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Firmenwagenüberlassung - Berechnung des geldwerten Vorteils

© Minerva Studio / Fotolia
Private Nutzung des Firmen-PKW

Für die Bewertung der privaten Nutzung eines Firmenwagens sind zwei Berechnungs­methoden möglich: die Ein-Prozent-Regelung als der vom Gesetzgeber gedachte Regelfall oder die Ermittlung eines individuellen Nutzungswerts als Ausnahmeregelung (sogenannte Fahrtenbuchmethode).

Handelt es ich bei dem auch zur privaten Nutzung überlassenen Firmenwagen um ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug, gelten besonderer Regelungen (siehe Elektro- und Hybridfahrzeuge – verbesserte Förderung ab 1. Januar 2019).

1 Prozent-Regelung

Bei dieser Berechnungsmethode wird der geldwerte Vorteil nicht mit dem individuell ermittelten Kilometersatz bewertet, sondern mit einem pauschalen Wert, der sich mit einem bestimmten Prozentsatz aus dem Listenpreis des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung errechnet, und zwar

  • für die reinen Privatfahrten mit 1 Prozent monatlich,
  • für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte grundsätzlich mit 0,03 Prozent monatlich je Entfernungskilometer und
  • für die steuerpflichtigen Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung mit 0,002 Prozent je Fahrt und Entfernungskilometer.

Listenpreis im Sinne der gesetzlichen Regelung ist – auch bei Gebrauchtwagen und im Falle des Leasings – die im Zeitpunkt der Erstzulassung für den genutzten Pkw im Inland maßgebende unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, zuzüglich Sonderausstattungen und Umsatzsteuer. Dieser Preis ist auf volle 100 Euro abzurunden.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hält an seiner Rechtsprechung fest, dass auch bei einem vom Arbeitgeber gebraucht erworbenen Fahrzeug der Bruttolistenneupreis anzusetzen. Hiernach ist die Ein-Prozent-Regelung eine grundsätzlich zwingende, stark typisierende und pauschalierende Bewertungsregelung. Deshalb bleiben individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Art und der Nutzung des Dienstwagens grundsätzlich ebenso unberücksichtigt wie nachträgliche Änderungen des Fahrzeugwertes. Dementsprechend erhöht etwa der nachträgliche Einbau von Zusatzausstattungen nicht die Bemessungsgrundlage der Ein-Prozent-Regelung. Weiter bleibt im Rahmen der Anwendung der Ein-Prozent-Regelung der inländische Listenpreis auch dann Bemessungsgrundlage, wenn der Arbeitgeber das Fahrzeug gebraucht angeschafft hatte (vgl. BFH-Urteil vom 15. Mai 2018 – X R 28/15). 

Fahrtenbuchmethode

Anstelle der Anwendung der Ein-Prozent-Regelung kann der geldwerte Vorteil mit den auf die private Nutzung entfallenden Teil der gesamten Kfz-Aufwendungen angesetzt werden. Dabei müssen die Gesamtkosten für den Firmenwagen belegt werden und es muss ein ordentlich geführtes Fahrtenbuch vorliegen. In der Praxis gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Mindestangaben in einem ordnungsgemäßen Fahrtenbuch vorhanden sein müssen. Der BFH hat seine restriktive Rechtsprechung bestätigt. Danach sind im Fahrtenbuch anzugeben, und zwar grundsätzlich für jede einzelne berufliche Verwendung für sich:

  • Datum
  • Fahrtziel (Adresse)
  • Name des Kunden oder Geschäftspartners
  • Konkrete Gründe der beruflichen Verwendung
  • Gesamtkilometerstand nach Ankunft

Es genügt nicht, wenn nur allgemein und pauschal Fahrten im Fahrtenbuch als „Dienstfahrten“ bezeichnet werden. Die erforderlichen Mindestangaben können auch nicht durch anderweitige, nicht im Fahrtenbuch selbst enthaltene Auflistungen (etwa eigene Tagebuchaufzeichnungen) ersetzt oder ergänzt werden).

Bei einer einheitlichen beruflichen Reise können diese Abschnitte miteinander zu einer zusammenfassenden Eintragung verbunden und der am Ende der gesamten Reise erreichte Gesamtkilometerstand aufgezeichnet werden. Aber auch im Rahmen dieser Erleichterung sind die einzelnen Kunden oder Geschäftspartner im Fahrtenbuch in der zeitlichen Reihenfolge aufzuführen, in der sie aufgesucht worden sind. 

Die Anwendung der Fahrtenbuchmethode setzt auch voraus, dass der Arbeitnehmer für das gesamte Kalenderjahr ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch für den überlassenen Firmenwagen führt, also auch seine Privatfahrten dort einträgt. 

Ein Wechsel im Laufe des Kalenderjahres von der Ein-Prozent-Bruttolistenpreisregelung zur Fahrtenbuchmethode oder umgekehrt für dasselbe Fahrzeug ist nicht zulässig. Sofern allerdings im Laufe des Kalenderjahres ein Fahrzeugwechsel erfolgt, ist auch ein Wechsel der Berechnungsmethode möglich.

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

Wenn der Mitarbeiter mit dem Dienstwagen zur Arbeit fährt, kann er steuerlich die Pendlerpauschale als Werbungskosten ansetzen, auch wenn er für die Fahrtkosten nicht selbst aufkommt. Das Finanzamt versteuert auf der anderen Seite als Nutzungsvorteil pauschal 0,03 Prozent des Listenpreises des Fahrzeugs pro Monat und Entfernungskilometer. Zu Unrecht, wie ein betroffener Steuerzahler meinte. Denn er nutzte den Dienstwagen für Fahrten zur Arbeit viel seltener, in einem Monat sogar nur einmal. Das Bundesfinanzministerium hat als Folge der Rechtsprechungsentwicklung die alternative Bewertungsmethode mit 0,002 Prozent vom Listenpreis je Kilometer der Entfernung je Einzelfahrt zugelassen. Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist die 0,002 Prozent-Methode ab 1. Januar 2019 vom Arbeitgeber zwingend anzusetzen (Schreiben des BMF vom 4. April 2018).

Stand: 23.4.2019

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