EHIC an den Leistungserbringer wenden (wie in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz). Allerdings ist der Leistungsumfang in Mazedonien bis auf Weiteres weiterhin auf die sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) beschränkt

Anmerkung 8:
In Deutschland Versicherte können seit 01.01.2012 in Serbien mit ihrer EHIC sofort notwendige Sachleistungen erhalten. Sie zeigen hierzu ihre EHIC beim regionalen serbischen Träger der Krankenversicherung vor und erhalten daraufhin von diesem eine Anspruchsbescheinigung zur Inanspruchnahme von Notfallleistungen bei einem dortigen Vertragsleistungserbringer. Eine direkte Inanspruchnahme des serbischen Vertragsleistungserbringers mit der EHIC ist hier nicht möglich.

Anmerkung 9:
In Deutschland Versicherte können sich seit 01.10.2008 in Mazedonien und seit 01.01.2013 in Montenegro unmittelbar mit seiner EHIC an den Leistungserbringer wenden (wie in den EU-/EWR-Staaten und der Schweiz). Allerdings ist der Leistungsumfang in Mazedonien und Montenegro bis auf Weiteres weiterhin auf die sofort notwendigen Sachleistungen (Notfallleistungen) beschränkt.