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Arbeitsentgelt

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Arbeitgeberdarlehen

Ein Arbeitgeberdarlehen ist die Überlassung von Geld durch den Arbeitgeber oder aufgrund des Dienstverhältnisses durch einen Dritten an den Arbeitnehmer, die auf einen Darlehensvertrag beruht.

Abzugrenzen von Arbeitgeberdarlehen sind Vorschüsse (Zahlungen auf zukünftig zu erarbeitendes Arbeitsentgelt) und Abschlagszahlungen (Zahlungen auf bereits erarbeitetes, aber noch nicht abgerechnetes Arbeitsentgelt).

Das Einräumen eines unverzinslichen oder gegenüber den banküblichen Konditionen verbilligten Darlehens durch den Arbeitgeber führt beim Arbeitnehmer zu einem geldwerten Vorteil, der als Sachbezug steuer- und beitragspflichtig ist, wenn die Summe der noch nicht getilgten Darlehen am Ende des Lohnabrechnungszeitraums 2.600 Euro übersteigt.

Der geldwerte Vorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Maßstabszinssatz und dem Zins, den der Arbeitnehmer im konkreten Einzelfall zahlt (Effektivzinssatz).

Als Maßstabszinssatz kann herangezogen werden:

  • Der übliche Endpreis am Abgabeort mit einem Abschlag von 4 Prozent (örtliche Kreditinstitute).
  • Der günstigste Preis am Markt ohne einen Abschlag von 4 Prozent (z. B. Internetbanken oder sog. Direktbanken).
  • Aus Vereinfachungsgründen der zuletzt veröffentlichte Effektivzinssatz der Deutschen Bundesbank mit einem Abschlag von 4 Prozent.

Aufmerksamkeiten

Aufmerksamkeiten sind Sachzuwendungen von geringem Wert (Blumen, Bücher, CDs) und werden dem Arbeitnehmer oder seinen Angehörigen anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses (z. B. Geburtstag) überlassen. Sie sind beitragsfrei, wenn ihr Wert 60 Euro nicht übersteigt. Geldzuwendungen sind stets beitragspflichtig.

Werden derartige Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer abgegeben, ohne dass ein persönlicher Anlass vorliegt, handelt es sich grundsätzlich um steuer- und beitragspflichtige Sachzuwendungen. Sie können aber steuer- und damit auch beitragsfrei bleiben, wenn sie die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro nicht überschreiten.

Aufwandsentschädigung für Ehrenamtler und Übungsleiter

Steuerfreie Aufwandsentschädigungen gehören nicht zum Arbeitsentgelt in der Sozialversicherung. 

Personen, die sich in einem Ehrenamt oder als Übungsleiter engagieren, werden finanziell entlastet. Ehrenamtler können damit jährlich bis zu 720 Euro Ehrenamtspauschale und Übungsleiter jährlich bis zu 2.400 Euro Übungsleiterpauschale steuer- und beitragsfrei erhalten.

Die für die Inanspruchnahme des steuerfreien Höchstbetrags von 2.400 Euro erforderliche Nebentätigkeit liegt nicht vor, wenn eine weitere Beschäftigung für denselben Arbeitgeber als Teil einer nichtselbständigen Haupttätigkeit anzusehen ist, weil zwischen beiden Tätigkeiten ein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Einen solchen Zusammenhang nimmt der Bundesfinanzhof an, wenn 

  • beide Tätigkeiten gleichartig sind oder (nicht und!) 
  • der Arbeitnehmer mit der Nebentätigkeit eine ihm aus seinem Dienstverhältnis faktisch oder rechtlich obliegende Nebenpflicht erfüllt oder (nicht und!)
  • der Arbeitnehmer auch in der zusätzlichen Tätigkeit der Weisung und Kontrolle des Arbeitgebers unterliegt.

