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Familienfreundlich erfolgreich

Betriebe mit Familiensinn

Erwerbstätige Eltern brauchen gute Rahmenbedingungen um Beruf und Familie zu vereinbaren. Unternehmen sind dafür sensibilisiert.

Acht von zehn Unternehmen in Deutschland (80,7 Prozent) schätzen die Bedeutung von Familienfreundlichkeit für sich als wichtig oder eher wichtig ein, besagt das vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellte Gutachten „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit 2013“. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 lag der entsprechende Anteil nur bei 46,5 Prozent. Knapp vier von zehn Arbeitgebern sind zudem der Ansicht, dass die Bedeutung von Familienfreundlichkeit fürs eigene Unternehmen in den kommenden fünf Jahren sogar noch zunehmen wird. Flexible Modelle bei Arbeitszeiten und Arbeitsorganisation stellen weiterhin das Rückgrat einer familienbewussten Personalpolitik der Betriebe dar, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Knapp 96 Prozent der hiesigen Unternehmen sind mit mindestens einer Maßnahme in diesem Handlungsfeld aktiv. Weiterer Befund der IW-Studie: Rund 30 Prozent der Betriebe tun sich beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit einer Vielzahl an Maßnahmen (im Durchschnitt 9,6) sogar so sehr hervor, dass sie als besonders familienfreundlich gelten. Und: Sie sind mit diesem Konzept auch überaus erfolgreich.

Mehr wirtschaftlicher Erfolg

Denn weitere Detailauswertungen des Kölner Instituts zeigen, dass Unternehmen, die sich beim Thema Familienfreundlichkeit durch ein stärkeres Engagement auszeichnen, bei verschiedenen Indikatoren für den wirtschaftlichen Erfolg – etwa Jahresergebnis, Auftragsbestand sowie Produkt- und Prozessinnovationen – erkennbar besser abschneiden als relativ inaktive Betriebe. Es müsse letztlich allerdings offen bleiben, so die IW-Experten, ob und inwieweit ein familienfreundliches Engagement positive betriebswirtschaftliche Effekte verursacht oder aber umgekehrt eine gute wirtschaftliche Situation familienbewusstes Handeln erleichtert.

Dennoch: Die neuesten IW-Befunde stärken die Argumente und Erkenntnisse, die auch aus unternehmerischer Sicht für mehr Investitionen in eine familienfreundliche Arbeitswelt sprechen. So ergab eine vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) Münster im Auftrag der berufundfamilie gGmbH durchgeführte Studie: Praktiziertes Familienbewusstsein lohnt sich, denn es führt bei 19 wichtigen Kennziffern zu positiven betriebswirtschaftlichen Effekten.

So haben sehr familienfreundliche Unternehmen im Vergleich zum Durchschnitt der Betriebe unter anderem eine um

  • 48 % niedrigere Fehlzeitenquote
  • 27 % niedrigere Krankheitsquote
  • 15 % niedrigere Fluktuationsrate
  • 14 % höhere Mitarbeitermotivation
  • 13 % höhere Produktivität
  • 12 % bessere Bewerberqualität
  • 10 % geringere Kostenbelastung für die Personalbeschaffung
  • 10 % höhere Kundenbindung
  •  9 % höhere Mitarbeiterbindung
  •  8 % geringere Stellenbesetzungsdauer

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