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„Führung muss vorleben“

Wie Sie Männer für BGF-Maßnahmen begeistern

Gesundheitsthemen sind zu weiblich besetzt, findet Prof. Dr. Ingo Froböse. Im Interview gibt der Präventionsexperte Tipps, wie Männer richtig angesprochen werden können, und zeigt, was Unternehmen für echte Kerle tun können.

„Ich gehe nur zum Arzt, wenn ich krank bin.“ Wenn es um ihre Gesundheit geht, gelten Männer gemeinhin als Vorsorgemuffel. Sind sie nur faul oder ängstlich, Prof. Froböse?
Männer brauchen gute Argumente für eine Investition in ihre Gesundheit. Sie sagen sich: „Warum soll ich mich darum kümmern, wenn ich mich fit fühle?“ Erst, wenn sie klare Belege für eine Erkrankung haben, also beispielsweise eine Verletzung oder eine starke Beeinträchtigung, handeln sie.

Wie halten Sie es denn selbst mit der Vorsorge?
Ich komme aus dem Spitzensport und bin anders sensibilisiert. Seit 30 Jahren lasse ich mich durchchecken. Ich überprüfe regelmäßig meine Trainingsstände, um zu erfahren, ob ich mich verschlechtert habe. Meine Motivation kommt von innen.

Damit sind Sie eher eine Ausnahme. Warum nehmen Männer nur halb so häufig wie Frauen an Maßnahmen zur Prävention teil?
In der Erziehung ist es immer noch so, dass das Thema Gesundheit bei Jungs und später bei Männern keine so große Rolle spielt wie bei Mädchen. Frauen werden aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung damit viel eher konfrontiert und lernen früher, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. Dieses Bewusstsein fehlt Männern zu einem gewissen Grad.
 
Darüber hinaus ist die Sprache der Gesundheit eher weiblich. Nehmen wir das Beispiel Yoga. Warum sagen wir nicht „Körpertraining mit asiatischen Elementen“? Oder nehmen Sie „Dynamisches Fitnesstraining mit motivierenden Bässen“ statt Aerobic, dem ja immer etwas Feminines anhaftet. Das wäre etwas völlig anderes. Inhaltlich ist das vielleicht dasselbe, aber so spricht es Männer an. Denn jedes Geschlecht hat andere Signalwörter. Leider ist dieses Prinzip noch nicht verbreitet.

Viele Unternehmen haben Angebote zur Betrieblichen Gesundheitsförderung, zum Beispiel Laufgruppen oder die klassische Rückenschule. Wie bringt man Männer dazu, diese Angebote zu nutzen?
Eine Betriebssportgruppe hilft sicherlich, aber nur bedingt. Denn dort gehen nur diejenigen hin, die ohnehin sportlich sind. Aber die restlichen 80 Prozent erreichen Sie damit nicht. Auch müssen wir von diesen Kursstrukturen wegkommen. Es genügt nicht, einen Kurs zu organisieren und dann darauf zu warten, dass die Menschen kommen. Man muss sie aktiv auf allen Ebenen beteiligen.

Aber wie funktioniert das in der Praxis, etwa in einem kleinen Handwerksbetrieb?
Die Führung muss vorleben, dass Gesundheit wichtig ist. Vor allem muss sie aber auch zeigen, dass ihr die Gesundheit der Mitarbeiter wichtig ist. Dabei muss sie auch die Mitarbeiterstrukturen berücksichtigen. Denn wer in der Produktion arbeitet, hat andere Bedürfnisse und Interessen als jemand aus der Lohnbuchhaltung. Oft gibt es in den Betrieben jemanden, der sich kümmert, der die Wünsche der Belegschaft kennt. Diese Menschen können gemeinsam mit der Geschäftsführung die richtigen Maßnahmen realisieren.

Wie kann das gelingen?
Indem man zum Beispiel das Treppenhaus zur Trainingsstrecke werden lässt. Daraus macht man einen Wettbewerb, bei dem jeder Mitarbeiter die Chance bekommt, den Chefparkplatz zu besetzen. Stellplätze sind schließlich ein Statussymbol. Der Chef parkt vorn, die Mitarbeiter parken weiter weg. Oder man vereinbart, dass die körperlich weniger Aktiven weiter weg parken. Letztlich gibt es nur eine Strategie: nicht die Menschen zur Bewegung, sondern die Bewegung zu den Menschen bringen.

Laut iga.Report 27* sagen nur 13 Prozent der Männer, dass ihr Betrieb sich um ihre Gesundheit kümmert. Bei der letzten Erhebung waren es noch gut 25 Prozent. Woher kommt dieser Negativtrend?
Das wundert mich auch. Große Unternehmen wissen, dass es sich lohnt, in die Gesundheit und damit die Produktivität der Mitarbeiter zu investieren. Das dient auch dem Image. Kleine und mittlere Betriebe haben andere Sorgen: Aufträge müssen her, andere müssen abgearbeitet werden. Dabei kommt das Thema dann oft zu kurz. Viele haben zudem auch noch nicht das Bewusstsein, welchen Nutzen sie von Gesundheitsförderung haben.

* Studie der Initiative Gesundheit und Arbeit aus dem Jahr 2013 zur Arbeitssituation in Unternehmen.

Zur Person

Foto Prof. Dr. Ingo Froböse

Prof. Dr. Ingo Froböse zählt zu Deutschlands profiliertesten Gesund­heits­experten. Der 58-Jährige ist seit 1995 Professor an der Deutschen Sporthoch­schule Köln. In den 1980er-Jahren war er mehrfacher deutscher Vizemeister im Sprint über 100 und 200 Meter. In der Rubrik „Sportschlau“ des ARD-Morgen­magazins beantwortet Froböse seit 2009 Fragen rund um Sport und Bewegung.
www.ingo-froboese.de

Stand: 8/2015

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