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Der Übungsleiterfreibetrag kann bei mehreren nacheinander ausgeübten, begünstigten Tätigkeiten aufgeteilt werden. Voraussetzung ist, dass sich die Arbeitgeber darüber verständigen, bis zu welchem Teilbetrag der Steuerfreibetrag bisher ausgeschöpft wurde.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Leistungen des Arbeitgebers zur Betrieblichen Gesundheitsförderung sind steuer- und damit auch beitragsfrei, soweit sie den Betrag von 500 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr nicht übersteigen

Die Sach- und/oder Barleistungen des Arbeitgebers müssen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen. Dies setzt u. a. voraus, dass die Maßnahmen von einem qualifizierten Anbieter angeboten und durchgeführt werden. Die Arbeitgeber­leistungen können zu steuerbarem Arbeitslohn führen, wenn sich die Vorteile bei objektiver Würdigung aller Umstände als Entlohnung und nicht lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebs­funktionaler Ziel­setzungen erweisen.

Betriebsveranstaltungen

Sachzuwendungen des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer und deren Begleitung anlässlich von Betriebsveranstaltungen, die allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offenstehen, gehören als Leistungen im ganz überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht zum Arbeitslohn bis zu einem Freibetrag von 110 Euro je teilnehmenden Arbeitnehmer.

Betriebsveranstaltungen sind nach gesetzlicher Definition Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter. Als „Zuwendung“ zählen alle Kosten des Arbeitgebers, unabhängig davon, ob sie einzelnen Arbeitnehmern individuell zurechenbar sind oder ob es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten handelt, die gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufgewendet werden. 

Die zu berücksichtigenden Aufwendungen sind zu gleichen Teilen auf alle bei der Betriebsveranstaltung anwesenden Teilnehmer aufzuteilen. Der auf eine Begleitperson entfallende Anteil der Aufwendungen ist dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen. Für die Begleitperson ist also kein zusätzlicher Freibetrag von 110 Euro anzusetzen. 

Der Freibetrag von 110 Euro je Veranstaltung und teilnehmenden Arbeitnehmer gilt für bis zu zwei Veranstaltungen jährlich.

Firmenwagen

Überlässt der Arbeitgeber (oder aufgrund des Dienstverhältnisses ein Dritter) dem Arbeitnehmer ein Kraftfahrzeug unentgeltlich zur privaten Nutzung, ist der Nutzungsvorteil dem Arbeitslohn/-entgelt zuzurechnen. 

Für die Bewertung der privaten Nutzung eines Firmenwagens sind zwei Berechnungsmethoden möglich:

  • die 1-Prozent-Regelung als der vom Gesetzgeber gedachte Regelfall oder
  • die Ermittlung eines individuellen Nutzungswerts als Ausnahmeregelung (sog. Fahrtenbuchmethode), wenn der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer 

der Auffassung sind, dass die 1-Prozent-Regelung ungünstiger ist.

Die einmal gewählte Methode kann nur nach Ablauf des Kalenderjahres oder bei einem Fahrzeugwechsel im laufenden Jahr gewechselt werden.

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren

Die private Nutzung eines Firmenwagens ist für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen und der Umsatzsteuer zu bewerten. Sonderausstattungen in diesem Sinn sind „werksseitig“ eingebaute Ausstattungen im Zeitpunkt der Erstzulassung. Der Listenpreis ist auf volle 100 Euro abzurunden.

Existiert kein inländischer Bruttolistenpreis und ist das Fahrzeug auch nicht mit einem Modell bau- oder typengleich, für das ein inländischer Bruttolistenpreis existiert, muss der inländische Bruttolistenpreis geschätzt werden. 

Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber für die private Nutzung eines Firmenwagens mindern den Wert des geldwerten Vorteils. Der BFH hat insoweit seine Rechtsprechung zugunsten der Steuerpflichtigen modifiziert, als nunmehr nicht nur ein pauschales Nutzungsentgelt, sondern auch einzelne (individuelle) Kosten des Arbeitnehmers bei Anwendung der 1-Prozent-Regelung steuerlich zu berücksichtigen sind.

