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Aufwendungsausgleich - Erstattungsanspruch

 Information 

Der Arbeitgeber hat gegen die Krankenkasse einen Anspruch auf Erstattung bestimmter Aufwendungen, die ihm aus Anlass von Arbeitsunfähigkeit und Schwangerschaft entstehen. Die Art und die Höhe der Erstattung hängt von der Größe des Arbeitgebers ab (s. dazu Aufwendungsausgleich - Arbeitgebergröße). Das Erstattungsverfahren ist für die betroffenen Arbeitgeber in keinem Fall kostenlos. Sie finanzieren die Entgeltfortzahlungsversicherung durch ein Umlageverfahren.

1. Was wird erstattet?

Bei Arbeitgebern, die in der Regel ausschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen, 80 %

Bei allen Arbeitgebern in voller Höhe

2. Für wen wird erstattet?

Die Erstattung nach § 1 Abs. 1 AAG betrifft alle Arbeitnehmer, d.h.

  • Angestellte,

  • Arbeiter und

  • Auszubildende,

die Ansprüche auf Entgeltfortzahlung nach §§ 3 Abs. 1 u. 2, 9 Abs. 1 EFZG haben.

Die Erstattung nach § 1 Abs. 2 AAG betrifft nur

  • Schwangere und

  • Mütter.

Die Arbeitszeit spielt bei der Frage, für wen erstattet wird, keine Rolle. Die Krankenkassen erstatten die Aufwendungen auch für Teilzeitmitarbeiter und geringfügig Beschäftigte. § 1 AAG schließt alle Arbeitnehmer ein.

3. Wie wird erstattet?

Der Arbeitgeber muss einen Antrag stellen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 AAG). Die Erstattung ist zu gewähren, sobald der Arbeitgeber

gezahlt hat (§ 2 Abs. 2 Satz 2 AAG).

Die Zahlung der Erstattung wird von der Krankenkasse vorgenommen, bei der

  • die Arbeitnehmer,

  • die Auszubildenden oder

  • die nach §§ 11, 14 Abs. 1 MuSchG anspruchsberechtigten Frauen

versichert sind (§ 2 Abs. 1 Satz 1 AAG).

Für geringfügig Beschäftigte nach § 8 SGB IV ist die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Träger der knappschaftlichen Krankenversicherung zuständig (§ 2 Abs. 1 Satz 2 AAG). Für Arbeitnehmer, die nicht Mitglied einer Krankenkasse sind, gilt § 175 Abs. 3 Satz 2 SGB V entsprechend (§ 2 Abs. 1 Satz 3 AAG).

4. Wie lange wird erstattet?

Die Feststellung der Krankenkasse nach § 3 Abs. 1 AAG ist für das gesamte Kalenderjahr bindend. Das heißt: Eine Änderung der Beschäftigtenzahl im laufenden Kalenderjahr ist unerheblich.

Beispiel:

Arbeitgeber A erfüllt am 01.01. des Kalenderjahrs die Voraussetzungen für das Erstattungsverfahren nach § 1 Abs. 1 AAG. Er hat in der Vergangenheit nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigt. Durch Auftragszuwächse verändert sich im laufenden Kalenderjahr die Beschäftigtenzahl. Bereits im Juni stehen 35 Mitarbeiter auf der Lohnliste - Tendenz steigend. A bleibt im laufenden Kalenderjahr weiter im U1-Verfahren. Erst mit Beginn des nächsten Jahres gehört er zu den Arbeitgebern, die wegen einer Mitarbeiterzahl von mehr als 30 nicht mehr am Ausgleichsverfahren nach § 1 Abs. 1 AAG teilnehmen.

Ein Arbeitgeber, der zum 01.01. des laufenden Kalenderjahrs in das Ausgleichsverfahren einbezogen wird, hat ab diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Erstattung seiner Aufwendungen. Das gilt sogar für Fälle, in denen die Arbeitsunfähigkeit vor dem 01.01. im voraufgehenden Kalenderjahr eingetreten ist. Die Arbeitsunfähigkeit muss nur über den 31.12. des abgelaufenen Jahres hinaus fortbestehen und den Arbeitgeber zur Entgeltfortzahlung verpflichten.

Beispiel:

Mitarbeiter M wird am 17.12. arbeitsunfähig krank. Arbeitgeber A ist verpflichtet, ihm nach § 3 Abs. 1 EFZG Entgelt fortzuzahlen. Im laufenden Kalenderjahr ist A nicht im U1-Verfahren, weil er im Jahresverlauf überwiegend mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigte. Durch Abbau von Überkapazitäten wird A in Zukunft zu den Arbeitgebern gehören, die nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Er gehört mit dem 01.01. des Folgejahres zu den Arbeitgebern, die in diesem Jahr am Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen teilnehmen. Dauert Ms Arbeitsunfähigkeit länger als bis zum 31.12. des laufenden Jahres, kann A ab dem 01.01. für die Entgeltfortzahlung im neuen Jahr eine Erstattung verlangen. In diesem Jahr wird er auch in das U1-Verfahren einbezogen. Es entstehen keine rückwirkenden Ansprüche für das laufende Kalenderjahr.

Fällt ein Arbeitgeber mit dem 31.12. des laufenden Jahres aus dem Ausgleichsverfahren heraus, endet damit auch sein Erstattungsanspruch. Insoweit ist es unerheblich, ob die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers über den 31.12. hinaus fortbesteht und der Arbeitgeber weiterhin zur Fortzahlung des Entgelts verpflichtet ist. Die zeitliche Bindung an die Feststellung nach § 3 Abs. 1 AAG bezieht sich also immer nur auf das laufende Kalenderjahr.

Beispiel:

Arbeitgeber A nimmt im laufenden Kalenderjahr am U1-Verfahren teil. Arbeitnehmer M wird am 17.12. arbeitsunfähig krank. Ab dem 01.01. des Folgejahres wird A nicht mehr in den Ausgleich für Arbeitgeberaufwendungen einbezogen - er wird dauerhaft mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Für das laufende Jahr hat A wegen Ms Arbeitsunfähigkeit Ansprüche nach § 1 Abs. 1 AAG. Dieser Anspruch endet auch dann am 31.12. des laufenden Jahres, wenn Ms Arbeitsunfähigkeit über diesen Tag hinaus fortdauert.

Eine freiwillige Verlängerung der Teilnahme ist nicht möglich, die Kündigung der Teilnahme ist ausgeschlossen. Die Teilnahmepflicht besteht kraft Gesetzes.

 Siehe auch 

Aufwendungsausgleich - Allgemeines

Aufwendungsausgleich - Arbeitgebergröße

Aufwendungsausgleich - U1-Verfahren

Aufwendungsausgleich - U2-Verfahren

Entgeltfortzahlung - Aufwendungsausgleich