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Probezeit - SGB III-Förderung

 Information 

1. Allgemeines

Der Arbeitsmarkt steht nicht jedem offen. Die Anforderungen sind oft hoch gesteckt. Das führt dazu, dass es manchmal Problemfälle gibt, in denen der berufliche Werdegang recht lückenhaft und ungeordnet ist. Es gibt Bewerber, die es nach einem Vorstellungsgespräch nicht mal bis in die Probezeit schaffen. Manchmal werden Arbeitgeber auch nur von den Kosten abgeschreckt - aber dafür gibt es Lösungen im SGB III.

Praxistipp:

Die gesetzlichen Fördermöglichkeiten der Bundesagentur für Arbeit sind vielfältig. Die örtlichen Arbeitsagenturen haben zudem Vermittlungsbudgets, die sie aktiv für die lokale Arbeitsförderung einsetzen können. Wer sich als Arbeitgeber über die individuelle Förderung von Probearbeitsverhältnissen in seinem Betrieb informieren möchte, sollte mit seiner Agentur für Arbeit Kontakt aufnehmen und sich von ihr umfassend beraten lassen.

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Aufgabe, aktive Arbeitsförderung zu betreiben. Ihre Tätigkeit erschöpft sich nicht allein darin, Arbeitslosengeld zu zahlen. Die Bundesagentur kann Arbeitsuchende oder Arbeitslose in Probearbeitsverhältnisse vermitteln und Arbeitgeber und Arbeitnehmer dabei finanziell unterstützen. Für besondere Problemgruppen - zum Beispiel behinderte und schwerbehinderte Arbeitnehmer - gibt es sogar besondere Vorschriften - unter anderem § 46 SGB III, der die Erstattung von Kosten einer Probebeschäftigung Behinderter regelt.

2. Allgemeine Fördermaßnahmen

Die Arbeitsförderung soll nach § 1 Abs. 1 Satz 1 SGB III

  • dem Entstehen von Arbeitslosigkeit entgegenwirken,

  • die Dauer der Arbeitslosigkeit verkürzen und

  • den Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt unterstützen.

Leistungen der Arbeitsförderung sind in den §§ 29 ff. SGB III (Aktive Arbeitsförderung) und §§ 136 ff. SGB III (Arbeitslosen- und Insolvenzgeld) geregelt.

Eine Hauptaufgabe staatlicher Arbeitsförderung ist die Vermittlung (§ 35 SGB III). Dazu kann die Agentur für Arbeit aus ihrem Vermittlungsbudget bei

  • Ausbildungssuchenden

  • von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitsuchenden und

  • Arbeitslosen

die

  • Anbahnung oder

  • Aufnahme

einer versicherungspflichtigen Tätigkeit fördern, wenn das für die berufliche Eingliederung notwendig ist (§ 44 Abs. 1 Satz 1 SGB III). Weitere Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sind in § 45 SGB III geregelt.

3. Besondere Fördermaßnahmen

Die Agentur für Arbeit kann Arbeitgebern nach § 46 Abs. 1 SGB III die Kosten für eine befristete Probebeschäftigung

  • behinderter,

  • schwerbehinderter und

  • ihnen gleichgestellter Menschen

im Sinn des § 2 SGB IX bis zu einer Dauer von drei Monaten erstatten, wenn dadurch

  • die Teilhabe am Arbeitsleben verbessert wird oder

  • eine vollständige und dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben zu erreichen ist.

Arbeitgeber können zudem nach Maßgabe der §§ 88 ff. SGB III für Arbeitnehmer, deren Vermittlung wegen in ihrer Person liegender Gründe erschwert ist, einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zum Ausgleich einer Minderleistung erhalten (= Eingliederungszuschuss).

Für behinderte und schwerbehinderte Menschen kann

  • der Eingliederungszuschuss sogar bis zu 70 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts und

  • die Förderdauer bis zu 24 Monate

betragen (§ 90 Abs. 1 SGB III).