Fahrzeuge mit Elektro- und Hybridmotoren

Die steuerliche Förderung von Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen erfolgt durch eine Halbierung der Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass bei der Bruttolistenpreisregelung der halbe Bruttolistenpreis und bei der Fahrtenbuchmethode die Hälfte der Absetzung für Abnutzung bzw. der Leasingkosten angesetzt wird. Bei einem extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeug gilt dies nur dann, wenn das Fahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer hat oder die Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine mindestens 40 Kilometer beträgt. Soweit Hybridelektrofahrzeuge danach nicht begünstigt sind, gilt für diese der bisherige Nachteilsausgleich durch Minderung des Bruttolistenpreises um die pauschalen Beträge für das Batteriesystem (siehe nachfolgende Übersicht):

An­schaf­fungs­jahr/​Jahr der Erst­zu­las­sung Min­de­rungs­be­trag in € je kWh Spei­cher­ka­pa­zi­tät Höchst­be­trag in €
2013 und frü­her 500 10.000
2014 450 9.500
2015 400 9.000
2016 350 8.500
2017 300 8.000
2018 250 7.500

Diese Regelungen sind auch für Brennstoffenzellenfahrzeuge anzuwenden. Der Batteriekapazität von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen ist bei Brennstoffzellenfahrzeugen die im Fahrzeug gespeicherte Energie vergleichbar. Dieser Wert wird in der Zulassungsbescheinigung Teil I in Ziffer 22 angegeben und ist für die Ermittlung der Minderungsbeträge heranzuziehen.

Die vorstehenden Regelungen sind auch für Brenn­stoff­zellen­fahrzeuge anzuwenden. Der Batteriekapazität von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen ist bei Brenn­stoff­zellen­fahrzeugen die im Fahrzeug gespeicherte Energie vergleichbar. Dieser Wert wird in der Zulassungsbescheinigung Teil I in Ziffer 22 angegeben und ist für die Ermittlung der Minderungsbeträge heranzuziehen.

Die Neuregelung ist anzuwenden für alle erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 zur privaten Nutzung überlassenen betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge. Es kommt nicht auf den Zeitpunkt an, zu dem der Arbeitgeber das betroffene Kraftfahrzeug angeschafft, hergestellt oder geleast hat. Vielmehr ist der erstmalige Zeitpunkt der „Überlassung“ an einen Arbeitnehmer maßgeblich.

Wurde das Elektrofahrzeug allerdings vor dem 1.1.2019 bereits einem anderen Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlassen, bleibt es bei den früheren Bewertungsregelungen (siehe oben), wenn der Wechsel des Nutzungsberechtigten für dieses Fahrzeug nach dem 31.12.2018 erfolgte. Die Neuregelungen zur Halbierung der Bemessungsgrundlage sind in diesen Fällen nicht anzuwenden.

Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr sieht eine Steuerbefreiung für das elektrische Aufladen (einschließlich der Gestellung der Ladevorrichtung) von privaten Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen der Arbeitnehmer auf Kosten des Arbeitgebers vor. Die Übereignung der Lade­vorrichtung sowie Barzuschüsse des Arbeitgebers zum Erwerb bzw. zum Betrieb der Ladevorrichtung durch den Arbeitnehmer sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Diese können aber mit 25 Prozent pauschal besteuert werden und wären in diesem Fall beitragsfrei.

Jobtickets (Fahrkostenzuschüsse)

Seit Januar 2019 werden zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährte Arbeitgeberzuschüsse für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr der Arbeitnehmer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei gestellt. 

Eine private Nutzung der Fahrberechtigung durch den Arbeitnehmer oder seine Angehörigen ist unbeachtlich, wenn deren Umfang von verhältnismäßig geringer Bedeutung ist. Diese geldwerten Vorteile fallen nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44 Euro. Die steuerfreien Leistungen werden auf die Entfernungspauschale angerechnet, um eine systemwidrige Überbegünstigung gegenüber denjenigen Arbeitnehmern zu verhindern, die die betreffenden Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen bezahlen; der Arbeitgeber muss die steuerfreie Arbeitgeberleistung daher in der Lohnsteuerbescheinigung angeben.

Gruppenunfallversicherung

Bei der Gruppenunfallversicherung schließt der Arbeitgeber eine Unfallversicherung für fremde Rechnung zugunsten aller oder einer Gruppe von Arbeitnehmern ab. Der Arbeitgeber tritt als Versicherungsnehmer auf, der die Prämie zahlt. Die versicherte Person ist der Beschäftigte. 

