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Berufsausbildung - Ausbildungszeit

 Information 

Der Verordnungsgeber kann nach § 4 BBiGAusbildungsberufe anerkennen und Ausbildungsordnungen erlassen. Die Ausbildungsordnung hat nach § 5 Abs. 1 Nr. 2 BBiG auch die Dauer der Ausbildung festzulegen. Das gesetzliche Leitbild geht dabei von mindestens zwei, höchstens drei Jahren aus. Das BBiG sieht allerdings Möglichkeiten vor, die Ausbildungsdauer zu verändern.

1. Anrechnung beruflicher Vorbildung

Die Landesregierungen können nach Anhörung des Landesausschusses für Berufsbildung durch Rechtsverordnung bestimmen, dass der Besuch eines Bildungsgangs berufsbildender Schulen oder die Berufsausbildung einer sonstigen Einrichtung ganz oder teilweise auf die Ausbildungszeit angerechnet wird (§ 7 Abs. 1 Satz 1 BBiG).

Die Ermächtigung nach § 7 Abs. 1 Satz 1 BBiG kann durch Rechtsverordnung auf oberste Landesbehörden weiter übertragen werden (§ 7 Abs. 1 Satz 2 BBiG). Die Rechtsverordnung kann vorsehen, dass die Anrechnung eines gemeinsamen Antrags des Ausbilders und seines Auszubildenden bedarf (§ 7 Abs. 1 Satz 3 BBiG).

Praxistipp:

Die Verkürzung der Ausbildungszeit greift in die vertraglichen Beziehungen zwischen Ausbildendem und Auszubildendem ein. Bei der dualen Brufsausbildung führt die Verkürzung der Ausbildungszeit nämlich zwangsläufig zur einer verkürzten Dauer der betrieblichen Ausbildung. Ob Ausbildender und Auszubildender das wirklich wollen, sollten sie gemeinsam besprechen. Im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung sollten sie dann eine Entscheidung treffen, die beiden Teilen gerecht wird.

Die gesetzliche Neuregelung führt ab dem 01.08.2006 zum Wegfall der Berufsgrundbildungsjahr-Anrechnungs-Verordnung.

Ab dem 01.08.2009 gilt: Die Anrechnung nach § 7 Abs. 1 BBiG bedarf des gemeinsamen Antrags der Auszubildenden und Ausbildenden (§ 7 Abs. 2 Satz 1 BBiG). Er ist an die zuständige Stelle zu richten (§ 7 Abs. 2 Satz 2 BBiG). Er kann sich auf Teile des höchstzulässigen Anrechnungszeitraums beschränken (§ 7 Abs. 2 Satz 3 BBiG).

2. Verkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit

Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird (§ 8 Abs. 1 Satz 1 BBiG). Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (§ 8 Abs. 1 Satz 2 BBiG).

Die Regelung in § 8 Abs. 1 Satz 2 BBiG erlaubt eine Teilzeitausbildung. Ein berechtigtes Interesse an einer Reduzierung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit ist zum Beispiel für

  • allein erziehende Auszubildende oder

  • Angehörige pflegebedürftiger Personen

zu bejahen.

In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Als Gründe kommen u.a. längere Krankheitszeiten oder betriebsbedingte Ausbildungsausfälle in Betracht. Vor der Entscheidung sind die Ausbildenden zu hören (§ 8 Abs. 2 BBiG).

Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Richtlinien erlassen (§ 8 Abs. 3 BBiG). Er darf insoweit auch Fälle typisieren, die ein berechtigtes Interesse an einer Teilzeitausbildung beinhalten.

 Siehe auch 

Auszubildende - Allgemeines

Auszubildende - Ausbildungsende

Auszubildende - Kündigung

Auszubildende - Probezeit

Berufsausbildung - Allgemeines

Berufsausbildung - Ausbildende

Berufsausbildung - Berufsausbildungsvertrag

Berufsausbildung - Rechte und Pflichten