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Selbstständig und Arbeitnehmer

© Coloures-Pic / Fotolia
Selbstständig und Arbeitnehmer

Selbstständigkeit und abhängige Be­schäf­ti­gung schließen sich nicht aus. In der Praxis kommt diese Kombination immer häufiger vor. Lesen Sie, was in der Sozial­ver­sicherung zu be­ach­ten ist.

Hauptberuflich selbstständig Erwerbstätige sind in einer daneben ausgeübten Beschäftigung als Arbeitnehmer in der Kranken- und Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig. Anders sieht es in der Renten- und Arbeitslosenversicherung aus: Hier besteht grundsätzlich Versicherungspflicht (Beitrags­gruppe 0110).

Hauptberuflich ist eine selbstständige Erwerbstätigkeit dann, wenn sie von

  • der wirtschaftlichen Bedeutung und
  • dem zeitlichen Aufwand her

die übrigen Erwerbstätigkeiten zusammen deutlich übersteigt und den Mittelpunkt der Erwerbstätigkeit darstellt. Das bedeutet aber auch, dass nicht jede selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt wird. Der Arbeitgeber prüft die Voraussetzungen bei der Beschäftigungsaufnahme eines Arbeitnehmers oder bei einer Änderung der Verhältnisse.

In der Praxis werden folgende Fallgruppen unterschieden:

  • Wenn Arbeitnehmer mehr als nur geringfügig beschäftigt werden, dann wird die selbstständige Tätigkeit hauptberuflich ausgeübt.
  • Eine selbstständige Tätigkeit wird nicht hauptberuflich ausgeübt, wenn außerdem in einer abhängigen Beschäftigung vollschichtig gearbeitet wird. Das gilt auch bei Arbeitnehmern, die mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeiten und ein monatliches Arbeitsentgelt von mehr als der Hälfte der monatlichen Bezugsgröße (2019 = 1.557,50 Euro) erzielen.
  • Beschäftigt der selbstständig Tätige keine Arbeitnehmer und ist auch nicht anderweitig berufstätig, sind der Zeitaufwand für die Tätigkeit und deren wirtschaftliche Bedeutung festzustellen. Zur zeitlichen Beanspruchung gehört auch der Aufwand für vorbereitende oder begleitende Arbeiten (z. B. Angebotserstellung, Auftragsannahme, Steuer- und Buchführungsaufgaben). Bei der wirtschaftlichen Bedeutung ist das Arbeitseinkommen zu berücksichtigen (Gewinn nach den Vorschriften des Einkommensteuerrechts).


Für die Hauptberuflichkeit spricht grundsätzlich:

  • Zeitaufwand von mehr als 30 Stunden wöchentlich und das daraus erworbene Einkommen stellt die Haupteinnahmequelle dar.
  • Zeitaufwand zwischen mehr als 20 und höchstens 30 Stunden wöchentlich, wenn das Arbeitseinkommen mindestens 50 Prozent der monatlichen Bezugsgröße ausmacht (2019 = 1.557,50 Euro).
  • Zeitaufwand von nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich, wenn das Arbeitseinkommen 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße übersteigt (2019 = 2.336,25 Euro).

Unser Tipp: In allen Fragen rund um die Beurteilung einer hauptberuflich selbstständigen Erwerbstätigkeit stehen Ihnen die Experten Ihrer AOK gerne zur Verfügung, zum Beispiel auch im AOK-Expertenforum.

Stand: 1.1.2019

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