Die Prämienzahlungen gelten nicht als Entgelt im Sinn des Sozialversicherungs- und Steuerrechts, wenn die Gewährung des Versicherungsschutzes im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt. Die Beiträge für eine Gruppenunfallversicherung können pauschal besteuert werden und führen zum Wegfall der Entgelteigenschaft, sofern keine Regelbesteuerung durchgeführt wird und der steuerpflichtige Durchschnittsbetrag (ohne Versicherungssteuer) 62 Euro jährlich nicht übersteigt.

Jubiläumszuwendungen

Jubiläumszuwendungen sind steuer- und beitragspflichtig. Ausnahmen sind übliche Sachzuwendungen, die einen Wert von 60 Euro nicht übersteigen.

Zu den steuer- und beitragsfreien Ausnahmen gehören Sachzuwendungen aus Anlass der Diensteinführung, eines Amtswechsels, eines Funktionswechsels, eines runden Dienstjubiläums oder der Verabschiedung eines Arbeitnehmers, wenn der Wert der Sachzuwendungen 60 Euro nicht übersteigt.

Mahlzeiten

Vorteile, die ein Arbeitnehmer durch die Gewährung einer unentgeltlich vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Mahlzeit erhält, sind in Höhe des amtlichen Sachbezugswerts steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn. 

Im Jahr 2019 gelten bundeseinheitlich folgende Werte: 

Frühstück 1,77 Euro sowie Mittagessen und Abendessen je 3,30 Euro

Erhält der Arbeitnehmer die Mahlzeit von seinem Arbeitgeber nicht unentgeltlich, sondern verbilligt, so ist die Differenz zwischen dem amtlichen Sachbezugswert und dem vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelt steuer- und beitragspflichtiger Lohn.

Wird die Mahlzeit nicht im Betrieb des Arbeitgebers abgegeben, sondern werden Essensmarken oder Restaurantschecks vom Arbeitgeber ausgegeben, sind auch diese mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten. Selbst in diesen Fällen liegt kein geldwerter Vorteil vor, wenn der Arbeitnehmer für die Mahlzeit mindestens den amtlichen Sachbezugswert zahlt.

Haben Arbeitnehmer einen arbeitsvertraglichen Anspruch auf arbeitstägliche Zuschüsse zu Mahlzeiten, ohne dass der Arbeitgeber sich der Ausgabe von Essensmarken oder Restaurantschecks bedient, ist als Arbeitslohn nicht der Zuschuss, sondern der maßgebende amtliche Sachbezugswert anzusetzen. 

Die Finanzverwaltung setzt in diesen Fällen aber voraus, dass

  • tatsächlich eine Mahlzeit erworben wird,
  • der Zuschuss lediglich für eine Mahlzeit arbeitstäglich gewährt wird,
  • der Zuschuss den Sachbezugswert einer Mittagsmahlzeit um nicht mehr als 3,10 Euro übersteigt,
  • der Zuschuss nicht höher ist als der tatsächliche Preis der Mahlzeit und
  • der Zuschuss nicht von Arbeitnehmern in den ersten drei Monaten ihrer Auswärtstätigkeit beansprucht wird.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Wert der Mahlzeit mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewerten. Der Verrechnungswert darf im Jahr 2019 nicht höher sein als (3,30 Euro + 3,10 Euro =) 6,40 Euro. 

Der Arbeitgeber darf grundsätzlich nur eine Essensmarke für jeden Arbeitstag ausgeben, wobei diejenigen Arbeitstage, an denen der Arbeitnehmer eine Auswärtstätigkeit ausübt, außer Ansatz bleiben. Um diese Voraussetzung erfüllen zu können, müsste der Arbeitgeber für jeden einzelnen Arbeitnehmer die Abwesenheitstage feststellen. Hierauf kann der Arbeitgeber verzichten, wenn er pro Arbeitnehmer nicht mehr als 15 Essensmarken monatlich (ergibt 180 jährlich) ausgibt und dabei diejenigen Arbeitnehmer ausklammert, die im Jahresdurchschnitt mehr als drei Arbeitstage im Monat eine Auswärtstätigkeit ausüben.

