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Bundesarbeitsgericht
Urt. v. 20.05.2008, Az.: 9 AZR 382/07

Mündliche Abreden können vor Schriftform gehen

Eine vom Arbeitgeber vorformulierte Arbeitsvertragsklausel ist unwirksam, wenn sie den Arbeitnehmer „unangemessen benachteiligt“. Das hat das BAG in einem Fall entschieden, in dem einem Mitarbeiter, der als Büroleiter in China mit dortigem Wohnsitz arbeitete, die Miete vom Arbeitgeber erstattet worden war. Diese „betriebliche Übung“ — die für alle Beschäftigten durchgeführt wurde, mündlich vereinbart war und bereits 3 Jahre lang „lief“ — darf dann nicht mit dem Hinweis darauf eingestellt werden, im Arbeitsvertrag stünde eine Klausel, nach der „Änderungen und Ergänzungen des Vertrags“ (...) der Schriftform bedürften.

Quelle: Wolfgang Büser

Wirksamkeit einer sogenannten doppelten Schriftformklausel in einem Arbeitsvertrag; Berücksichtigung des Vorrangs von individuellen Vertragsabreden vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB); Folgen des Erzeugens des Eindrucks der Unwirksamkeit einer mündlichen individuellen Vertragsabrede wegen Nichteinhaltung der Schriftform durch eine vertragliche Klausel

Gericht: BAG

Entscheidungsform: Urteil

Datum: 20.05.2008

Referenz: JurionRS 2008, 15820

Aktenzeichen: 9 AZR 382/07

ECLI: [keine Angabe]

Fundstellen:

BAGE 126, 364 - 374

AiB-newsletter 2008, 4 (Pressemitteilung)

ArbRB 2008, 327 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)

ArztR 2009, 74 (amtl. Leitsatz)

AuA 2008, 431 (Kurzinformation)

AuA 2009, 52 (Volltext mit red. LS u. Anm.)

AuR 2008, 226 (Kurzinformation)

AuR 2008, 403 (amtl. Leitsatz)

AUR 2008, 226 (Kurzinformation)

AUR 2008, 403 (amtl. Leitsatz)

BB 2008, 1225 (Kurzinformation)

BB 2008, 2242-2243 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)

BB 2008, 2691 (Volltext mit red. LS u. Anm.)

DB 2008, 2362-2365 (Urteilsbesprechung von RAe Dr. Nils Schramm und Dr. Andrea Kröpelin)

DB 2008, IX Heft 40 (amtl. Leitsatz)

DB 2008, XVII Heft 22 (Pressemitteilung)

DB 2008, 2365-2368 (Volltext mit amtl. LS)

DStR 2008, XIII Heft 45 (amtl. Leitsatz)

DStR 2008, 2495 (Kurzinformation)

EBE/BAG 2008, 158-160

EWiR 2008, 705 (Volltext mit red. LS u. Anm.)

EzA-SD 11/2008, 7 (Pressemitteilung)

EzA-SD 21/2008, 5-8

FA 2008, 214

FA 2009, 12

FA 2009, 7

FA 2008, 341 (red. Leitsatz)

HzA aktuell 2008, 10-11

HzA aktuell 2008, 6-9

JR 2009, 307

MDR 2008, R15 (Kurzinformation)

MDR 2008, 1344 (Volltext mit amtl. LS)

NJW 2009, 316-319 (Volltext mit amtl. LS)

NJW-Spezial 2008, 690 (Kurzinformation) "Doppelte Schriftformklausel"

NotBZ 2009, 424

NWB 2008, 4850-4851 (Kurzinformation)

NWB 2008, 3271 (Kurzinformation)

NZA 2009, 62

NZA 2008, 1222-1226 (Urteilsbesprechung von RA Dr. Tobias Leder, LL.M. und RRef Philipp Scheuermann, LL.M.)

NZA 2008, VII Heft 11 (Kurzinformation)

NZA 2009, 281-289 (Urteilsbesprechung von Prof. Dr. Ulrich Preis)

NZA 2008, 1233-1237 (red. Leitsatz)

NZM 2009, 373

PuR 2008, 11 (Pressemitteilung)

RdA 2009, 386

RdW 2009, 220-221

SAE 2009, 93-97

schnellbrief 2008, 1 (Pressemitteilung)

ZAP EN-Nr. 457/2008

ZInsO 2008, V Heft 24 (amtl. Leitsatz)

ZIP 2008, A46 (Kurzinformation)

ZIP 2008, 2035-2039 (Volltext mit amtl. LS)

ZTR 2008, 683-686 (Volltext mit amtl. LS)

ZUb 2008, 283

BAG, 20.05.2008 - 9 AZR 382/07

Amtlicher Leitsatz:

Vom AG vorformulierte Arbeitsvertragsklauseln sind gem. § 307 Abs.1 S.1 BGB unwirksam, wenn sie den AN entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen. Nach § 305b BGB haben individuelle Vertragsabreden vor Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Vorrang. Der Erstatttungsanspruch des Kl. folgt aus betrieblicher Übung. Die Schrifformklausel ist zu weit gefasst und daher gem. § 307 Abs.1 S.1 BGB unwirksam. Sie erweckt beim AN entgegen der Schutzvorschirft des § 305b BGB den Eindruck, auch eine mündliche individuelle Vertragabrede sei wegen Nichteinhaltung der Schriftorm gem § 125 S.2 BGB unwirksam.

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