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Studenten und Praktikanten

Beschäftigung von Studenten

Beschäftigungen von Studenten, die gegen Arbeitsentgelt ausgeübt werden, unterliegen grundsätzlich der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht. Sofern diese Beschäftigungen nicht bereits als geringfügig entlohnte oder kurzfristige Beschäftigungen der Versicherungsfreiheit unterliegen, greifen Sondervorschriften für ordentlich Studierende. Danach sind Studenten in Beschäftigungen während ihres Studiums in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn sie als ordentlich Studierende einer Hochschule gegen Arbeitsentgelt beschäftigt sind und das Studium im Vordergrund steht. Dieses Werkstudentenprivileg gilt nicht in der Rentenversicherung. Sobald die Geringfügigkeitsgrenzen überschritten werden, tritt Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein.

Versicherungsfreiheit wegen Geringfügigkeit

Unabhängig von den besonderen Regelungen für beschäftigte Studenten ist ein Beschäftigungsverhältnis sozialversicherungsfrei, wenn es innerhalb der geltenden Grenzen entweder als

  • geringfügig entlohnte Beschäftigung (in der Rentenversicherung allerdings nur auf Antrag) oder
  • kurzfristige Beschäftigung (sofern keine Berufsmäßigkeit vorliegt) ausgeübt wird. 

Ordentlich Studierende

Wird keine geringfügige Beschäftigung ausgeübt, kann in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei sein, wer zum Personenkreis der ordentlich Studierenden gehört. Hierzu gehören alle Studenten, die an einer Hochschule oder einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule eingeschrieben sind und deren Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden.

Hochschulen und der fachlichen Ausbildung dienende Schulen

Das Werkstudentenprivileg gilt nicht nur für Studenten einer Hochschule (u.a. Universitäten, Technische Hochschulen, Pädagogische Hochschulen, Fachhochschulen), sondern auch für Studenten einer der fachlichen Ausbildung dienenden Schule. Hierzu gehören Fachschulen, höhere Fachschulen und Berufsfachschulen. Das Studium an bzw. der Besuch einer dieser Schulen mit überwiegend berufsbildendem Charakter ist durch eine Bescheinigung nachzuweisen.

20 Wochenstunden-Grenze

Damit die besonderen Vorschriften über die Versicherungsfreiheit der von Studenten ausgeübten Beschäftigungen angewandt werden können, ist von diesen nachzuweisen, dass ihre Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen wird. Nach ständiger Rechtsprechung ist dies dann der Fall, wenn für eine Beschäftigung neben dem Studium nicht mehr als die Hälfte der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten aufgewandt wird. Dabei wurde von der damals üblichen durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ausgegangen. Folglich ist die unbefristete Beschäftigung eines Studenten mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit bis zu einschließlich 20 Stunden pro Woche in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt – sofern es monatlich 450 Euro übersteigt –  keine Rolle.

Ausnahme von der 20-Stunden-Grenze

In Einzelfällen kann Versicherungsfreiheit ausschließlich in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auch noch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden in Betracht kommen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass das Überschreiten der Arbeitszeitgrenze ausschließlich durch Arbeit in den Semesterferien, am Wochenende sowie in den Abend- und Nachtstunden hervorgerufen wird und auf einen Zeitraum von maximal 26 Wochen befristet ist.

Befristete Beschäftigung in den Semesterferien

Bei Beschäftigungen, die ausschließlich in den Semesterferien stattfinden, ist davon auszugehen, dass Zeit und Arbeitskraft überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden. Unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit und der Entgelthöhe besteht unter den Voraussetzungen, dass die Beschäftigung ausschließlich während der Semesterfreien stattfindet, aufgrund des Werkstudentenprivilegs Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Wird eine unbefristete Beschäftigung von bis zu 20 Arbeitsstunden wöchentlich ausschließlich in den Semesterferien auf mehr als 20 Wochenstunden ausgedehnt, gilt der Werkstudentenstatus auch weiterhin.

Mehrerer Beschäftigungen nebeneinander

Bei Studenten, die mehrere Beschäftigungen nebeneinander ausüben, ist zunächst zu prüfen, ob der Student seinem Erscheinungsbild nach als Student oder als Arbeitnehmer einzustufen ist. Beträgt die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden, besteht Versicherungsfreiheit, unabhängig davon, ob es sich um eine oder mehrere befristete oder unbefristete Beschäftigung(en) handelt; die Höhe des Arbeitsentgelts ist für die Annahme der Versicherungsfreiheit ohne Bedeutung.

Arbeitet der Student insgesamt mehr als 20 Stunden in der Woche und gehört er damit vom Erscheinungsbild her zu den Arbeitnehmern, muss in einem weiteren Schritt geprüft werden, ob bei einzelnen Beschäftigungen Geringfügigkeit vorliegt und damit Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung in Betracht kommt.

Mehrere Beschäftigungen nacheinander

Übt ein Student im Laufe eines Jahres mehrfach Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Wochenstunden aus, ist zu prüfen, ob die Eigenschaft als Werkstudent noch vorhanden ist. Die Werkstudenteneigenschaft liegt nicht mehr vor, wenn ein Student im Laufe eines Jahres (Rahmenfrist) mehr als 26 Wochen in einem Umfang von mehr als 20 Wochenstunden beschäftigt ist. 

Die Rahmenfrist ist stets vom Ende der zu beurteilenden Beschäftigung ausgehend ein Jahr zurück in die Vergangenheit zu berechnen. So ist gewährleistet, dass auch die zu beurteilende Beschäftigung selbst einbezogen wird. Innerhalb der Rahmenfrist sind alle relevanten Vorbeschäftigungen anzurechnen.

Stand 1.1.2019 

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