Mindestlohn

In Deutschland gilt ein gesetzlicher, flächendeckender Mindestlohn. Dieser beträgt seit dem 1. Januar 2017 pro Stunde 8,84 Euro und wird alle zwei Jahre neu festgelegt. Im Juni 2018 hat die Mindestlohn-Kommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen: zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. Der Mindestlohn wirkt sich auch auf die Sozialversicherung aus.

Der Mindestlohn ist z. B. bei der Beurteilung der Versicherungspflicht aufgrund der Entgelthöhe (besonders bei geringfügigen Beschäftigungen) und bei der Berechnung und der Zuordnung der Beiträge von Bedeutung.

Der Mindestlohn gilt grundsätzlich für alle Beschäftigten über 18 Jahre. Auf die Branche oder die Ausgestaltung des Beschäftigungsverhältnisses (z. B. 450-Euro-Job) kommt es grundsätzlich nicht an. 

Vom Mindestlohn ausgenommen sind

  • Auszubildende
  • Ehrenamtler
  • Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben 
  • Praktikanten, die ein in einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschriebenes Praktikum ableisten

Reisekosten

Reisekosten sind Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten und Reisenebenkosten, wenn diese so gut wie ausschließlich durch eine beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit des Arbeitnehmers entstehen. 

Werden diese Aufwendungen vom Arbeitgeber erstattet, gehören sie nicht zum sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt, soweit sie lohnsteuerfrei sind.

Sachbezugswerte

Sachbezüge sind alle in Geld bestehenden Einnahmen eines Arbeitnehmers. Die Sachbezugswerte werden im Regelfall jährlich der allgemeinen Preisentwicklung angepasst. Die für die Sozialversicherung in der SvEV festgesetzten Werte gelten auch für den Steuerabzug vom Arbeitslohn.

Sachbezugswerte gelten für alle Arbeitnehmer im steuerlichen Sinn, das heißt auch für Arbeitnehmer, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind. 

Die Sachbezugswerte gelten auch dann, wenn in einem Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag niedrigere oder höhere Werte festgesetzt worden sind.

Der Sachbezugswert für freie Verpflegung beträgt seit 1. Januar 2019 in allen Bundesländern einheitlich 251 Euro monatlich. Dieser Wert setzt sich zusammen aus dem Wert für

  • Frühstück von 53 Euro,
  • Mittagessen von 99 Euro und
  • Abendessen von 99 Euro.

Der Wert einer als Sachbezug zur Verfügung gestellten Unterkunft beträgt für das Jahr 2019 bundeseinheitlich monatlich 231 Euro

Warengutscheine

Warengutscheine werden aus Gründen der Steuerersparnis ausgegeben, weil die monatliche 44-Euro-Freigrenze bzw. bei Waren und Dienstleistungen aus dem Sortiment des Arbeitgebers der jährliche Rabattfreibetrag von 1.080 Euro Anwendung findet.

Voraussetzung ist, dass der Gutschein als Sachbezug und nicht als Barlohn zu behandeln ist. Ob Barlohn oder Sachlohn vorliegt, entscheidet sich danach, was der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auf Grundlage der arbeitsvertraglichen Vereinbarungen beanspruchen kann.

Erhalten Arbeitnehmer z. B. anstelle des Weihnachtsgeldes einen Warengutschein im Wert von 1.080 Euro, der zum Bezug von Waren berechtigt, mit denen der Arbeitgeber handelt, ist dieser Betrag steuerfrei. Unter Berücksichtigung des vierprozentigen Preisabschlags können exakt Waren im Bruttoverkaufswert von 1.125 Euro steuer- und beitragsfrei überlassen werden.

Auf Warengutscheine ist die 44-Euro-Freigrenze anwendbar. Unabhängig davon, ob es sich um eine Zuwendung im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers oder um Annehmlichkeiten handelt, sind diese Vorteile aus Sachbezügen beitrags- und lohnsteuerfrei, wenn der geldwerte Vorteil im Monat insgesamt nicht über 44 Euro liegt. Wird die Freigrenze überschritten, so ist der gesamte Wert des Sachbezugs steuer- und beitragspflichtig

Stand: 22.4.2019

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