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Akkordlohn - Wechsel der Entlohnungsart

 Information 

1. Ausgangslage

Eine Änderung geltender Akkordsätze ist in der betrieblichen Praxis nicht selten erforderlich, ja oft unvermeidlich, sei es, dass sich als Folge einer Neufestsetzung des tariflichen Zeitlohnansatzes diese Frage für den Geldfaktor oder für die Stücklöhne stellt, sei es, dass es gilt, die vorgegebenen Zeiten veränderten Berechnungsgrundlagen anzupassen, oder schließlich Fehler in der Ermittlung.

Zu Recht wird dieser Vorgang in der Fachliteratur als "Akkordrevision" oder auch als "Akkordreklamation" bezeichnet.

2. Hauptfehlerquellen

Als Hauptfehlerquellen kommen die von Anfang an unrichtige Akkordfestsetzung sowie die nachträgliche Änderung der Akkordgrundlage in Betracht.

Im Falle einer unrichtigen Festsetzung zum Nachteil des Arbeitnehmers (sog. Akkordschere) ist wie folgt zu unterscheiden:

2.1 Fehler bei Anwendung arbeitswissenschaftlicher Methoden

Ist die Akkordvorgabe aufgrund Tarifvertrags, Betriebsvereinbarung oder Einzelvertrags nach arbeitswissenschaftlicher Methodik festzusetzen, dann kann die Festsetzung grundsätzlich jederzeit geändert bzw. den neuen Umständen angepasst werden, wenn sich herausstellt, dass sie von Anfang an absichtlich oder auch unabsichtlich fehlerhaft war. Dies gilt jedoch im Falle einer zwischen den Arbeitsvertragsparteien zu hoch vereinbarten Zeitvorgabe nicht (BAG, 24.07.1958 - 2 AZR 351/56).

2.2 Fehler bei Auslassung arbeitswissenschaftlicher Methoden

Ist die Akkordvorgabe hingegen nicht aufgrund arbeitswissenschaftlicher Methodiken festgesetzt worden und sind die Voraussetzungen und Verfahren einer etwaigen Änderung der Akkordsätze zwischen den Arbeitsvertragsparteien nicht vereinbart, so bleibt nur eine Änderungskündigung möglich, im Falle der einseitigen Festsetzung gemäß § 315 BGB auch durch einseitige, jederzeit gerichtlich nachprüfbare Festsetzung des Arbeitgebers.

Unproblematisch ist dagegen die Änderung bzw. Anpassung von eventuellen Schreib- und Rechenfehlern im Vorgabezeitraum, da es hier ja nicht zu neuen Zeitaufnahmen oder neuen sachlichen Berechnungen kommen muss.

Praxistipp:

Um sicherzustellen, dass ein Wechsel des Entlohnungsgrundsatzes entsprechend den betrieblichen Erfordernissen vorgenommen werden kann, hat sich eine Bestimmung im Einzelvertrag als praktikabel erwiesen, die wie folgt lautet:

"Die Entlohnung richtet sich nach der übertragenen Arbeit, die entsprechend den betrieblichen Regelungen und Notwendigkeiten entweder im Akkord-, Prämien- oder Zeitlohn zu verrichten ist. Ein Anspruch auf dauernde oder zeitweise Beschäftigung im Leistungslohn besteht nicht. Mit der Einweisung in eine neue Tätigkeit gilt der hierfür maßgebende Entlohnungsgrundsatz."

 Siehe auch 

Akkordlohn - Allgemeines

Akkordlohn - Arbeitsausfall

Akkordlohn - Bestimmungsfaktoren

Akkordlohn - Fragen des Vertragsrechts

Akkordlohn - Gesetzliche Vorschriften

Akkordlohn - Mitbestimmung

Akkordlohn - Schlechtleistung und Mängelhaftung

Akkordlohn - Verdienstrisiko

Akkordlohn - Vertragsbruch