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Sucht im Job

© Purestoc / Thinkstock
Sucht: Tabletten in einer Hand

Überhöhter Alkohol-, Drogen- oder unsachgemäßer Medikamentenkonsum beinträchtigen nicht nur die eigene Gesundheit, sondern wirken sich auch negativ auf das Unternehmen aus. 

Die Liste von psychoaktiven Substanzen mit Suchtpotenzial wird jedes Jahr länger, ohne dass die bekannten von der Bildfläche verschwinden. Crystal Meth, Bonzai oder Spice mögen die meisten nur aus Medienberichten kennen. Insbesondere Alkohol, aber auch Cannabis und Psychopharmaka (Neuroenhancer, Angstlöser, Stimulantien etc.) sind dagegen allgegenwärtig. Laut Drogen- und Suchtbericht 2017 der Bundesregierung nehmen rund 7,8 Mio. Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol „in gesundheitlich riskanten Mengen“ (bei Frauen mehr als 12, bei Männern mehr als 24 Gramm Reinalkohol pro Tag) zu sich. Der Bericht spricht zudem von rund 3,11 Mio. erwachsenen Cannabis-Konsumenten in Deutschland sowie von 2,65 Mio. Personen „mit medikamentenbezogenen Problemen“. Generell sei bei allen Suchtmitteln von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Diese Zahlen gelten zwar nicht 1:1 für die Arbeitswelt, sie verdeutlichen aber die Relevanz des Themas.

Als Arbeitgeber entgegenwirken

Die DHS hat daher bereits vor einigen Jahren eigens einen Tätigkeitsschwerpunkt zum Thema „Sucht am Arbeitsplatz“ etabliert. Führungskräften mit Personalverantwortung kommt eine Schlüsselrolle bei der betrieblichen Suchtprävention zu. Gerade ein sensibles Wahrnehmen von Warnsignalen (Geruch nach Alkohol, Wesensveränderungen, Nachlässigkeiten) und ein frühzeitiges, klärendes Gespräch ist für Mitarbeiter die beste Hilfestellung. Doch die Praxiserfahrungen zeigen: Noch immer ignorieren viele Vorgesetzte viel zu lange offensichtliche suchtbedingte Probleme von Mitarbeitern – meist weil sie nicht geschult sind, rechtzeitig und angemessen zu reagieren. Manchmal scheuen sich Führungskräfte, einen Beschäftigten mit seiner Sucht zu konfrontieren oder einen Konflikt. Die Hoffnung, das Problem werde sich schon von allein lösen, erfüllt sich meistens nicht. Vorgesetzte müssen wissen, dass sie einen Abhängigen nicht therapieren können, sondern vielmehr ihn zu motivieren und zu unterstützen, frühzeitig professionelle Hilfe zu finden und in Anspruch zu nehmen.

Nach den Erfahrungen der DHS-Experten hat es sich bewährt, wenn der Vorgesetzte den Mitarbeiter zunächst mit seinen eigenen Wahrnehmungen konfrontiert – also zum Beispiel mit der Aussage: „Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit häufig zu spät kommen und viele Flüchtigkeitsfehler machen.“ Ein Satz wie „Ich glaube, Sie sind alkoholkrank“ sollte hingegen unbedingt vermieden werden, denn für eine Diagnose ist der Vorgesetzte nicht zuständig. Nachdem er dem Mitarbeiter die beobachteten Auffälligkeiten und deren Auswirkungen auf die Arbeitsleistung geschildert hat, sollte der Vorgesetzte klare Erwartungen und angemessene Konsequenzen formulieren. So kann in weiteren Gesprächen auch eine Abmahnung verdeutlichen, dass das Unternehmen bereit ist, Konsequenzen zu ziehen, wenn keine Bereitschaft zu einer Änderung zu erkennen ist. Empfehlenswert ist es, am Ende eines ersten Gesprächs auf konkrete Unterstützungsangebote hinzuweisen – also zum Beispiel auf örtliche Suchtberatungsstellen, die beim Weg aus der Abhängigkeit helfen.

Für alle Beteiligten – Vorgesetzte, Mitarbeiter und Betroffene – ist es sinnvoll, ein betriebliches Hilfsprogramm in Form einer Betriebsvereinbarung abzuschließen, die ein systematisches, stufenweises Vorgehen im Fall von Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch regelt. Regelmäßige Schulungen für Führungskräfte unterstützen dieses Vorgehen. Denn Hilfe setzt voraus, dass Führungskräfte und Teamkollegen lernen, suchtbedingte Veränderungen bei Mitarbeitern frühzeitig wahrzunehmen und Gespräche mit den Betroffenen zielgerichtet und motivierend zu führen.

Praxishilfe

Unter dem Titel „Suchtprobleme am Arbeitsplatz – eine Praxishilfe für Personalverantwortliche“ hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) eine umfangreiche Materialsammlung zum Thema vorgelegt. Sie bietet neben ausführlichen Hintergrundinformationen (etwa auch zur Frage, woran sich Suchtprobleme von Mitarbeitern frühzeitig erkennen lassen) stufenweise aufgebaute Gesprächs- und Interventionsleitfäden, Präventionsempfehlungen und vieles mehr. 

Stand: 8/2018

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