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Führen im digitalen Zeitalter

Beim diesjährigen iga.Expertendialog der Initiative Gesundheit und Arbeit diskutierten Fachleute aus Prävention und Betrieblicher Gesundheitsförderung aus ganz Deutschland über New Work und Digital Leadership. Im Interview erklärt Prof. Andréa Belliger, Direktorin des Instituts für Kommunikation & Führung (IKF) in Luzern, die Aufgaben, die dabei auf Führungskräfte zukommen.

iga.Expertendialog zum Thema „New Work – Digital Leadership“

In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) arbeiten der AOK-Bundesverband, der BKK Dachverband, der Verband der Ersatzkassen und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zusammen. Sie bereiten aktuelle Themen der Prävention und der Betrieblichen Gesundheitsförderung auf, zum Beispiel in Form von Veröffentlichungen, Praxishilfen oder Veranstaltungen.

Dazu zählt auch der iga.Expertendialog, der in diesem Jahr unter Federführung des AOK-Bundesverbands stattfand und sich dem Thema „New Work – Digital Leadership“ widmete. Zwei Tage lang diskutierten 28 Berater für Prävention und Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt mit Andréa Belliger (Expertin für digitale Transformation und Führung) und Sven Franke (Experte für New Work) intensiv über die Veränderungen der Arbeitswelt durch die digitale Transformation und die neuen Aufgaben von Führungskräften in der sogenannten Arbeitswelt 4.0.

Führungskräfte brauchen neue Kompetenzen

Die digitale Transformation verändert Gesellschaft, Werte und Arbeitswelt – das wirkt sich auch auf die Führung von Unternehmen aus. Wenn es um die Änderungen auf Managementebene geht, fallen oftmals die Schlagworte „Führung auf Distanz“ oder „Leitung von schnell wechselnden Teams“ beziehungsweise „virtuelle Führung“. Für Vorgesetzte bedeutet das: Sie müssen neue Fähigkeiten entwickeln. Dazu sagte Professor Andréa Belliger, Direktorin des Instituts für Kommunikation & Führung (IKF) in Luzern:

„Ich glaube, lange Zeit in den vergangenen Jahren wurde digitale Transformation, also der Veränderungsprozess als etwas sehr Technologisches wahrgenommen und man hat das sehr schnell an die IT delegiert. Jetzt merkt man plötzlich, „nein“, das geht darüber hinaus. Es ist ein Veränderungsprozess, der die Kultur verändert und ist im Kern Chefinnen- und Chef- Sache.

Das heißt, Führungskräfte müssen sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, die Skills, die sie benötigen sind völlig neu, also es sind nicht Skills fachlicher Kompetenzen, die heute gefragt sind von Führungskräften, sondern es sind plötzlich Softskills wie sinnstiftend unterwegs zu sein, Sinnstiftung in Arbeit zu generieren, gute Rahmenbedingungen für Innovation zu schaffen. So etwas wie Cognitive Load Management selber zu können, also mit Überfülle an Information umzugehen, interkulturelle Kompetenz, zwischen Fachgebieten vermitteln, übersetzen zu können, soziale Kompetenzen sind für Führungskräfte heute gefragt.“ 

Eine neue Führungskultur ist gefragt

Im Zuge des New Work Konzepts werden in den Unternehmen die Organisationsstrukturen umgebaut. Aus hierarchisch geführten Betrieben werden flexible Netzwerke mit flachen Hierarchien. Statt Befehlston von oben gilt es, eine Vertrauenskultur zu pflegen. Dazu gehören Mitarbeitermitbestimmung und der Abschied von Statussymbolen. Was das für Führungskräfte bedeutet, erklärte Andréa Belliger:

„Ich glaube, was wir sehen ist ein Paradigmenwechsel in der Art, wie sich Organisationen aufstellen in der digitalen Transformation. Und zwar könnte man sagen, es geht von Systemen, also Organisationen, die Top-Down gesteuert werden können mit geschlossenen Rollen und Funktionen, hin zu Netzwerkstrukturen.

Netzwerke sind ganz anders aufgestellt. Netzwerke sind offen, durchlässig, geben keine Rollen und Funktionen vor und dadurch verändert sich Führung. Führung ist plötzlich nicht mehr Top-Down-Führung, weil sich Netzwerke per se nicht Top-Down führen lassen, sondern Führung wird zur Kontextsteuerung.

Dies ist eine völlig neue Kultur und damit müssen sich Führungskräfte, die in klassischen Linienorganisationen sozialisiert sind, erst einmal auseinandersetzen. Das heißt neues Selbstverständnis aufbauen, neue Leadership-Methoden – falls es sowas wie Leadership überhaupt noch gibt in dieser neuen Welt – sich aneignen und überhaupt sich mit Rollen, Funktionen und Kulturen auseinandersetzen. Also ich glaube, Führungsarbeit wird zunehmend zur Kulturarbeit."

Der Arbeit mehr Sinn geben

Durch die Veränderungsprozesse der digitalen Transformation entstehen neue Chancen. Führungskräfte können dank digitaler Techniken ihre Mitarbeiter stärker begleiten, fördern und Rahmenbedingungen bereitstellen. Frau Belliger spricht davon, der Arbeit wieder mehr Sinn zu geben:  

„Ich glaube, was schon Chance ist, was sich aber noch bewahrheiten muss, ist, dass wenn wir Prozesse digitalisieren können, automatisieren, wir eine Effizienzsteigerung haben, die wir dann sinnvollerweise wirklich in menschliche Fähigkeiten investieren. Dort, wo wir gut sind, also nicht im Zusammenrechnen von Zahlen, sondern in persönlicher Beratung, im Coaching, in Begleitung, im Schaffen von guten Rahmenbedingungen.

Das wäre natürlich die Hoffnung und da sollten wir auch darauf hinarbeiten, dass Einführung von digitalen Prozessen nicht zu einem Abbau von Arbeit führt, sondern zu einer Verlagerung.

Viele Führungskräfte setzen sich im Moment gerade mit dieser Thematik auseinander. Ich glaube eher, dass sie gut damit zurechtkommen, weil es eine Chance ist, die sich langsam leerende Funktion von Leadership, die abgelöst wird durch dezentrale Teams, wo die Kompetenz eigentlich sitzt, diese Funktion abzulösen und der eigenen Arbeit wieder mehr Sinn zu geben.

Portraitfoto Andréa Belliger

Professor Andréa Belliger ist Direktorin des Instituts für Kommunikation & Führung (IKF) in Luzern. Unter anderem berät sie Organisationen zur Digitalen Transformation, insbesondere in Bereichen wie Bildung, Verwaltung und Gesundheit. 2015 war sie Themenpatin für „Digitale Gesundheit“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mehr zum Thema Arbeiten 4.0: Der iga-Podcast mit Sven Franke

Arbeitswelt 4.0, New Work, Digitale Transformation und Digital Leadership – was bedeuten diese Veränderungen für die Führungskräfte und welche Kompetenzen werden für die neue Arbeitswelt entscheidend und welche Chancen und Risiken entstehen für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten? An welchen Stellen und mit welchen Methoden sollte BGM in dieser Arbeitswelt ansetzen, um erfolgreich zu sein? Sven Franke. ist Organisationsbegleiter, Sparringspartner für Betriebsräte und Unternehmensleitungen, Autor und Keynotespeaker und ausgewiesener Experte für die Bereiche New Work und Digital Leadership.

Hören Sie hier das Interview mit Sven Franke:

Stand: 09/2019

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